Mast und Schotbruch

Quelle: Havariekommando

Wenn es einem mal nicht so toll geht hilft es immer, Berichte über Situationen zu lesen, die noch schlimmer sind… ;-)
Ich verfolge berufsbedingt nebenher die aktuellen Meldungen aus der Seeschifffahrt. Und ich kann euch sagen, die sind mal überhaupt nicht gut ins Neue Jahr gestartet. Kostprobe?

  • An Silvester meldet die Sincerity Ace, ein Car Carrier mit ca. 6.000 Fahrzeugen an Bord unterwegs von Japan nach Honolulu ein “significant”es Feuer. Nach Stunden kann es nicht unter Kontrolle gebracht werden, das Schiff wird evakuiert. 4 Vermisste, 17 Crewmitglieder werden von anderen Frachtern aufgenommen. Das Schiff treibt seither verlassen durch den Pazifik.
  • Am 1. Januar verliert die MSC Zoe in der südlichen Nordsee in schwerer See über 270(!) Container, darunter einige mit Gefahrgut. Die meisten wurden inzwischen in 20m Tiefe auf dem Meeresboden geortet. Treibende Container sind eine extrem hohe Gefahr für die Schifffahrt.
  • Am 3. Januar begann ein Containerbrand auf der Yantian Express im Nordatlantik. Nach 3 Tagen ist das Feuer immer noch nicht unter Kontrolle. Das Schiff wurde evakuiert und treibt seither brennend dahin.
  • Am 7. Januar sinkt der Kohlenfrachter Volgo Balt 214 in schwerer See vor der türkischen Küste. 2 Tote.
  • Heute am 8. Januar geriet der Tanker Aulac Fortune in Hong Kong in Brand. Mehrere Explosionen an Bord. 1 Toter, 2 Vermisste.
  • [Update] Am 14. Januar fährt vor Indonesien ein Tanker mitten in den vor Anker liegenden Kabelleger Star Centurion rein, der kurze Zeit später kentert. Keine Personenschäden.

Und ihr dachtet, ihr hättet einen schlechten Tag!

Quelle: Havariekommando

Halte du, ich hab’s sicher

Am Wochenende beim Ausbau des Vans meiner Freunde Andreas und Linda geholfen. Ich bin immer wieder erstaunt, welche Arbeit sich die Leute machen ;-). Aber gut, man tauscht Zeit gegen Geld. Und das Ergebnis ist dann mit allen Stärken und Schwächen wohlbekannt und genau so wie man es will. Kompromiss(loser). Sehr schön finde ich so ein Projekt gemeinschaftlich zu bearbeiten. Mir selbst fällt es immer sehr schwer, mich über die erste Hürde hinweg zu motivieren. Dann lasse ich gerne mal alles (für später) liegen. Es ist klar, dass ich dann selten den Schwung habe, das Ganze wieder fortzuführen. Man beginnt ja dann an der Hürde. Aber so mit mehreren.. dann hat der andere vielleicht eine Idee oder schiebt das Ganze wenigstens von der Motivation her weiter. (hier, iss noch eine Schokokugel..) Und wegen irgendetwas die Arbeit einzustellen, das geht dann mal gar nicht.

Die Kiste selbst ist absolut riesig, aber die beiden meinen es ernst. Und der Hund ist nun auch dabei und muss irgendwo untergebracht werden. Mir selbst wäre der Formfaktor zu groß, da das Teil praktisch keine regulären Kfz-Parkplätze nutzen kann. Und mit 2,80m Höhe bleibt der Zugang zu Tiefgaragen ein Traum. Innen bekommt man dafür einen brauchbaren Aufenthaltsbereich und genügend Stauraum. Zwei Dachfenster und ein Lüfter sind bereits eingebaut und auch die Seitenwände erhalten noch Fenster. Sindse drin, könnense rausschauen. ;-)

Ich bin jedenfalls auf das Endergebnis sehr gespannt und natürlich auch auf den ersten Besuch… :)

Dieser Boden, “glatt wie’n Popo-Arsch“, gell? ;-)

Ocean Cleanup

Aus der Reihe wundersame Dinge im Pazifik kommt hier gleich noch eine bemerkenswerte Meldung. Es geht um das passive “Ocean Cleanup System”, das allein durch physikalische Effekte in der Lage ist, im Meer treibende Plastikpartikel einzusammeln. Ab und zu muss ein Schiff vorbeikommen, den gesammelten Müll aufnehmen und woanders verklappen artgerecht recyceln. Wie das System funktioniert sieht man sehr gut im Video:

Cui bono? ist natürlich die Frage, wenn Maersk mit an Bord ist aber man kann doch auch mal optimistisch sein. Irgendwie muss man damit doch mal anfangen. Noch besser wäre es natürlich, wenn der ganze Scheiß nicht erst im Meer landet, aber das Problem ist natürlich wesentlich komplexer. Wenn genügend dieser Systeme im Einsatz sind, soll der große Plastikwirbel innerhalb von 5 Jahren halb abgearbeitet sein. Immerhin!

Du hälst es nicht aus..

Die Wellen schlagen wieder hoch in letzter Zeit auf der Autobahn: Es werden keine Rettungsgassen gebildet, die Helfer kommen nicht rechtzeitig an die Unfallstelle. So wie erst letzte Woche beim Busunfall auf der A9 mit vielen Toten. Der Postillion hatte schon den hervorragenden Vorschlag gemacht, die Rettungsfahrzeuge mit entsprechenden Räumvorrichtungen auszustatten. So bizarr ist das gar nicht, kennt man auch von amerikanischen Polizeifahrzeugen.
In Video kann man gut sehen, was das Problem der Rettungsfahrzeuge ist. Aber in Ruhe betrachtet ..okay, Geduld mitbringen: Das Haupthindernis des Fahrzeugs sind gar nicht die Autofahrer, sondern die Lkw und überbreiten Fahrzeuge in der Mitte und teilweise sogar auf der linken Spur. Und das Problem lässt sich ganz einfach lösen, schlicht mit einem generellen Überholverbot. Diese kann an langen Steigungen und anderen neuralgischen Punkten vielleicht aufgehoben werden. Und wer jetzt denkt, das geht wahrscheinlich schon wegen der schieren Masse an LkW nicht: Richtig! Ein Grund mehr, den Fernverkehr endlich auf die Schiene zu bringen.

Thema: Rettungsgasse bei Nacht Diesmal bei einem Unfall auf der A8, km 43 Stuttgart Richtung München gegen 22.30 Uhr. Wir benötigten für ca. 3,5 Kilometer knapp 40 Minuten (!!) um an die Unfallstelle zu gelangen!!! (Das gezeigte Video ist stark gekürzt) Wir mussten sogar aussteigen, um Auto- bzw. LKW-Fahrer zum wegfahren zu bewegen!!! Es ist einfach nur der Wahnsinn!(Aktuell gab es gestern bei dem Busunfall auf der A9 mit 18 Toten wieder enorme Probleme mit der Rettungsgasse! Wäre dort schneller eine Gasse gebildet worden, hätten vielleicht mehr Menschen diese Tragödie überlebt…)

Posted by Auto Braune, Inh. Robert Braune on Montag, 3. Juli 2017

Energie

Gibt’s hier praktisch nie, ein Blog-Eintrag zu einem einzelnen Link. Diesmal mache ich eine Ausnahme, einfach weil es so informativ ist:
Stromproduktion in Deutschland (Beispiel Monat Mai), getrackt vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Für mich ein besonderer Realitäts-Check. Bei allen Schwankungen hat dieser Graph für mich folgende Überraschungen:

  • Öl spielt bei der Stromproduktion praktisch keine Rolle
  • Der Anteil an Solarenergie ist extrem hoch (natürlich nur bei Sonneneinstrahlung), hätte ich wesentlich geringer eingeschätzt
  • Der Anteil an fossilen Energieträgern (Braun/Steinkohle, Gas) ist noch viel zu hoch
  • Deutschland importiert wesentlich weniger Strom als ich gedacht hätte

(auch mal auf “prozentual” umstellen). Was meint ihr?

Kugelbeleuchtung II

Nachtrag: Weil ich so gerne selbstgebastelte Geschenke bekomme, mache ich zuweilen selbst gern welche. Dieses Weihnachten habe ich für meine Kinder Lampen für ihre Zimmer gebaut. Nachdem ich schon beim letzten Mal herausgefunden habe, dass Kalebassen in unserer Speisekammer / Heizungswinkel wunderbar austrocknen, hatte ich vor einem Jahr gleich zwei hineingehängt. Es hat wieder recht gut geklappt, nur bei einer ist leichter Schimmel aufgetreten, der dann allerdings auch wegtrocknet und abgeschliffen werden werden kann. Die betroffene Stelle habe ich später weggebohrt und als Kabeleintritt verwendet. Wie gehabt verschwindet das Innere der Früchte einfach und verwandelt sich in ziemlich bittere, staubige Flusen. Die sollte man nach Möglichkeit nicht einatmen. Diesmal mit unterschiedlichen großen Bohrlöchern, es sieht dann etwas netter aus. Die Kür wäre natürlich die Verwendung von Theaterfolie, um die Lichtaustritte auch farblich hervorzuheben. Dafür ist mir aber noch kein gutes Verfahren zur Befestigung eingefallen. Es ist wie bei einem Flaschenschiff, im Inneren kann man nur sehr schlecht hantieren, es sei denn, man halbiert das Teil und verpasst ihm hinterher eine Art “Bauchbinde”. Könnte eine Idee sein für den nächsten Versuch ;-).


Bohrloch für die Lampe (E14 2W LED, sehr kleine Birne)


Ein paar Schaschlik-Spieße als “Stelzen”


So steht sie auf ihren Füßen


Licht an!

Wenn man den Kürbis unbehandelt lässt, empfiehlt sich m.E. die Verwendung von “natürlichen” Materialien. Den Eintritt habe ich z.B. einfach mit Paketschnur umwickelt, um die häßliche Fassung zu verstecken. Es ist damit außerdem sehr preiswert, mit Kürbis, Lampe, Fassung und Zuleitung hat man Materialkosten von nicht mehr als 20 Euro. Eine Idee, die ich vielleicht das nächste Mal umsetze wäre den Kürbis mit einer Hochglanzlackierung zu versehen. Das könnte recht spannend wirken, weil sich der Zustand im Hellen / im Dunkeln mit Beleuchtung noch stärker unterscheidet.

Raspberry basteln

Bei dem netten Projekt mit dem Totmannschalter habe ich festgestellt, was für eine nette Plattform der Raspberry Pi ist. Er ist sehr preiswert, nicht zu schnell (wichtig in meinem Alter haha) und man kann seine verrosteten Linux Shell Fähigkeiten wieder hervorholen. Wirklich angenehm. Für 3 Euro kann man sich z.B. einen digitalen Temperaturfühler bei Ebay bestellen (der angeblich auf 3 Nachkommastellen genau ist.. naja, so ganz glaube ich es nicht). Das war ein Teil meines Wochenendes.
Gleichzeitig habe ich mir noch das Kameramodul besorgt. Das kostet keine 20 Euro und kann über ein filigranes Flachbandkabel mit dem Raspberry verbunden werden. Sowas wie der Traum einer preiswerten Überwachungsanlage oder der Alptraum der Nachbarin, je nach Standpunkt. Standbilder macht das winzige Ding mit 5 Megapixeln, Videos schafft er sogar in Full-HD. Dabei ist natürlich die SD Karte des Pi’s bzw. das Netzwerk der limitierende Faktor, so dass andauernde HD Aufnahmen meinem Gefühl nach nicht möglich sind. Aber man kann ganz nett Zeitraffer machen, mit einem kleinen Script alle 10 Sekunden (länger oder kürzer, je nach Dafürhalten) ein Bild aufnehmen und das ganze dann direkt auf dem Pi mit mencoder zu einem .mp4 verarbeiten. Geht ganz gut. Meinen ersten Versuch kann man hier sehen, 720 Bilder über 2 Stunden, an einem Sonntag abend im September wird es in der Innenstadt langsam dunkel:

Lesenswert

[..] von der Struktur unterscheidet sich diese Gesellschaft nicht vom Feudalismus des Mittelalters. Wir befinden uns in einer Leibeigenschaft. Die digitalen Feudalherren wie Facebook geben uns Land, sagen: Beackert es, ihr bekommt es kostenlos. Und wir beackern es wie verrückt, dieses Land. Am Ende kommen die Lehnsherren und holen die Ernte. Das ist eine Ausbeutung der Kommunikation. Wir kommunizieren miteinander, und wir fühlen uns dabei frei. Die Lehnsherren schlagen Kapital aus dieser Kommunikation. Und Geheimdienste überwachen sie. Dieses System ist extrem effizient. Es gibt keinen Protest dagegen, weil wir in einem System leben, das die Freiheit ausbeutet.

Sehr interessantes Interview mit Byung-Chul Han mit der Zeit. Lohnt sich.

Chili-Saisonstart

Dieses Jahr steige ich wieder ein – Aussaat erfolgt im Februar, von den teils älteren Samen sind leider nur relativ wenig aufgegangen, aber 20 Töpfe kann ich jetzt umsetzen:

Kurze Zeit später sieht das ganze so aus..

Die Menagerie bleibt erstmal in der Wohnung, bis die Dachterrasse garantiert frostfrei ist (Mai). Die Chili-Vorräte in der Gefriertruhe neigen sich nämlich gefährlich dem Ende entgegen.. Ich habe leider überhaupt keine Ahnung welche Sorten es nun geworden sind, da ich diesmal das Beschriften vergessen habe.. ^^ gibt eine Überraschung :-)

Kürbis-Lampe

Letztes Jahr habe ich im Netz einen polnischen Künstler namens Przemek Krawczyński entdeckt, der aus Kalebassen (Flaschenkürbissen) exquisite Lampen baut. Nein ich dachte nicht, das kann ich auch, sondern eher versuch’s auch mal. Dazu braucht man natürlich zuerst einen Kürbis. Die kann man im Herbst für ein paar Euro grün kaufen. Manche Leute mit sonnigen Terrassen können sie auch selbst ziehen, das ist bei uns aber leider nicht gegeben. Die Meinungen gehen weit auseinander, wie man danach verfährt. Ich bin dem Vorschlag gefolgt, den Kürbis ein Jahr lang trocken aufzuhängen und von innen austrocknen zu lassen. Meine Befürchtung war, daß er mir in der Zwischenzeit verfault. Also hing er dann ein Jahr lang in der Speisekammer hinter der Gastherme, trockener und wärmer geht’s bei uns nicht mehr. Hat geklappt.
In dieser Zeit verlor er seine grüne Außenhaut und zurück blieb eine knochenharte, hellbraune Kugel. Jetzt war mir klar, warum die Afrikaner darin so gerne Dinge transportieren. Ich habe ihn am Stiel aufgeschnitten. Dabei habe ich leider einen Fehler gemacht und ein zu breites Sägeblatt verwendet, dass zuviel Material abgetragen hat. Ideal wäre es, den Kürbis aufzusplittern bzw. einen so dünnen Schnitt zu machen, daß nach dem Wiederzusammenfügen keine sichtbare Fuge bleibt. Bei mir scheint jetzt durch diese leider etwas Licht.

Das Innere ist verschwunden

Wie man sieht ist der Kürbis schon ausgehöhlt. Innen drin ist fast kein Material mehr vorhanden, man kann es leicht herauskratzen. Wenn man allerdings wegen dem sehr fluffigen und pulvrigen Material nicht wie ich 2 Stunden lang husten und keuchen will, ist ein Atemschutz zu empfehlen.

Der Hals

Das ist das “Halsstück”. Gut zu sehen mein amateurhafter Schnitt, das sollte man auf jeden Fall besser machen.

Erster Ansatz Ornament

Ich habe dann mit dem Bleistift grob eine Ornament-Struktur aufgezeichnet und mit dem Dremel und Akkuschrauber Bohrlöcher gesetzt. Das geht sehr gut und da das Material sehr holzig und fast komplett bruchsicher ist, kann man fast keine Fehler machen. Was man an dieser Stelle empfehlen kann ist ein Spann-Bohrfutter für den Dremel. Ich habe zwar eine Welle (wichtig), kann aber nur mit einem ca. 3-4mm Bohrer arbeiten. Kleinere Löcher wären noch schöner gewesen, aber das mach ich dann beim nächsten Mal.

Mit Beleuchtung

Der Kürbis, wieder zusammengeklebt und mit einer Innenbeleuchtung versehen. Diese besteht aus einer E-14 Fassung mit Anschluß und einer 4 Watt LED Lampe. Das ist eigentlich fast schon zuviel. Nur leider ist er wieder zusammengeklebt, ein Lampenwechsel kommt also in nächster Zeit nicht infrage. Ich hoffe auf die angepriesene, sehr lange Lebensdauer dieser Leuchten…
:-)