Perlen vor die..

Inzwischen ist das Rauchverbot in Gaststätten schon fast selbstverständlich geworden. Umso größer der Schock, als wir letzten Samstag ins MoMo in Waldhausen kamen. Wenn die Hälfte der rund 100 Gäste in dem eher kleinen Rocker-Café am Rauchen sind kommt ordentlich Dampf zusammen. Wow, Respekt Jungs und Mädels. Einer der Abende, an deren Ende die komplette Garderobe in die Waschmaschine wandert.

Wir waren allerdings nicht da, um die tollen Lederjacken und Frisuren der (wegen akutem Schneefall 4-rädrig motorisierten) Biker zu bewundern, sondern weil Goblin’s Gold auf der Bühne stand. Vor mehr als zwanzig Jahren war ich schon auf ihren Konzerten, die beiden Bandgründer wohnten damals schließlich nur zwei Straßen weiter. Inzwischen sind wir alle ordentlich älter geworden, aber die Jungs rocken wie eh und je. Wie der Ratz über die zweieinhalb Stunden seine Stimme in der Luft behalten hat, ist wohl sein großes Geheimnis. Die Coverversionen gab es teilweise auch akustisch, großartig gemacht. Leider waren die anwesenden Personen mehr daran interessiert, sich gegenseitig ihre Biker-News ins Ohr zu brüllen statt zuzuhören. Deswegen gingen diese Teile im hinteren Bereich etwas unter. Ich fand das mehr als schade. Leider waren wir spät dran, so daß der Laden bereits bei unserer Ankunft brechend voll war. Die lächerlichen 3€ Eintritt waren dabei eher symbolischer Natur, nehme ich an. Oder ist das die Globalisierung, die nun auch den Ostalbkreis erfasst hat? Wie dem auch sei, ein klasse Abend, an dem die Musik richtig Spaß gemacht hat. Ich hätte nur gern mehr davon gehört. :-)

Rad-Hopfer

Da soll noch mal einer behaupten, in unserem kleinen Städtli sei nichts los. Der ansässige Verein der Einzelhändler (“Schorndorf Centro“) veranstaltete wieder sein bekanntes Mitternachts-Shopping. Das ist eigentlich eine simple Sache: Die Geschäfte haben bis 24.00 Uhr auf, manche haben in der Zeit sogar (oh Wunder!) Sonderangebote. Damit mehr Leute kommen gibt es ein “buntes Rahmenprogramm”. Diesmal scheint allerdings der Schwanz mit dem Hund gewedelt zu haben. Der Publikumsmagnet war die Rad-Sprungstrecke auf dem Marktplatz, ein Gerüst und zwei kunstvoll aufgeschichtete und mit Baggerhilfe gefestigte Dreckhaufen. Da war mal richtig was los, die Gewitterwolken sind wohlwollend außen rum gezogen und schön warm war es auch. Vielleicht hat der eine oder andere sogar noch was eingekauft. Ich bezweifle es aber, das ganze war dann doch eher ein Volksfest.

Der Marktplatz gerammelt voll

drumherum dann doch eher ruhig..

Hier gibt es noch mehr Bilder..

Hage…jemand zu hage?? Maulwurfn hier!!!

René Marik im Theaterhaus Stuttgart mit dem Titel “Autschn! Ein Abend über die Liebe“. Das ist so eine Art viraler Comedian. Die Sketche auf Youtube sind schon länger bekannt und beliebt. Für die etwas seltsame Sprechweise ist ein Maulwurf mit einem Sprachfehler verantwortlich, eine der drei Hauptfiguren (Handpuppen). Die anderen beiden sind ein intellektueller Frosch (meine Lieblingsfigur) und ein Eisbär mit Berliner Schnauze. Live muß man sich das in etwa so vorstellen, daß die bekannten Sketche über den Abend verstreut sind, zusammen mit musikalischen Einlagen (hier trifft er nicht immer jeden Ton aber durchaus sehr lustig) und Gedichtvorträgen. Diese waren allerdings eher zur Abschreckung gedacht, es handelte sich nämlich um Liebesgedichte einer gewissen Elsbeth Bellartz. Zum Wegschmeißen! Haha, das tat er dann natürlich auch. Der letzte Bestandteil ist der Sozialhilfeempfänger Kalle, der auf dem Amt dann Catwoman trifft.. irgendwie kann man es nicht beschreiben ;-)
Das ganze Programm paßt noch nicht so richtig zusammen, aber die Einzelteile sind teilweise durchaus großartig. Ich glaube der Herr hat noch richtig Entwicklungspotential. Mir hat es jedenfalls wunderbar gefallen! SterneSterneSterneSterneSterne
Anbei eine Kostprobe:
Schneewante:

oder die Sprechübung (mein Favorit):

Actus Tragicus im Guckkasten

6 Bachkantaten im Opernhaus Stuttgart, vorgetragen von Opernsängern und einem Opernorchester. Das Bühnenbild besteht aus einem angeschnittenen Haus, in denen ca. 15 einzelne Szenen gespielt werden, die sich teilweise überschneiden und sich im Lauf der Aufführung wiederholen. Alltag. In diesem Haus schleicht der Tod umher (schwarzer Anzug, weiße Maske, schwarzer Hut) und beäugt die Bewohner. Das paßt gut zum Thema, alle Kantaten haben im weiteren Sinne das menschliche Ableben zum Thema. Wunderschöne Musik, kompetente Sänger und Musiker und was für’s Auge: sehr gelungen!
SterneSterneSterneSterneSterne

90% von 90% sind.. Frauen!

Nachdem ich neulich ein bisschen den ADAC gebasht habe, hatte ich es heute mit einem Vertreter desselben höchstselbst zu tun. Der machte eine Veranstaltung zum Thema Verkehrserziehung in der Grundschule. Die erste Stunde war für die Eltern. Ich also hin. Muß gestehen, er hat es richtig gut gemacht. Bequemlichkeit, Vorbildfunktion, Nachahmung, andere spezifische Wahrnehmung der Kinder usw. sehr plastisch und anschaulich vorgetragen. Ein kleiner Klopfer war dann doch noch dabei als er stolz verkündete, der ADAC habe gemessen, daß 90% all derer, die in verkehrsberuhigten 30er Zonen zu schnell fahren würden, die Anwohner selbst wären. Hmm, dachte ich da, wer außer denen fährt sonst noch dort rum? Und das beste, von denen wiederum wären die meisten.. wir ahnen es bereits.. Frauen?? Klar, die Typen sind zur Zeit wenn der ADAC seine Sensoren aufbaut vermutlich schon auf der Arbeit. Da war sie wieder, die Macht der Statistik.. leicht getuned :)

Lesung: Paul Auster, “Man in the Dark”

Von Paul Auster Büchern wurde hier schon einiges berichtet. Aus seinem neuestes Buch, “Man in the dark“, las er live am 2.10.08 im Hegelsaal der Liederhalle vor. Kurioser Andrang für eine Lesung, aber gerechtfertigt, wie ich fand. Vor und nach der Lesung fand ein kurzes Gespräch statt, in dem der Moderator Denis Scheck im ersten Teil auf das Buch, später leider mehr auf amerikanische Tagespolitik einging. Die Lesung selbst teilten sich Auster mit dem großartigen Sprecher Hans Peter Hallwachs, so daß die Passagen teilweise auf Deutsch und Englisch vorgetragen wurden (ohne Übersetzung), was ich für sehr gelungen hielt. Der Nachteil solcher Veranstaltungen für die des Englischen Mächtigen ist ja immer die Übersetzung, so daß man das Ganze doppelt hört. Die Gespräche selbst wurden zwar übersetzt, aber das hat Denis Scheck wirklich sehr überzeugend hinbekommen. So war es ganz seltsam, der Amerikaner blieb amerikanisch (sein einziger Kommentar zu Europa war: “here everything works“, es blieb bei einer Nabelschau ohne spürbares Interesse am Publikum oder Ort. Ich weiß ja, daß er es sich leisten kann. Es war nur eine leichte Enttäuschung. Wirklich positiv hingegen bleibt Denis Scheck in Erinnerung, der den Abend souverän und sehr humorvoll leitete. Das Buch selbst hatte ich leider bis zur Lesung noch nicht fertig, so daß ich an dieser Stelle noch nichts dazu sagen kann.

100 Jahre Wieslaufbahn

Mit soviel Publikum hatten sie trotz des sehr mäßigen Wetters kaum gerechnet, Wiesel und ein Museumszug (V100, BR 50) im kostenlosen Pendelverkehr zwischen Schorndorf und Rudersberg. Leider hatten (oder haben) mich ein paar böswillige Bazillen im Griff, so daß ich das Ganze eher etwas benebelt wahrnahm. In Rudersberg dann einen Geocache gehoben und in der zum Bierzelt umfunktionierten Triebwagenhalle Pommes (Kinder) und Torte (Erwachsene) verzehrt. Bei der Gelegenheit mit einem Verantwortlichen der Wieslaufbahn ins Gespräch gekommen. Öffentlich bezuschusst ist der Betrieb offensichtlich wesentlich weniger (<10%) als vermutet und fährt angeblich relativ rentabel. Auf die Frage wie es mit dem Streckenausbau bzw. der Wiedereröffnung Richtung Rudersberg aussähe wurde abgewunken, “des Johr bassiert do nix meh“. Schade irgendwie. Veranstaltet wird das Ganze übrigens von einer eigenen Gesellschaft, die mit den Betreibern des “Wiesels” nichts zu tun hat. Ein Befahren der Strecke bis Welzheim durch Nahverkehrstriebwagen macht seiner Aussage nach wirtschaftlich keinen Sinn, da sie nur bis 40 km/h freigegeben wird. Dann würde er für die kurze Strecke 40 Minuten brauchen und könnte nicht mal einen Halbstundentakt anbieten. Wenn es denn mal soweit ist. 2009.?
Auf dem Rückweg kam dann nochmal die Sonne heraus, nachdem man zwischenzeitlich mehrere Regengüsse ausgehielt. Ganz schön.

Fußball :)

Die EM scheint sich mal wieder sehr unterhaltsam zu gestalten. Ich liebe das ganze Drumherum, die Fähnchen, die Expertenmeinungen in der Kaffeeküche und das Tippspiel mit den Kollegen. Sogar meine Kinder finden Interesse am Fußballgucken aber ich nehme an, daß die treibende Kraft eher die Gelegenheit ist ein paar Minuten länger aufzubleiben. Das bisher unterhaltsamste Spiel gestern abend Niederlande – Italien führte außerdem noch dazu, daß der Innenstadt ein mehrstündiges Hupkonzert erspart blieb – vorerst.
Die Briten sind diesmal nicht dabei, obwohl sie eben noch die Champions League gewonnen haben. Tja, vielleicht wär’s besser gewesen, doch nicht alle Spieler einzukaufen. Oder man tritt halt nur mit “Großbritannien” anstatt 3 (oder 4?) einzelnen Teams zur Qualifikation an. Bündelung der Kräfte, das sollten sie doch seit Montomery wissen. Wir könnten z.B. auch die hessische oder thüringische Nationalmannschaft bilden – vermutlich mit ähnlichen Erfolgschancen. Andererseits, eine Gelegenheit zum Gratisfeixen ist auch immer wieder schön.