Interessantes III

Heute ein kurzer Rückblick auf die 4000+ Seiten, die ich in den letzten Monaten gelesen habe. Ich bin mir darüber im klaren, daß es möglicherweise Zeitverschwendung war.. Es geht um drei längere Buchserien, die aber alle für sich ein relativ packendes Moment haben, so daß ich am Ball geblieben bin.

Titel Was? Taugst was?
Cherie Priest: Clockwork Century Universe Bücherserie Hier war schon an anderer Stelle vom ersten Buch “Boneshaker” die Rede. Es geht um eine Parallelwelt des 19. Jahrhunderts im “Steampunk” Style. Ich habe inzwischen noch “Clementine” und “Dreadnought” aus der Serie gelesen. Hier werden andere Teile beleuchtet, die im ersten Buch nur am Rande vorkamen. In “Clementine” geht es im wesentlichen um eine Agentengeschichte, die sich um den Diebstahl eines Zeppelins dreht. In “Dreadnought” liegt der (ziemlich veränderte) amerikanische Bürgerkrieg und die Eroberung Nordamerikas mit der Bahn im Vordergrund. Super Einfälle hat sie, das muss man sagen. Die Hauptpersonen sind immer Frauen, die so gar nicht zum derben Drumherum passen wollen. Leider passieren hier viele Sachen, die einfach physikalisch nicht möglich sind oder man sich gar nicht mehr vorstellen kann. Der Trick ist ja, es darf durchaus phantastisch, schräg, kupfern dampfend und mit dem gelegentliche Zombie versehen sein, aber oben und unten sollte möglichst immer gleich bleiben. Das liegt nicht unbedingt an der Autorin. Ich tippe darauf, daß in dieser Preisklasse die Bücher einfach kein gescheites Lektorat durchlaufen. SterneSterneSterneSterneSterne
Ian Douglas: Star Carrier Bücherserie Wie würde man sagen? “Eigentlich” geil. Eben eigentlich. Es geht um die Erdlinge, die seit vielen Jahrzehnten einen interstellaren Krieg gegen die Hilfsvölker einer nicht in Erscheinung tretenden fremden Intelligenz stehen. Mit dem berühmten General Koenig an der Spitze der Flotte kann die Erde ihren ersten Befreiungsschlag nach endlosen Niederlagen führen. Und von dort an geht es bücherweise mehr oder weniger wieder aufwärts. Das Ganze ist sehr flott geschrieben und von einer Menge guter Einfälle durchsetzt – zu allererst nämlich der, daß die Aliens nicht unbedingt Zweibeiner sein müssen, die halbwegs so denken wie die Leute von der Erde. Das führt zu allerhand Mißverständnissen und merkwürdigen Rahmenbedingungen, vor allem bei Verhandlungen. Weniger gut ist die schlecht redigierte, lektoratfreie und schlampige Erzählweise. Wiederholungen von technischen Details sind an der Tagesordnung, technische Möglichkeiten ändern sich zwischen zwei Büchern und manchmal merkt man geradezu, daß es jetzt ans Seitenfüllen geht. Daher: Wer schnell lesen kann und auf Space-Military steht ist hier richtig! SterneSterneSterneSterneSterne
Jack Campbell: The Lost Fleet (Series) Bücherserie Hier haben wir wieder Space Military. Diesmal stecken die ehemaligen Erdlinge, die inzwischen einen großen Bereich besiedelt haben, in einem bereits über 100 Jahre andauernden Bürgerkrieg. Die Story steigt ein, als ein aus dem gefrorenen Tiefschlaf in einer Rettungskapsel aufgeweckter ehemaliger Kommandant plötzlich die Flotte führen muss – heraus aus einer scheinbar zugeschnappten Falle. Bücherweise kämpft sich nun die immer mehr schrumpfende Armada zurück in Richtung der Heimat. Das ist technisch zwar viel besser und einheitlicher gelöst, leider fehlen hier die richtig großen Einfälle, so daß man irgendwann die einzelnen Bücher nicht mehr auseinander halten kann. Ich habe dann einfach aufgehört. Aber wenn man’s mag, ist hier für einige Abende sehr gute Unterhaltung geboten. SterneSterneSterneSterneSterne

Zusammenfassend beachte man bitte die blauen Sterne – das hier alles ist nur für Fans! :-)

Closing the circle..

Interessantes III:

Titel Was? Taugst was?
Dave Eggers: The Circle Buch Eine düstere Zukunftsdystopie. Ha, endlich kann ich auch mal dieses Wort verwenden! In nicht sehr weiter Zukunft hat ein neuer Konzern Google und Facebook geschluckt und die Kontrolle über das Netz erlangt. In wohltätiger Manier (Sicherheit! Offenheit! Klarheit! Ehrlichkeit!) soll eine neue Weltordnung geschaffen werden. Es geht also schon wie in Anno 1984 um das Gleichgewicht zwischen Privatsphäre und Gemeinwohl. Dabei begleitet die Geschichte eine Berufsanfängerin, die in der Firma eine steile Karriere hinlegt und schnell großen Einfluß erlangt. Leider kann die Erzählweise mit den Ideen nicht immer ganz Schritt halten, so daß es leider auch eher langatmige Kapitel gibt. Der Realität sehr nahe waren für mich die Tatsache der allgegenwärtigen WebCams und Kamera-Dronen, die bereits heute (wenn auch in extrem geringem Umfang) Realität sind und die damit verbundene Manipulation des menschlichen Verhaltens (man kann mich sehen!). Eine andere sehr gute Idee, die das Buch leider nicht ganz in die Tiefe verfolgt ist die Aussichtslosigkeit, an der digitalen Gemeinschaft nicht teilzunehmen (opt-out). Wir erleben das inzwischen zum Beispiel bei der Abgabe der Steuererklärung, dem Online-Banking und wahrscheinlich schon bald mit DE-Mail und der digitalen Briefwahl. Ein netter psychologischer Moment war auch der Umgang der Hauptfigur mit Dislikes, “frowns”, also Personen die sie bekanntermaßen nicht gut finden. Obwohl gering in der Zahl, verursachen sie gehörige Paranoia. Leider wurde auch dieses Thema nicht weiterverfolgt. Trotz dieser kleinen Schwächen aber ein sehr interessantes Buch, das den Kopf mit allerlei neuen Ideen füllt. SterneSterneSterneSterneSterne

Interessant oder nicht? – II

Hier finden wir wieder eine kleine Übersicht, was lohnt und was net? Leider lohnt sich diesmal ziemlich viel net.

Titel Was? Taugst was?
300: Rise of an Empire 3D Film In’s Kino getappt, weil da isst man ja gern (Popcorn). Popcorniger wirds wirklich nicht, ich hatte nach 15 Minuten die “Mittel”-Tüte leer. Leider 3-D, wieder mal versehentlich überrascht worden. Der Film ist leider auch ziemlich schrott, stellt euch den ersten Teil von “300” vor, ohne Schauspieler, nur mit Komparsen. Dazu noch Action, die CGI-mäßig kaum überzeugt. Ist euch auch schon aufgefallen, daß Raumschiffe zwar super klappen, aber alles was mit Wasser zu tun hat eigentlich nie? Irgendwas sieht da immer komisch aus. So wie hier 90 Minuten lang. SterneSterneSterneSterneSterne
B.V. Larson: “Mech Buch Das ist ein Science Fiction wie ein Drehbuch zu einem Videospiel. Ziemlich viel Geballer, ziemlich übermächtige Aliens, zuviel von allem, zu wirr das Ganze. Hätte man auf die Hälfte verzichtet, hätte das was werden können SterneSterneSterneSterneSterne
Sue Grafton: “W is for Wasted” Buch Ein Exemplar eines Serien-Krimis. Ich bin nicht so der Krimi-Leser, der hier ist aber nett, die Hauptfigur sympathisch und es geht ab und zu ums Essen. Solide! SterneSterneSterneSterneSterne
Lois McMaster Bujold: Shards of Honor Buch Science Fiction. Ziemlich packender Auftakt einer Serie, von der ich bisher allerdings kein weiteres Buch gelesen habe. Es passiert richtig viel, viele Worte sind es nicht, aber sie sind sehr treffend. Ein Kosmos wird aufgespannt, und dass man sich nach 100 Seiten bereits darin zuhause fühlt muss als Qualitätsmerkmal gelten. SterneSterneSterneSterneSterne
John Irving: Last Night in Twisted River Buch Kurz gesagt: Hier wurden hohe Erwartungen leider etwas enttäuscht. Ich finde Irving toll, aber das ist eins der schwächeren Bücher. Zu lang, zu detailliert, zu langsam. Hin und wieder sind absolut geniale Szenen dazwischen, aber mir leider zu selten. Trotzdem möchte ich es vorsichtig empfehlen :-) SterneSterneSterneSterneSterne

Bücherwurm

Ein E-Book Bücherwurm? Book-Bug? Bin ich nicht, aber ich habe mich durch fast alle Bücher des Humble-Bundle gewurmt und dazu noch ein paar andere. Hier die Sammlung. Wil Wheaton’s “Just a geek” hatte ich schon, ist aber auch (mit Abstand) das Schwächste der Serie.

Titel Was? Taugst was?
Orson Scott Card, “Ender’s Game Buch Science Fiction der gar nicht so ganz theoretischen Art. Jugendliche (Kinder) Superhirne sollen die Raumschiff-Flotten führen und die Erde vor der Zerstörung retten. Wie behandelt man Kinder, wenn sie eine militärische Ressource werden? SterneSterneSterneSterneSterne
Peter S. Beagle, “The Last Unicorn Buch Wenn man eine Fantasy-Geschichte “surreal” nennt, ist das doppelt gemoppelt. Hier kann ich es aber nicht anders beschreiben. Sehr zartfühlend und lesenswert! SterneSterneSterneSterneSterne
Cory Doctorow, “Little Brother Buch Vor Snowden und dem NSA Skandal geschrieben geht es hier um einen fiktiven Terroranschlag und die digitalen Folgemaßnahmen. Das Lachen bleibt einem im Hals stecken. Sehr gut zu lesen, prima Schreibstil SterneSterneSterneSterneSterne
Douglas Rice, “Voices from the Korean War Buch Nach dem WKII sterben jetzt die Veteranen des Korea-Kriegs (1951-53) langsam aus. Dieses Buch ist eine Zusammenfassung von Erfahrungsberichten amerikanischer Armeeangehöriger. Leider sind nur wenige davon noch in der Lage, ihre Erlebnisse in ausreichend lesbarer Form wiederzugeben. So ist es eher ein Projekt zu sehen mit dem Ergebnis einer mehr oder weniger vagen Erinnerungssammlung. Nicht für jeden geeignet. SterneSterneSterneSterneSterne
Dan Brown, “Inferno Buch Dan Brown’s Superstar Robert Langdon macht einen Tagesausflug nach Florenz. In bekannter James-Bond Manier, aber mit teilweise ganz unterhaltsamen geschichtlichen Einlagen. Wer etwas für den Strand sucht, ist damit richtig bedient. Kann es dann auch da liegen lassen. Solider Mainstream. SterneSterneSterneSterneSterne
Max Brooks, “World War Z: An Oral History Buch Hier hatte jemand den Einfall, eine globale Zombie-Epidemie als historische Interview-Sammlung zu präsentieren. Dadurch ergibt sich langsam vervollständigendes Stückwerk ohne zentralen Handlungsfaden. Sehr gute Idee, stellenweise etwas mühsam zu lesen. Ebenfalls erfolgreich verfilmt worden SterneSterneSterneSterneSterne
Cherie Priest, “Boneshaker Buch Wenn man Steampunk liebt und das ganze mit einer Art zombie-durchsetzen Endzeit-Geschichte verquirlt, achja, ein Krimi ist auch noch dabei, dann müßte etwa das dabei herauskommen. Es gibt sogar Zeppeline! Warum wird nie so ein Buch verfilmt?? SterneSterneSterneSterneSterne

Interessant und nicht ganz so interessant..

Traditionell habe ich hier immer wieder von Filmen, Büchern, Spielen, Hardware usw. berichtet und mit meinen lustigen Sternen SterneSterneSterneSterneSterne bewertet. Ich war ein bisschen faul und daher hat sich eine ganze Menge angesammelt. Hier kommt eine kleine Liste mit wie ich hoffe ein paar guten Tips.

Titel Was? Taugst was?
A.D. Miller, “Snow Drops Buch Wenn man ein bisschen besser verstehen will, warum Rußland so ist wie es ist muss man das hier lesen. SterneSterneSterneSterneSterne
Wil Wheaton, “Just A Geek” E-Book Ein Teil des letzten Humble-E-Book-Bundle. Teils interessante Einblicke aus Perspektive eines Schauspielers, sonst etwas narzißtische Selbstbedröppelung, die man genausogut auf der Webseite nachlesen kann. Es liest sich aber ganz locker. SterneSterneSterneSterneSterne
Wolverine – Weg des Kriegers Film Popcorn-Kino von dem (fast) nichts in Erinnerung bleibt. Eine weitere völlig inhaltsbefreite Comic-Verfilmung: Gähn! SterneSterneSterneSterneSterne
Kai Thomas Geiger: AutoReverse Buch Ein Buch wie eine Zeitreise. Man muß nur ein paar Details austauschen. z.B. Manu mit Rofa. Geil. SterneSterneSterneSterneSterne
Tom Wolve: Back to Blood Buch Nicht ganz einfach zu lesen, aber wenn man mal unterwegs ist, sehr lohnenswert. Hier gehts um Rassismus pur! Miami: Kubaner, Schwarze, Haitianer. Achja, ein paar Weiße gibt es auch noch. Sehr sehr spannend und mal nicht so moral-sauer wie die Multi-Kulti Diskussionen hierzulande. SterneSterneSterneSterneSterne
Paulette Film Absolut herzerfrischender französischer Film über eine alte Dame, die neue Geldquellen erschließen muss. SterneSterneSterneSterneSterne
Shootout (mit Stallone) Film Oh man dazu fällt mir gar nix mehr ein. Ein Film aus der Reihe Schnellverdrängung. Rumms! *blam*blam*blam* SterneSterneSterneSterneSterne

(bin begeistert wie gut WordPress mit HTML Tables umgeht..)

A Song of Ice and Fire – ein Quartal

Swift as a deer.

Alles fing damit an, dass ich eine Empfehlung bekam: “Diese Fernsehserie schau dir an, wenn du auch sonst nie was anschaust. Aber die musst du sehen!”
Irgendwann tat ich das auch und war sofort hin und weg. Diese HBO Edel-Produktion (nicht zu verwechseln mit Ser Edel) ist neben wenigen anderen Serien ein absoluter Meilenstein. Eigentlich sagen mir mittelalterliche Fantasy-Themen nicht sonderlich zu. Aber hier mache ich eine Ausnahme. Doch dann: Auftritt meines Ex-Kollegen beim Mittagessen. “Verfilmt? Pah, die Bücher, die musst du lesen. Ich hab sie schon zwei Mal durch!” Von den Büchern gibt es bisher 5, jeweils an die tausend Seiten stark. Dieser Mann hatte also schon richtig Zeit investiert. Ich also bei Amazon geordert und dann den Festmeter Holz angegriffen. Ein Quartal später habe ich alles was verfügbar war konsumiert, Zeit für ein kleines Resümee. Ich bin hier auf der sicheren Seite, wenn man die Erscheinungstermine extrapoliert, kann man sicher nicht vor 2014 mit dem nächsten Buch (“The Winds of Winter“) rechnen.

Quiet as shadow.

Worum geht es also? Es ist die Geschichte des fiktiven Landes Westeros, das Land der 7 Königreiche. Geschichtlich übertragen würde das Leben etwa mittelalterlich sein, ich würde sagen so um das Jahr 1200 herum. Hier gibt es Ritter und Burgen, Seefahrer, Vasallen und freie Städte, aber auch mythische Elemente wie Drachen, Nachrichten übermittelnde Raben, Menschen, die sich das Bewußtsein von Tieren zu eigen machen können, Magier und die mysteriösen “Others”, eine Art Horde Untoter, die im Schutz der Kälte aus dem Norden kommt. Die Handlung besteht im Wesentlichen aus dem Kampf um die Vorherrschaft in diesem Land, die mit Hilfe von Kriegen, Heiraten und Intrigen häufig den Besitzer wechselt. Keine Fraktion hat eine wirklich übermächtige Position, so daß ständige Wendungen die Regel sind. Die Handlung wird nicht durchgängig erzählt, sondern jeweils aus der Sichtweise einzelner Protagonisten. Das passiert teilweise parallel, an anderer Stelle durch “Hörensagen”, so dass man den Fortgang der Handlung dann beispielsweise durch eine Nachricht oder ein Kneipengespräch am Rande mitbekommt. Klingt umständlich, funktioniert aber im großen und ganzen richtig gut. Einzelne Figuren wachsen einem nach einiger Zeit richtig ans Herz, wie z.B. der zwergenwüchsige Tyrion Lannister, dessen Hauptbegabung Intrige und schlaue Sprüche sind oder Arya Stark, ein kleines Mädchen das, ständig auf der Flucht, eine Odyssee durch Westeros erlebt bis sie schließlich als.. nein, das verrate ich nicht :-)

Fear cuts deeper than swords.

Die Fernsehserie:
Die erste Staffel setzt Maßstäbe im Bezug auf Ausstattung, schauspielerischer Leistung, Vorlagentreue und, ich würde fast sagen Detailverliebtheit. Es geht auch noch irgendwie, denn die Vorlage ist relativ übersichtlich und baut einen kontinuierlichen Spannungsbogen auf. Was danach kommt allerdings.. ich habe es aufgegeben, denn ich glaube nicht, daß irgendjemand genau verstehen kann, was sich eigentlich wirklich abspielt. Zuerst also Buch lesen, dann geht es einigermaßen. Im Film, wie im Buch taucht z.B. die Figur des Stannis Baratheon halbwegs unmotiviert auf. Warum er in der nächsten Folge auf einmal auf See ist, nachdem sein Bruder ermordet wurde und alles, was auf die Schlacht von Blackwater Bay zuläuft erzeugt eher Kopfkratzen. Ich hätte jedenfalls ohne meine Vorbildung nicht viel verstanden. Nächstes Jahr soll es mit der dritten Staffel weitergehen, 10 Folgen, die das Buch “A Storm of Swords” abbilden.. keine Ahnung, wie das gemacht wird ohne die Hälfte wegzulassen bzw. zu verdrehen. An dieser Stelle kann ich nur wärmstens die Lektüre (für die Leseschwachen wegen mir auch die Hörbücher) ans Herz legen. Wenn man einen Vergleich zum Herrn der Ringe ziehen mag, fällt hier die TV Umsetzung doch stark ab, so sehr sie sich auch bemüht, die Vorlage einzufangen.
Trotz allem Gemecker, für manche Figuren hat der Produzent einfach die perfekten Schauspieler gefunden. Meine Favoriten:

  1. Tyrion Lannister (Peter Dinklage)
  2. Catelyn Stark (Michelle Fairley)
  3. Lord Commander Jeor Mormont (James Cosmo)
  4. Theon Greyjoy (Alfie Allen)
  5. Queen Cersei Lannister (Lena Headey)

Quick as a snake.

Gibt es auch was zu meckern? Ich krittele gern an Sachen herum, das ist bekannt. In diesem Fall gibt es aber nicht viel zu sagen. Ich halte den Einstieg für schwer, denn zu Anfang wird die Welt gleich riesig aufgespannt, deren Akteure man erst nach und nach genauer kennenlernt. Man wünscht sich öfter eine Landkarte, gerne im Schulklassenformat an der Wand, wenn man mal wieder unsicher ist, wo genau sich eine Stadt / Land / Fluß gerade wieder befindet. Da die Geschichte immer mehr in die Breite geht, hat man spätestens Ende Buch 3 sehr viele Fäden in der Hand. Und schade ist dann, daß gerade oft “langweiligere” Fäden detailliert weitergesponnen werden und manche interessanten Dinge aus meiner Sicht viel zu schnell abgehandelt werden. Ein Beispiel wäre da die Ereignisse rund um die Iron Islands und die Eroberung von Meereen. In Band 4 und 5 ist die Geschichte dann so breit, dass die Bücher chronologisch parallel ablaufen, was ich für etwas unglücklich halte. Hier hätte eine Reduzierung bei manchen schier endlosen Reisebeschreibungen (z.B. Brienne und Tyrions Flucht) ganz gut geholfen.
Last but not least sinkt die Qualität mit jedem Buch ab. Das fällt nicht so richtig auf, denn man wird immer mehr in die Geschichte eingesaugt, aber allein was Band 1 an Dialogen bringt, kommt in den folgenden 4 Büchern zusammen in der Qualität nicht mehr an. Man merkt den Bänden einfach auch die schiere Masse an. Ich glaube, R.R. Martin änderte zwischendrin immer wieder den ganz großen Zusammenhang, was man an gewissen unzusammenhängenden Elementen merkt. Oder man weiß nicht richtig, was er mit den Figuren noch anfangen soll/wird, die dann teilweise wieder in der Versenkung verschwinden. Aber davon ab, das war mit die beste Lektüre seit langem, die ich sehr genossen habe. Warum gibt es solche Bücher nicht von deutschen Autoren?

Calm as still water.

Hodor?! Hodor! SterneSterneSterneSterneSterne

Konsumrausch

Heute gibt es eine längliche Aufzählung allerlei Bücher und Filme, die in letzter Zeit meinen Weg kreuzten.
Da wäre einmal “Freiheit“, von Jonathan Franzen, ein dicker Schmöker von einem Familienroman der gottseidank keine Südstaatenfarm sondern das Leben einer ziemlich liberalen Familie im zeitgenössischen Amerika zum Inhalt hat. Diese wird auf Hunderten von Seiten in ihre Bestandteile zerlegt, was nicht zuletzt wegen des sehr flüssigen Schreibstils sehr gut zu lesen ist. Jeder hat ein Skelett im Schrank und sie werden in diesem Buch alle hervorgeholt. Gefiel mir außerordentlich gut. Will nicht sagen dass es der Wiedererkennungswert ist ;-) sondern dass man in die Figuren fast hineingesaugt wird.
SterneSterneSterneSterneSterne.
Dann dagegen grottenschlecht die Schreibe von Jochen Seibold. “Immer nur Maultaschen” heißt das Buch, das mir meine Schwiegermutter zum Geburtstag schenkte. Man fasst sich immer wieder an den Kopf beim Anblick mancher Formulierungen, tut aber dem Lesespaß wenig Abbruch. Ein plakativ assiger Immobilienhai treibt es auf die Spitze und wird von einer alten Frau mittels einer Laugenseele(!) mit einem Schwabenfluch belegt: Fortan geschieht immer ein Unglück, sei es, er beißt in eine Brezel oder der LkW der “Schwabenreinigung” kreuzt seinen Weg. Die bekannten Schauplätze in Stuttgart machen Spaß und man verfolgt seine Heilung mit Schmunzeln.
SterneSterneSterneSterneSterne
Jetzt zweimal völliger Schwachsinn: Fast and Furious 6, komischer Autofilm in dem es irgendwie um einen Einbruch geht. Richtig kapiert hab ich es nicht. Man muss sich das einmal vorstellen: Alle wichtigen Ingredienzien sind beisammen: Schöne Frauen, schnelle Autos, vernünftiger Soundtrack und die Kulisse von Rio. Action pur und doch ist es irgendwie nur langweilig. Wie kann das angehen?
SterneSterneSterneSterneSterne
Noch bitterer sind die zwei Stunden, die man bei Battle LA. aushalten muss. Das ist so eine seltsame Mischung zwischen einem Army Werbevideo und einem Trailer für einen 1st person shooter. Bloß ohne Schauspieler. Autsch! SterneSterneSterneSterneSterne Mönsch, jetzt hab ich nur einen Stern vergeben, ich hab eigentlich nichts gegen solche Filme.
Ein Lichtstrahl dagegen die leise Geschichte “Winter’s Bone“. Der kann auf alle Effekte verzichten. Eine Siebzehnjährige (Ree) lebt irgendwo in Kanada oder der nördl. USA unter ganz armseligen Verhältnissen im Wald. Sie muss sich um ihre beiden kleineren Geschwister und die Mutter kümmern, die komplett gaga ist. Als ob das nicht schon reicht taucht der Sheriff auf der verlangt, dass der Vater einen Gerichtstermin wahrnimmt. Falls er den verpasst, verfällt die Kaution und die Familie damit ihre Bleibe. Nur, wo steckt der Vater? Ree macht sich auf die Suche und kommt bei den blockenden Nachbarn und Verwandten nicht recht weiter. Was ist passiert, was ist ihr Vater für ein Kerl? Das schält sich langsam heraus.. man könnte den Film deprimierend nennen aber das ist er nicht. Am besten gefiel mir die Stimmungs-“Aura”, die von den durchweg ordentlichen Schauspielern ohne Schnitzer über die gesamte Länge überzeugend vorgetragen wird. Klingt seltsam? Keine Ahnung, am besten selbst reingehen! :)
SterneSterneSterneSterneSterne
Kaum hat man was Nettes gesehen, gibt es wieder einen Tiefschlag: “Little Red Riding Hood” ist eine aktuelle Verfilmung von Rotkäppchen und der böse Wolf. Rotkäppchen ist ein glubschäugiges Girlie die .. tja.. meistens intensiv dreinschaut und sich nicht zwischen zwei Mitgliedern einer Boy-Band entscheiden kann. Mittendrin gibts noch einen Wolf aber mehr zu schreiben ist dieses Machwerk einfach nicht würdig. Bäh!
SterneSterneSterneSterneSterne
Zuguterletzt: “Clockers” von Richard Price. Ich mag eigentlich keine Krimis aber der hier ist mehr was man eine Milieustudie nennen würde. Das Buch ist schon vor 20 Jahren erschienen, hatte keinen großen Erfolg und wurde erneut aufgelegt. Das merkt man kurioserweise nur an den Autotypen und daran, dass die Gangster mit Münztelefonen und Pagern kommunizieren statt mit Handys. Es geht darum, dass ein Kleindealer (“Strike”) von seinem Scheff das Angebot erhält aufzusteigen – dazu muss er nur denjenigen, den er ersetzen soll beseitigen. Nachdem er feststellt, dass er dazu nicht in der Lage ist, ist der Betreffende auf einmal umgebracht worden.. nur, von wem? Der ermittelnde Polizist ist überzeugt, dass es nur Strike gewesen sein kann – nur der wurde von dem Toten ebenfalls überrascht. Die Stärke des Buchs liegt in der behutsamen Erzählweise und der Einfühlsamkeit auch für kleinere Figuren. Price braucht nur wenige Sätze, um sie überzeugend zum Leben zu erwecken, eine seltene Fähigkeit. Kann ich sehr empfehlen!
SterneSterneSterneSterneSterne

iPhone und Apple

In meinem “offiziellen” Job bin ich nun seit 8 Wochen (mit einigen Unterbrechungen) mit Softwareentwicklung für das iPhone beschäftigt. An dieser Stelle möchte ich kurz meine bisherigen Erfahrungen resümieren. Vorausschickend noch anzumerken ist, daß sich vieles wie Meckerei anhört. Das sollte nicht so sein. Ich bin dem Apple-Virus nicht anheim gefallen, verwende die Geräte privat nicht und habe daher einen neutralen Standpunkt. Es geht nicht darum, ob iPhones cool oder praktisch sind. Eher, was passiert wenn man dafür Software entwickelt.

iPhone Entwicklung – lohnt sich das denn?
Die Frage aller Fragen. Angesichts der unüberschaubaren Flut an Apps im Apple Store kann das Gefühl entstehen, daß dieser Markt komplett gesättigt ist. Das stimmt allerdings nicht, denn es werden immer noch Neugeräte (und damit Apps) verkauft. Allerdings – um “entdeckt” zu werden muß man entweder kostenlos (Blödsinn, wir wollen Geld verdienen) oder sehr gut sein. Wer früh kommt, verdient allerdings auch mit simpelsten Anwendungen Geld. Inzwischen geht das aus meiner Sicht für den Apple-Store / Consumermarkt nur dann, wenn es nur wenig Konkurrenz für die “Idee” gibt. Man muss berücksichtigen: Wenn man, sagen wir, in 2 Wochen eine sehr einfache App entwickelt (ganz optimistisch gerechnet) bei einem hiesigen, sehr konservativen Tagessatz von 500€ und noch die Hardwareeinstiegskosten (iMac Mini + iPod = 1.000€) + 100€ Entwicklerlizenz dazunimmt, liegt man bei einer initialen Investition von 6.100 €. Setzt man 1€ an muss die App 8.714-mal heruntergeladen werden (Apple Steuer: 30%), bevor man den break even erreicht. Ab diesem Zeitpunkt verdient man Geld. Aber nicht vergessen: Das ist der Consumer-Markt. Man ist zum Support verpflichtet. Bekommt man von nur einem Promille aller Anwender eine E-Mail (ganz dolle optimistisch), muß man bis zu diesem Punkt schon 8 Supportanfragen bearbeiten. Oh, lala. “Läuft” es einmal, wird die Anwendung in der Regel sehr schnell gecrackt und Plagiate tauchen auf, wie Kollegen von mir schon erfahren haben. Die Verkaufskurve zeigt dann unwillkührlich wieder nach unten. Ein großer Vorteil soll natürlich nicht verschwiegen werden. Als Entwickler im stillen Kämmerlein hat man mit dem AppStore eine fantastische Vertriebskette zur Verfügung. Die Kunden müssen nicht mehr gefunden oder geworben werden. Falls, tja, falls sie einen innerhalb der derzeit rund 200.000 angebotenen Apps selbst finden. :-)
Jetzt entwickeln wir nicht für den Consumer-Markt. Wir haben Geschäftskunden, die Masse ist nicht entscheidend. Allerdings bleibt die Gerätevielfalt dieselbe. Zur Anwendungsentwicklung auf einem Endgerät existiert eine preiswerte Alternative, und zwar die Implementierung einer für mobile Geräte optimierten Webseite. In vielen Fällen müssen ohnehin online auf Geschäftsdaten zugegriffen werden, eine Internetverbindung ist also erforderlich. Und ob HTC/Android, Berry oder iPhone, es läuft überall (mehr oder weniger ansehnlich) gleich. Im Funkloch tut sich dann nichts mehr, aber das ist dann vom Anwendungsfall abhängig. Man prüfe also, ob man sich das antun will ;)

Restriktionen
In der Apple-Welt lebt man auf einer Insel. Das ganze System ist darauf ausgelegt, dass der Anwender und der Entwickler ausschließlich Apple-Komponenten verwenden. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an, wie dem Anschluß einer herkömmlichen PC Tastatur an einem Mac mini. Oder die Darstellung der Apple-Dokumentation in anderen Browsern außer Safari. Oder der Verbindung zu Windows Shares im Finder. Lauter kleine Ärgernisse, die man zwar irgendwann durch Googelei lösbar sind, aber trotzdem nerven, weil es sich um bewußt ausgelegte Stolpersteine handelt. Wer will sich schon gern die Arbeitsweise vorschreiben lassen. Ganz extrem ist natürlich dann die Entwicklungsumgebung fürs iPhone, ausschließlich mit XCode auf einem Mac Betriebssystem. Das hat keine technischen Gründe. Besonders zynisch dabei ist aus meiner Sicht, daß die darunterliegenden Komponenten aus der Unix-Welt stammen und wie der GCC beispielsweise der GPL unterliegen. Alles sicherlich rechtens, komisch riechen tut es trotzdem.

Entwicklung
Wie entwickelt man denn nun? XCode entpuppt sich als vollwertige und moderne Entwicklungsumgebung. In der Produktivität bleibt das Programm trotzdem meilenweit hinter Visual Studio zurück, was an dem umständlichen Debugger und am Fehlen von Funktionen wie “Edit & Continue” und der etwas zähen Intellisense Unterstützung liegt. Objective-C hätte ich mir schlimmer vorgestellt, ich habe mich trotz meines etwas vorgerückten Alters relativ schnell damit zurechtgefunden. Aber die Bibliotheksfunktionen! Immer wieder herrlich, wenn man selbst primitive Dinge wie das Zusammenfügen von Strings in der Doku nachschlagen darf, nur weil man den Funktionsnamen wieder vergessen hat. Man merkt auch, daß die Programmiersprache nur auf C übergestülpt ist. Probleme wie die Korruption des Speichers oder Stacks, Zugriff auf de-allokierte Objekte und ähnliche Schweinereien die ich schon ziemlich verdrängt hatte sind wieder an der Tagesordnung. Mit den damit verbundenen Programmabstürzen. Es ist problemlos möglich, eine Maske im Interface Builder so zu konfigurieren, daß das Programm an einer vollständig irreführenden Stelle einfriert. Nicht falsch verstehen. Das ist alles lösbar, nur würde man seine Zeit gern für andere Dinge verwenden. Im Grunde wird man ständig daran erinnert, daß man nicht wiederverwendbare Fähigkeiten für eine Insellösung aufbaut. So könnte man natürlich auch bei .NET, Java und ähnlichem argumentieren, nur sind die Inseln dort eher.. Kontinente.

Lernen
Wie ein guter Student habe ich mir zunächst ein Buch bestellt. “iPhone SDK Application Development” von Jonathan Zdziarski. Ein ehemaliger iPhone Hacker, ich dachte, das ist ganz sinnvoll. Leider erfüllte es nicht ganz meine Erwartungen. Die API hat sich inzwischen etwas verändert, so daß viele Beispiele etwas veraltet sind. An vielen Stellen hätte ich mir auch etwas mehr Tiefe gewünscht, dafür dann evtl. andere Bereiche wie Audio weggelassen. Auch der Index hilft nur begrenzt bei Problemen. Ein Buch im Sinne eines “Cookbook”, wie es für viele anderen Sprachen gibt ist sicherlich sinnvoller für den Einsteiger. Für Detailfragen muß man ohnehin auf Google zurückgreifen. Ich frage mich inzwischen ernsthaft, ob Bücher in dieser Form überhaupt noch einen praktischen Nutzen haben, außer auf der Biographie des Autors einen äußerst positiven Eindruck zu hinterlassen. (SterneSterneSterneSterneSterne).

Fragebogen


Es kommt äußerst selten vor, daß ich mehr als ein halbes Jahr brauche, um ein Buch zu beenden. Hier war es der Fall, aber nicht etwa, weil es so schrecklich zäh zu lesen war. Hier werden 15 Software-Entwickler interviewt, die zu ihren Schaffenszeiten (oder teilweise immer noch) entscheidende Beiträge zur Entwicklung meiner Branche beitrugen. “Coders at Work“, die Fragen stellte Peter Seibel, der als Entwickler (mehr oder weniger) auf Augenhöhe andere Fragen als “und was machen Sie so in Ihrer Freizeit?” stellen kann. Allen Teilnehmern werden mit fast denselben Fragen konfrontiert,was dann mehr oder weniger gut in den Gesprächsverlauf passt. Das führt leider auch zu etwas Monotonie. Ich möchte hier gar nicht so sehr den Inhalt berühren, es ist sicherlich für jeden interessant, der halbwegs gut englisch lesen kann und ein bißchen Erfahrung mit Softwareentwicklung hat. Spannend war für mich, wie mir beim Lesen relativ schnell bewußt wurde, mit welchen Leuten ich keine Probleme hätte zusammenzuarbeiten – und welche wohl entsetzlich eingebildete Nerds sein müssen. Das ergibt sich fast sofort auf den ersten Seiten der jeweiligen Interviews. Woran das liegt? Manche haben keine Probleme, über eigene Fehler zu sprechen (das sind die Stellen, an denen man wirklich reflektieren und aus dem Buch Knowhow schöpfen kann), andere vermitteln den Eindruck als fleischgewordene Programmiergenies über allen wesentlichen Problemen zu stehen. Es ist erstaunlich, daß gerade Koryphäen wie Donald Knuth direkt in der ersten Gruppe zu finden sind. Die Interviews mit den Teilnehmern der zweiten Gruppe machen das Buch dann anstrengend zu lesen – und langwierig, denn ich wußte ja vorher schon, daß früher eigentlich alles besser war ;-)
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Leserei

Ein paar (biestige) Bazillen haben mir die Gelegenheit verschafft, mit durch ein paar Bücher zu wühlen. Evtl. ist mein Urteilsvermögen etwas in Mitleidenschaft gezogen, also nichts auf die Goldwaage legen.

  • Tommy Jaud: Hummeldumm: Wer mit dem Begriff “fremdschämen” noch nichts anfangen kann möchte ich die Lektüre besonders ans Herz legen. Deutsche, in ihrer Zusammensetzung hoffentlich einzigartige Reisegruppe in Namibia nimmt alle möglichen Peinlichkeiten mit. Die Ideen sind ganz nett, man könnte sich den Text auch gut als fortgesetzte Kolumne vorstellen. Fazit: tiefgangfreie Qualitätsheiterkeit. SterneSterneSterneSterneSterne.
  • Adam Davies: Goodbye Lemon. Gefühlvolle Geschichte einer Familienvereinigung nach vielen Jahren. Anlaß ist der plötzliche Pflegezustand des Vaters. Wegen des frühen Todes eines Bruders stehen sich alle unversöhnlich gegenüber bis irgendwann die Wende doch noch gelingt. Jeder bastelt sich offensichtlich seine eigene Vergangenheit zurecht. Das klingt alles nach viel Herzschmerz, kommt aber sehr direkt und ohne Peinlichkeiten herüber. Gefiel mir gut. SterneSterneSterneSterneSterne
  • Jaques Berndorf: Eifel-Träume. Noch einer aus der Reihe. Kein großer Unterschied zu den anderen. Immer dieselben Ideen, aber leicht und schnell zu lesen. SterneSterneSterneSterneSterne
  • Stef Penney: Die Zärtlichkeit der Wölfe. Der Titel scheint mir hier etwas verunglückt. Kanada im 19. Jahrhundert, irgendwo in der Wildnis. Ein Mann wird im Winter tot aufgefunden und die Ermittlungen nehmen ihren Verlauf. Etwas zuviel Erzählstränge, von denen einige ins Nichts führen, nicht ganz glaubwürdige Figuren, Recherche, naja. Eine Karte hätte auch nicht geschadet. Ich war am Ende ziemlich enttäuscht, hätte man die Figuren etwas eingedampft und das Ganze mehr fokussiert wärs vielleicht was geworden. Naja! SterneSterneSterneSterneSterne
  • Markus Zusak: Die Bücherdiebin. Den Knaller habe ich mir für den Schluß aufgehoben. Es geht um die Geschichte eines jungen Mädchens, das während den Kriegsjahren in einem Münchner Vorort aufwächst. Mit den kurzen Absätzen und wenig Seiten langen Kapiteln wirkt es zunächst etwas konstruiert. Aber sehr filigran konstruiert. Der Autor schafft es, die Geschichte aus dem Blickwinkel des Todes (der Ich-Erzähler..) zu präsentieren, und es gelingt grandios. Ich frage mich immer was das ist, was die Figuren in manchen Büchern (diesem zum Beispiel) fast schon erschreckend lebendig macht, während sie in anderen Romanen (s.o.) eher wie Pappkameraden daherkommen. Dadurch ging es mir auch sehr ans Herz. Sehr empfehlenswert. Dass dieses Buch im Übrigen ausgerechnet ein Australier schreibt und hier in der Übersetzung erscheinen muss, finde ich unglaublich. SterneSterneSterneSterneSterne