C-Berry28

Hardware
Für den Kleinrechner Raspberry Pi gibt es inzwischen eine Fülle von Zusatzmodulen. Ebenso kleine Bildschirme und Touchscreens. Diese sind aber häufig mindestens genauso teuer wie externe Monitore und damit aus meiner Sicht relativ uninteressant. Eine Ausnahme stellt der C-Berry 28 (Shopping-Link, Datenblatt) dar. Das ist ein TFT LCD Modul mit LED-Backlight mit der sensationellen Größe von 2,8 Zoll Bildschirmdiagonale. Die Auflösung beträgt 320×240 Pixel, womit klar ist, dass sich damit eher Status-Anzeigen realisieren lassen als sonst irgend etwas anderes. Mit ca. 15€ ist die Anschaffung dafür auch sehr günstig. Das Modul wird “nackt” geliefert, also nur auf Platine aufgelötet und mit eine Stecksockelleiste, die direkt auf den Raspberry passt. Damit ist dann die Montage in 20 Sekunden erledigt.
Als Nachteil muss auch gelten, dass die GPIO Leiste damit für andere Anwendungen blockiert ist. Außerdem ist das Display relativ träge und extrem blickwinkelabhängig. Aber dazu später mehr.

Software
Wie wird das Ganze nun angesteuert? Dazu gibt es die Controller-Library BCM2835, die zunächst installiert sein muss. Danach wird es leider etwas komplizierter. Auf den oben verlinkten Seiten gibt es ein kleines Software-Paket, in dem ein paar Beispielprogramme (C) verfügbar sind. Damit kann man im wesentlichen ein Bitmap an das Display schicken, außerdem existieren einige Zeichenfunktionen. Es gibt auch ein Beispiel, wie der X-Window Framebuffer auf das kleine Format kopiert wird, wobei sich mir dabei der praktische Nutzen nicht erschließt.
Ich habe zunächst eine Spaßanwendung umgesetzt: Ein Script lädt einen zufälligen Begriff aus dem Wörterbuch des English-Dictionaries und verwendet diesen als Argument für eine Google-Bildersuche. Dazu hatte ich zunächst einfach wget verwendet, bis ich über das ziemlich praktische Script googliser gestolpert bin. Dort sind bereits alle notwendigen Funktionen implementiert. Wenn die Bilder heruntergeladen sind verwende ich das Shell-Tool “convert” des Bildbearbeitungstools “ImageMagick”, um die Bilder nachzubearbeiten. Da der Pi bei mir hochkant an der Wand hängt werden sie um 90° gedreht, auf 240×320 skaliert und der Suchbegriff wird in die rechte obere Ecke gerendert. Die Bilder werden alle in einen Ausgabe-Ordner abgelegt.

Dort werden sie von einem von mir auf Basis der Beispiel-Anwendung erstellten Diashow-Programms ausgelesen und in zeitlicher Abfolge auf das Display geschickt. Das sorgt für unerwartete Eindrücke und hin und wieder eine Menge Heiterkeit.

Das von mir verwendete sehr simple Bash-Script:
#! /bin/bash
OUTDIR="/home/pi/StatusBerry/img/"
DLDIR="/home/pi/StatusBerry/download/"
query=$(shuf -n1 /usr/share/dict/words)
rm -f $OUTDIR/*
rm -f $DLDIR/*
./googliser.sh -p $query -a tall -u 80000 -n 20 --no-gallery --output $DLDIR
for FILENAME in $DLDIR*; do
# BASEFILENAME="${FILENAME%.*}"
BASEFILENAME=$(basename "$FILENAME" | cut -d. -f1)
# image resize, rotate, draw text und so weiter :)
# CBerry ist etwas empfindlich was die BMP Parameter angeht! (exakte Größe, BMP3, 24bit)
# echo $BASEFILENAME
convert $FILENAME -resize 240x320! -gravity NorthEast -pointsize 18 -draw "text 0,4 '$query'" -rotate 90 -depth 24 -compress None -type truecolor -units PixelsPerInch -density 72 "BMP3:$OUTDIR$BASEFILENAME.bmp"
done

Weiterhin
Im Grunde könnte jede Software-Lib herangezogen werden, mit der man in ein Bitmap rendern kann. Dies macht die Entwicklung dann doch wieder etwas flexibler. Damit ist am Ende nur noch ein “Blitter” notwendig, der das Bild an das Display schickt. Dafür kann man direkt das Beispielprogramm aus dem Software-Download verwenden. Um dem ganzen doch noch etwas mehr Sinn abzugewinnen, kann man natürlich auch vernünftige Bilder anzeigen. Zum Beispiel aktuelle Wetter- / Radarkarten des deutschen Wetterdienstes. Die aktuelle Lage für Baden-Württemberg ist z.B. hier abgebildet. Diese Bilder werden regelmäßig aktualisiert, so dass man ein Script per CRON-Job zyklische Downloads einer Liste machen lassen kann. Das könnte etwas so aussehen:
IMGDIR="/home/pi/StatusBerry/download/"
OUTDIR="/home/pi/StatusBerry/img/"
IMGURLLIST="/home/pi/StatusBerry/imgFileUrlList.txt"

if [ ! -d "$IMGDIR" ]
then
echo "Directory $IMGDIR not found.."
exit 1
fi

if [ ! -f "$IMGURLLIST" ]
then
echo "Text file $IMGURLLIST with image url's not found.."
exit 1
fi

cat "$IMGURLLIST" | while read ANURL
do
# download image
wget -N -U Mozilla --directory-prefix=$IMGDIR "$ANURL"
FILENAME=$(basename $ANURL)
BASEFILENAME="${FILENAME%.*}"
# image resize and stuff
convert $IMGDIR$FILENAME -resize 240x320! -rotate 90 -depth 24 -compress None -type truecolor -units PixelsPerInch -density 72 "BMP3:$OUTDIR$BASEFILENAME.bmp"

done

Ein tatsächlich sinnvoller Einsatz für das Modul ist m.E. in erster Linie dann gegeben, wenn der Raspberry ohne Monitor (und remote-logon Möglichkeit) z.B. zur Hardwaresteuerung eingesetzt wird und direkte Zustandsmeldungen notwendig sind. Man könnte sich z.B. eine Schließanlage vorstellen. Allerdings müsste dann die Peripherie anders angebunden sein. Oder doch direkt am Display: Einige Pins werden zwar durchgeschleift, man muss die weiterführenden Anschlüsse dann aber direkt anlöten. Wer soweit kommt schafft das aber auch noch. Als Fazit: Diese Hardware ist (noch) nicht 100% Endkunden-gerecht, das möchte sie aber möglicherweise auch gar nicht sein. Für mich jedenfalls eine interessante Baustelle.

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Nicht ganz dicht…

Ich finde es immer wieder hochinteressant, wie man einen Riesen-Respekt hat vor Dingen, von denen man keine Ahnung hat. Sieht man dann einmal, wie es gemacht wird oder tut es selbst ist das Gefühl sofort verschwunden. Der Respekt ist noch da, klar, aber man kann die Lage einigermaßen einschätzen. So ein Erlebnis hatte ich heute, als ein befreundeter Zimmermann bei uns zu Besuch war und auf unserer großen Dachfläche 4 kleine undichte Stellen repariert hat. Da denkste Mensch, man braucht ein Gerüst oder mindestens einen Steiger aber nein, defür nicht. Alles was nötig ist: Ein Hammer, ein paar Schrauben, eine Tauchsäge am besten als Aufsatz auf so ein Akku-Gerät und ordentlich Kraft in den Fingern. Und dann geht das schön von innen. Natürlich nur, wenn der Dachboden nicht ausgebaut ist und 20cm Isolationsmaterial dazwischen.

Dann drückt man mittig gegen den Startziegel, nicht zuviel, gerade so, dass er nach oben rausgezogen werden kann. Dann der daneben, dann der darunter. Je mehr weg sind, desto einfacher geht es. Dann sägt man die Dachlatten einfach in der Mitte zwischen zwei Trägern auf und zwar so, dass man die Dinger nachher wieder mit ein paar Schrauben fixieren kann. Also recht weit außen. Bei uns reicht es, wenn zwei Latten weg sind, um eine Öffnung zu schaffen durch die man “Aussteigen” kann, bzw. die ausreicht, um den Schaden überhaupt begutachten zu können. In zwei Fällen hat eine Reinigung der Blechrinnen gereicht, einmal einen Ziegel getauscht und einmal haben wir die Ursache nicht wirklich finden können. Aber was irre ist: Wie schnell das geht, wenn man weiß was man tut. Eine absolut sichere Hand im Umgang mit den Ziegeln ist natürlich notwendig. Wir sind ja in der Fußgängerzone. Zur Beruhigung ist noch der Schneefänger unten dran, aber bei meiner Nachbarin hat der auch nichts mehr geholfen. Das ist ein Ziegel (allerdings ohne Außeneinwirkung) direkt auf dem Pflaster eingeschlagen. Also, nicht wackeln und vor allem die Neigung nicht zu stark machen. Der wirklich kritische Moment kommt dann, wenn man den letzten wieder einsetzt. Da kann man nämlich nicht mehr von außen drumgreifen und muss hoffen, dass es nicht zu sehr spannt, bzw. mit ganz leichten Hammerschlägen das Ganze zurechtrütteln. Hier ist die erfahrene Hand des Künstlers gefragt.
Es war ein hochinteressanter Vormittag.

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