Hahnweide 2019

Es gibt für mich wenig richtig interessante Veranstaltungen. Aber bei dieser hier würde ich meinen Job kündigen um dabei zu sein. Ach halt, ich habe ja schon gekündigt.. ;-)
Wegen anderen Verpflichtungen konnte ich in diesem Jahr erst am Sonntag dabei sein. Kurz nach 10 war ich am Platz und es ging gleich richtig zur Sache mit der Sea Fury im Display. Mit weit über 2000 PS eines der stärksten Prop-Jagdflugzeuge aller Zeiten… da gab es gleich was auf die Ohren.
Sea Fury

Sehr schön auch die WK-1 Warbirds… da war die Fliegerei nicht viel mehr als ein paar Bretter, Stoff und gute Ideen. Und wenn man langsamer fliegen muss um in der Formation zu bleiben.. tja.. da muss man eben kurz die Zündung ausmachen. Gashebel? Neumodischer Quatsch.

Ein paar Yak’s in Formation mit reichlich Nebel

Und ein besonderes Highlight für mich.. die P-47 zusammen mit der spanischen Version der Me-109 (zurücklackiert Richtung Luftwaffe)

Double Action gleich danach.. die PZL-106 verteilt Wasserwolken statt Pflanzenschutzmittel und die OV-10 Bronco fliegt ein grandioses Display – das Teil hatte ich vorher noch nie live gesehen. Absolut erstaunliche Flugeigenschaften und mit ein paar hundert Meter Piste zufrieden..

Dann kam leider der Unfall mit der Kollision im Startfenster – das war ein großes Pech und das Ende der Veranstaltung. Die Abflüge fanden danach noch statt und auch ein paar schöne Überflüge, nur leider keine Displays und Kunstflüge mehr und (großes Pech) auch keine Me-262 aus Manching. Gottseidank ist den Leuten in den Flugzeugen nicht viel passiert.

Die meisten haben sich aber nicht abhalten lassen und ein Großteil der Massen ist geblieben. Die bisher am besten besuchte Veranstaltung dieser Reihe in meiner Erinnerung.

Es war mordsmäßig heiß und alle haben Sonnenbrände bekommen. Die letzten Zuckungen des Sommers sozusagen..

Wunderschöne Flightline..

und polierte Exoten

Auch in diesem Jahr trotz des Unfalls ein Knaller und ich hoffe sehr, dass es in 2021 oder 2022 eine Wiederauflage gibt.

Raspbian “stretch” und smb.conf

Nachdem ich gerade virtuell in die Tischkante gebissen habe hier ein Hinweis auf eine Situation, die vermutlich jedem da draußen passieren wird, der Samba auf dem Raspberry nutzt..

Ich habe ein Update gemacht auf die stretch Version und konnte anschließend nicht mehr drucken. Was war passiert? Die Anmeldung mit \\hostname auf dem System funktionierte nicht mehr, stattdessen ging es noch mit \\192.168.188.X
Offensichtlich ein Problem mit der Namensauflösung, wenn man sich aber anmelden will bekommt man den leider verwirrenden Fehler “Falsches Passwort” serviert.

net use \\hostname /user:meinBenutzerName
führt unter Angabe des richtigen Passworts zum Systemfehler 1326. Was mir dann fehlte ist der Parameter
ntlm auth = yes
in der smb.conf (Bereich [global])

Merke: Es ist immer ein totaler Scheiß für die Anwender, wenn man den Default eines Parameters ändert, der gar nicht angegeben ist! Diesmal .. passt der Post zum Domain-Namen!

Städtetrip: Krakau


Krakau. Stadt an der Weichsel, südliches Polen. Wir waren drei Tage dort, auf eine Art zu reisen, die man eigentlich so nicht mehr machen sollte: Erstens zu fliegen (CO2 pfui) und dann noch im AirBnB zu übernachten (Steuerhinterzieher pfui). Aber es hat auch seine Vorteile: In etwas mehr als einer Stunde von Stuttgart aus erreichbar und .. ich mag es einfach, im Altbau zu wohnen.

Auch wenn dieser nicht ganz so optimal war wie sonst immer. Aber für die Kinder braucht man jetzt eben drei separate Schlafgelegenheiten, das schränkt das Angebot natürlich etwas ein. Irgendwann hatten wir in der Hitze herausgefunden, wie man Bus fährt (Zeitkarten am Automat, die gibt es auch im Bus, und: Man kann den Fahrplan-Vorschlägen auf Google Maps nur solange vertrauen, wie man nicht umsteigt). Aber wenn dann der Anschlußbus nirgends zu sehen ist sucht man einfach nochmal und schon geht es weiter. Die Öffi Infrastruktur ist relativ gut, es fahren viele Busse und Straßenbahnen. Zugbetrieb zum etwas außerhalb gelegenen Flugplatz mit einem Art Sprinter wäre sicherlich noch besser. Aber da kommen sie bestimmt noch drauf. Denn: Es wird etwas getan. Wie ich es auch an anderen Orten in Polen schon gesehen habe wird kräftig gebaut und renoviert. In der Altstadt gibt es herrliche Straßenzüge. Diesen Stadtteil muss man sich vorstellen wie ein mit einem Grüngürtel umgebenes Ei. Im Süden gibt es noch eine Art Wurmfortsatz direkt an der Weichsel, die Wawel Burg mit der Wawelska Kathedrale. Das ist alles ziemlich pompös, mit hoher Mauer und viel Blattgold innen drin. Katholisch.

An der Mauer zur Weichsel hin kann man über eine Wendeltreppe in eine Höhle hinabsteigen. Dort lebte vor langer Zeit Smok Wawelski, ein angeblich sehr unangenehmer Drache. Anführer Krak ging hin und erschlug ihn. Das reichte, dass die ganze Siedlung nach ihm benannt wurde. Und was mit so einer tollen Geschichte beginnt, geht auch für die Polen im Großen und Ganzen gut weiter: Die Stadt wird wohlhabend und dabei im Laufe der Zeit weniger häufig zerstört wie andere. Damit kann man dort heute wundervolle Gebäude sehen, der Stadtkern ist von moderner Architektur weitestgehend verschont. Das Zentrum nehmen die Tuchhallen ein, ein Langbau mitten auf dem Marktplatz.

Das ist gleichzeitig auch das touristische Epizentrum, um das Kutschen kreisen, auf deren Böcken langbeinige Polinnen Kunden anlocken. Dieser Satz ist übrigens inhaltlich vollkommen richtig.
Unser Vermieter gab uns eine Reihe sehr guter Essens-Empfehlungen, die wir in unserer Zeit dort durchprobierten. Alle haben wir nicht geschafft. Aber es war durchweg sehr lecker und überaus preiswert. Es liegt an Polen.. oder eben auch daran, dass es letztenendes eine Studentenstadt ist: Selten so viele junge Menschen auf der Straße gesehen. Das macht den Aufenthalt im Straßencafe natürlich umso entspannter.
Zum Anschauen waren für mich zwei Bereiche besonders eindrücklich: Das jüdische Viertel Kasimierz, in dem es besonders viele Essens-Möglichkeiten und interessante Geschäfte gibt und eine historische Lego-Ausstellung im alten Bahnhofsgebäude. Dort sind einige Schlüssel-Situationen polnischer Geschichte nachgestellt, z.B. die Schlacht bei Tannenberg oder der Ausbruch des Zweiten Weltkrieg an der Westerplatte.

Es gibt natürlich wesentlich mehr zu sehen und wer Museumsbesuche ernst nimmt kommt so schnell nicht mehr weg. Aber der erste Eindruck für uns war ganz hervorragend.

50 Jahre Bayrisches Eisenbahnmuseum

S 3/6

An Himmelfahrt waren wir in Nördlingen. Das ist an sich schon schön, aber noch besser, wenn bei großartigem Wetter das Museum seine betriebsfähigen Dampfloks anheizt. Das waren unglaubliche 10 Stück, die nicht nur auf dem Museumsgelände standen (und dort im Kleinen bewegt wurden), sondern auch mit Sonderzügen in die nähere Umgebung pendelten.

Drehscheibe

Dabei besonders hervorzuheben: “Hands on“. Man durfte überall dazwischen herumlaufen, kein Safety-bitte-bleiben-Sie-Zurück Theater, Kinder rauf auf die Lok und ein Stück vorgezogen! Catering, Börse und Ausstellung im Lokschuppen und trotz des Andrangs schöne Foto-Möglichkeiten. Man kann es nicht anders sagen: Sehr gut gelungene Veranstaltung. Bestätigt übrigens auch meinen nicht völlig Bahn-gestörten Begleitern ;-)

BR 64

Catering

Taylor oil spill “contained”

Es gibt Meldungen, bei denen man alle Hoffnung an die Menschheit verlieren kann. Oder an die Rettung derselben. Vor allem, wenn es sich dabei um eine “Erfolgsmeldung” handelt. Diese kommt aus der Öko-Ecke: Im Golf von Mexico wurde ein System in Betrieb genommen, das einen Unterwasser-Rohölaustritt eindämmen soll. Es handelt sich dabei um den “Taylor oil spill“.
Durch einen Schlammrutsch auf dem Meeresboden im Jahr 2004 während des Hurrikan “Ivan” kenterte eine Öl-Bohrplattform und wurde auf dem Meeresboden 150m weit verschoben. Die Bohrlöcher wurden dabei teilweise mit Schlick bedeckt. Dennoch tritt an den Öffnungen seit 2004 weiterhin Öl aus. Das sind bis heute 15 Jahre, über die laut Greenpeace bisher mehr als 5 Mio. Liter ausgetreten sein sollen. Gemerkt hatte man das erst 4 Jahre(!) später, als untersucht wurde, woher denn immer diese komischen Ölflecken auf dem Meer kommen. Im Oktober 2018 berichtet die Washington Post über das Leck, nachdem die US Coast Guard dem Treiben 10 Jahre lang mehr oder weniger tatenlos zugesehen hat. Die Betreiberfirma war inzwischen pleite gegangen.
Durch den Artikel wurde genug öffentlicher Druck aufgebaut, dass ein Unternehmen zur Eindämmung der Leckage beauftragt wurde.
Die Coast Guard meldet nun, 15 Jahre nach dem Unglück, dass das System zur Absaugung des austretenden Öls hinreichend gut funktioniert. Die Ölteppiche wären jetzt deutlich kleiner. Macht euch keine Sorgen, es gibt nichts zu sehen, weitergehen bitte.

Wandertip: Hohenneuffen


In der Outdoor Lauf/Bike/Wander-App “Komoot” habe ich eine Wanderung auf der Alb gefunden, nachdem ich das ganze Suchergebnis auf Länge > 15 km zusammengefiltert hatte. Komoot ist so eine Art Schwarmintelligenz-Geschichte für Touren, die von Mitgliedern bewertet recht gute Hinweise auf interessante Ziele geben. Das ist beispielsweise hilfreich, um an einem unvorbereiteten Urlaubsort trotzdem interessante Ecken zu finden. Man kennt das z.B. auch von Geocaches, die durch Vergabe von Favoritenpunkten eine herausragende Position erhalten können.
Diese Rundwanderung geht vom Ort Neuffen aus über die Burg Hohenneuffen, am Trauf entlang zum Hörnle und in einem Kringel um den vorgeschobenen Jusiberg (über Dettingen) herum wieder zurück nach Neuffen. Der Albrand ist hier ein Richtung Nordwesten geöffnetes “U”. Abgesehen vom steilen Aufstieg am Anfang stellt die Runde keine besonderen physischen Anforderungen.

Die Gastronomie kommt leider direkt am Anfang, das ist m.E. der einzige Nachteil. Theoretisch könnte man die Runde auch umgekehrt laufen, hat dann aber den eher langweiligen Teil durch die Wiesen hinter Neuffen direkt zu Beginn und das Steilstück wenig knieschonend am Schluss.

Kurz nach der Burg kommt man an einem Gleitschirm-Startplatz vorbei. Kaum zu glauben: Hier wurden früher Segelflugzeuge per Gummi-Seil gestartet. Das waren noch Zeiten von richtigen Kerlen. :-)
Ich bin früh unterwegs, mir begegnen ausschließlich Menschen in Funktionskleidung. Jogger, E-Mountainbiker (erkennbar am Hummel-Geräusch) und sogar eine Nordic-Walkerin.. die kann sich inzwischen zu einer Randgruppe zählen.

Der Wald ist viel zu trocken.. wahrscheinlich besteht jetzt schon Waldbrandgefahr. In den Blättern hört man jede Maus.. immer wieder erstaunlich wieviel Boden-Bewohner es gibt und wieviel Krach sie machen. Am Jusiberg sehe ich bei einem Rascheln aus dem Augenwinkel etwas langes graues… mit gelb geflecktem Kopf! Die Ringelnatter ist schnell und verzieht sich in ein Erdloch unter einem großen Ast, so dass mir leider kein Bild gelingt. Es freut mich aber sehr, eine hier in der freien Natur zu sehen. Ein absolute Seltenheit, ich bin ganz beschwingt.

sinnbefreite Skulptur
Auch an diesem Weg darf eine Skulptur nicht fehlen.


Am Ende macht der Weg wie in einer 8 noch eine Schleife über den Jusiberg. Das ist eine unerwartet schöne Aussichtssituation, die mit einer großen Wiese und Grillplatz natürlich auch gut angenommen wird. Man hat eine Art 270° Blick, direkt im Süden die Achalm, vorne etwas weiter weg sind die Hochhäuser der Tübinger Uni und Waldhäuser Ost erkennbar, das Neckartal und rechts im Norden schaut die Teck hinter dem Neuffen vor. Ein sehr schöner Weg, kann ich nur weiterempfehlen und mit knapp 19 Kilometern auch nicht allzu lang.

Old but gold

Wenn man von der grusligen Streckensperrung mit all ihren Komplikationen nicht betroffen ist, kann man in aller Ruhe die aufgefahrene Hardware betrachten. Der Automatisierungsgrad dieser Gleisverlegearbeiten ist absolut beeindruckend.
Mein persönliches Highlight ist aber das Geboller dieser beiden alten Damen. Einfach herrlich!

Nicht ganz dicht…

Ich finde es immer wieder hochinteressant, wie man einen Riesen-Respekt hat vor Dingen, von denen man keine Ahnung hat. Sieht man dann einmal, wie es gemacht wird oder tut es selbst ist das Gefühl sofort verschwunden. Der Respekt ist noch da, klar, aber man kann die Lage einigermaßen einschätzen. So ein Erlebnis hatte ich heute, als ein befreundeter Zimmermann bei uns zu Besuch war und auf unserer großen Dachfläche 4 kleine undichte Stellen repariert hat. Da denkste Mensch, man braucht ein Gerüst oder mindestens einen Steiger aber nein, defür nicht. Alles was nötig ist: Ein Hammer, ein paar Schrauben, eine Tauchsäge am besten als Aufsatz auf so ein Akku-Gerät und ordentlich Kraft in den Fingern. Und dann geht das schön von innen. Natürlich nur, wenn der Dachboden nicht ausgebaut ist und 20cm Isolationsmaterial dazwischen.

Dann drückt man mittig gegen den Startziegel, nicht zuviel, gerade so, dass er nach oben rausgezogen werden kann. Dann der daneben, dann der darunter. Je mehr weg sind, desto einfacher geht es. Dann sägt man die Dachlatten einfach in der Mitte zwischen zwei Trägern auf und zwar so, dass man die Dinger nachher wieder mit ein paar Schrauben fixieren kann. Also recht weit außen. Bei uns reicht es, wenn zwei Latten weg sind, um eine Öffnung zu schaffen durch die man “Aussteigen” kann, bzw. die ausreicht, um den Schaden überhaupt begutachten zu können. In zwei Fällen hat eine Reinigung der Blechrinnen gereicht, einmal einen Ziegel getauscht und einmal haben wir die Ursache nicht wirklich finden können. Aber was irre ist: Wie schnell das geht, wenn man weiß was man tut. Eine absolut sichere Hand im Umgang mit den Ziegeln ist natürlich notwendig. Wir sind ja in der Fußgängerzone. Zur Beruhigung ist noch der Schneefänger unten dran, aber bei meiner Nachbarin hat der auch nichts mehr geholfen. Das ist ein Ziegel (allerdings ohne Außeneinwirkung) direkt auf dem Pflaster eingeschlagen. Also, nicht wackeln und vor allem die Neigung nicht zu stark machen. Der wirklich kritische Moment kommt dann, wenn man den letzten wieder einsetzt. Da kann man nämlich nicht mehr von außen drumgreifen und muss hoffen, dass es nicht zu sehr spannt, bzw. mit ganz leichten Hammerschlägen das Ganze zurechtrütteln. Hier ist die erfahrene Hand des Künstlers gefragt.
Es war ein hochinteressanter Vormittag.

Mast und Schotbruch

Quelle: Havariekommando

Wenn es einem mal nicht so toll geht hilft es immer, Berichte über Situationen zu lesen, die noch schlimmer sind… ;-)
Ich verfolge berufsbedingt nebenher die aktuellen Meldungen aus der Seeschifffahrt. Und ich kann euch sagen, die sind mal überhaupt nicht gut ins Neue Jahr gestartet. Kostprobe?

  • An Silvester meldet die Sincerity Ace, ein Car Carrier mit ca. 6.000 Fahrzeugen an Bord unterwegs von Japan nach Honolulu ein “significant”es Feuer. Nach Stunden kann es nicht unter Kontrolle gebracht werden, das Schiff wird evakuiert. 4 Vermisste, 17 Crewmitglieder werden von anderen Frachtern aufgenommen. Das Schiff treibt seither verlassen durch den Pazifik.
  • Am 1. Januar verliert die MSC Zoe in der südlichen Nordsee in schwerer See über 270(!) Container, darunter einige mit Gefahrgut. Die meisten wurden inzwischen in 20m Tiefe auf dem Meeresboden geortet. Treibende Container sind eine extrem hohe Gefahr für die Schifffahrt.
  • Am 3. Januar begann ein Containerbrand auf der Yantian Express im Nordatlantik. Nach 3 Tagen ist das Feuer immer noch nicht unter Kontrolle. Das Schiff wurde evakuiert und treibt seither brennend dahin.
  • Am 7. Januar sinkt der Kohlenfrachter Volgo Balt 214 in schwerer See vor der türkischen Küste. 2 Tote.
  • Heute am 8. Januar geriet der Tanker Aulac Fortune in Hong Kong in Brand. Mehrere Explosionen an Bord. 1 Toter, 2 Vermisste.
  • [Update] Am 14. Januar fährt vor Indonesien ein Tanker mitten in den vor Anker liegenden Kabelleger Star Centurion rein, der kurze Zeit später kentert. Keine Personenschäden.

Und ihr dachtet, ihr hättet einen schlechten Tag!

Quelle: Havariekommando

[Edit: 2.Feb.]: diese etwas ungewöhnliche Häufung blieb anscheinend nicht ganz unentdeckt..
Und es geht weiter. Beim Ausparken in Olbia (waren wir auch schon) streifen sich zwei Fähren. Starker Seitenwind und wahrscheinlich wäre ein zweiter Schlepper nicht verkehrt gewesen.

Waldkirmes


Über die Jahre im Wald bei Bad Wildbad unterwegs gewesen. Hier kann man einmal beobachten, wie eine Gemeinde ein Waldstück touristisch maximal bespielt. Es gibt Attraktionen in konzentrierter Form – in einem eher unspektakulären Teil des Nordschwarzwalds. Aus einem dunkel, im tiefen Tal gelegenen Ort (mit zugegebenermaßen interessanten Gebäuden und interessanter Schienenführung) führt eine Standseilbahn zum ca. 300m höher gelegenen Aussichtspunkt am Westhang des Tals, das in Nord-Südrichtung führt. Man kann aber auch auf dem großen Bezahlparkplatz (7€ Tagesgebühr) parken. Neben Einkehrmöglichkeit gibt es dort einen Bikepark samt diverser Downhill-Trails, den (sehenswerten) Baumwipfelpfad, Langlauf und eine kurze Abfahrt samt Skilift und diverse Einkehrmöglichkeiten. Das nicht mehr ganz Neueste ist jetzt die Wildline (German, anyone?), eine Fußgängerbrücke, die über einen Hangabschnitt führt von dem man eine gute Aussicht ins Tal genießen kann (9€ hin- und zurück). Das Spannende ist außer der Aussicht ein gewisser Nervenkitzel, da die Brücke einen Gitterboden hat, von dem aus man den 60m tiefer gelegenen Waldboden sehr gut erkennen kann. Dazu gerät das gesamte Bauwerk in gute Quer- und leichte Längsschwingungen. Vor allem, wenn man nicht allein dort ist, was fast ausgeschlossen ist und heitere Mitmenschen den Effekt mutwillig verstärken ;-)

Als Kritikpunkte könnte man anführen, dass die Brücke aus Verkehrssicht keinen Zweck erfüllt (man spart überhaupt keinen Weg ein) und die Aussicht zwar gut ist, aber dann doch deutlich z.B. hinter dem Turm des Baumwipfelpfads zurückbleibt. Ist die Überquerung geglückt kann man tatsächlich ein paar Kilometer wandern, um schließlich das berühmte und empfehlenswerte Ausflugslokal Grünhütte zur erreichen. Natürlich über einen “Märchenpfad” mit allerlei Installationen. Selbstredend ist die Deckung durch die Rauten des Schwarzwaldsvereins flächendeckend, Verlaufen ausgeschlossen. An Ziel muss man sich anstellen, um zwischen Horden von Spaziergängern und Wanderern noch einen Blaubeerpfannkuchen zu ergattern. Oder eine deftige Linsensuppe. Aber all das ist recht preiswert und gut. Die ganze Aktion lässt sich mehr oder weniger ohne Bewältigung von Höhenmetern durchführen, so dass auch problemlos kleine Kinder und Oma & Opa mitkommen können.
Zurück bleibt die Erkenntnis, dass man diesen Besuch unbedingt machen kann, solang man es noch nicht gesehen hat. Ich persönlich bin der Meinung, dass der Wald auch ohne die ganzen Effekte schön genug ist.