Westweg Etappe 11: Kandern – Basel

Der einvernehmliche Tenor scheint zu sein, dass diese letzte Etappe eigentlich unnötig ist und mit dem Weg nichts zu tun hat – außer dass am Ende ein “großes” Ziel erreicht wird. Damit kann dann jeder verstehen, wo man lang gelaufen ist. Besser als “Ähm, wir sind von Dobel nach Kandern gelaufen.” “Hä?! Wo soll das sein?”. “Pforzheim-Basel” klingt dann einfach besser. Das ist zwar kein “München – Venedig”, aber immerhin ;-)
Ich sehe es positiv, mal schauen, was der Weg bietet. Frühstück ab 7, praktisch, wenn man nicht lang schläft. Ich treffe weitere Westwegler im Frühstücksraum, einer reist sogar direkt von dort ab. Irgendwann stehe ich, angenehm gefüllt, auf der Straße, es ist bedeckt, aber regnet nicht mehr. Im Ort finde ich die Markierung schnell wieder, praktisch an jedem Haus klebt eine rote Raute. Doch an der entscheidenden Stelle sind sie auf einmal weg. Wie jetzt. Praktisch, dass ich den alten Wanderführer noch in der Tasche habe. Damit finde ich einen kleinen Durchlass zwischen zwei Häusern, überquere Bahngleise und lande auf einem sehr schmalen Wanderpfad. Nach kurzer Zeit erreicht man die “Wolfsschlucht”, Felsformationen mit Grillmöglichkeit. Da man vor kurzem noch auf einem hohen Berg stand, kommt es mir irgendwie etwas klein-pupsig vor. Aber hey, der Weg ist abwechslungsreich. Durch die viel dichtere Besiedlung muss man natürlich auf dieser Etappe viele Ortschaften durchqueren. Das ist anfänglich bei den kleinen Bauerndörfern auch noch sehr nett, wenn man nicht gerade von Wachhunden zu Tode erschreckt wird. Es geht also der Kander entlang durch Hammerstein, Egisholz und Wollbach. Dann taucht der Weg in den Wald und kommt überhalb Lörrach an der Burg Rötteln wieder heraus. Dort spaziere ich dann mitten durch eine Hochzeitsgesellschaft. Dann muss man unter der Autobahn durch und einen Vorort durchqueren, bis man auf der anderen Seite wieder einen Höhenrücken erreicht, auf dem man dann die Tüllinger Höhe erreicht. Das ist ein interessanter Aussichtspunkt, links unten liegt Lörrach, rechts Weil am Rhein und Basel direkt vor einem. Häusermeer!
Beim Abstieg durch die Weinberge ist man auf einmal in der Schweiz. Unten geht’s über eine kleine Brücke und man befindet sich auf der Zielgeraden, die kilometerlange Promenade entlang des künstlich begradigten Flüsschens “Wiese”. Irgendwann biegt man links ab, durch einen ziemlich verlassenen Tiergarten in Richtung Badischem Bahnhof. Das letzte Stück Asphalt nervt etwas, aber ein brauchbarer Verkehrs-Endpunkt ist erreicht. Ich bin nach 6,5 Stunden angekommen.
Die Etappe ist an sich gar nicht schlecht, das Wetter war prima und schöne Ausblicke gibt es auch. Es passt eben nicht so gut zum Rest der Strecke ;-) Zum Einkehren unterwegs ist mir nur die Burg Rötteln mit einem netten Biergarten aufgefallen, die war aber durch die Gesellschaft blockiert.

Westweg Etappe 10: Belchen – Kandern

31.8.18
Die Faulheit hat schon am Vorabend zugeschlagen. Ich verschlafe. Am nächsten Morgen unterhalte ich mich lange mit einem netten Menschen beim Frühstück. Pünktlich zum Betriebsbeginn der Bällchenbahn erreiche ich die Talstation und fahre hinauf. Ich geb’s zu. Ne wirklich, ich *bin* schon einmal den Weg gegangen, jetzt kann man ja auch mal fahren :-)
Die doch relativ ernsten Geschichten meiner Frühstücks-Begegnung gehen mir im Kopf herum, als ich Richtung Süden durch das Naturschutzgebiet vom Belchen absteige. Es ist ziemlich erstaunlich, welche sehr direkten und offenen Gespräche Menschen mit einem führen, wenn sie wissen, dass es eine einmalige Begegnung ist. Das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor des Allein-Wanderns. Heute war für den ganzen Tag mäßiger bis starker Regen angesagt, deshalb bin ich froh, dass es relativ lange trocken bleibt.
Kurz vor dem Haldenhof geht es dann aber los, und ich verkrieche mich unter meinen Poncho. Das funktioniert relativ gut, auch wenn er sich als nicht ganz 100% dicht herausstellt. Der ist doch nicht ganz dicht!! Stimmt :) Ich muss das Ding noch einmal großzügig imprägnieren. Aber die Idee ist richtig: Hände frei und relativ luftig untenrum, so dass man nicht so leicht ins Schwitzen gerät. Hinter dem Haldenhof hakt es einmal kurz mit der Orientierung, es ist so verhangen und ich habe 1000 Wassertropfen im Gesicht. Dann wieder glücklich eine Kuhweide passiert. Normalerweise sind die Weidezäune auf der Seite des Weges, wo auch das Vieh steht. Aber wenn das Vieh auf beiden Seiten steht, machen die halt keine zwei Zäune hin. Damit muss man offenbar immer rechnen. Hinter dem Kreuzweg geht es in den Wald hinein und es beginnt ein relativ langer Waldabschnitt, den man auf ganz schmalen, weichen Waldwegen geht. Das ist auch bei Regen in Ordnung, viel mehr sehen würde man bei Sonnenschein nicht. Es gluckst und blubbert und an manchen Stellen hat sich der Weg ungefragt in einen kleinen Bach verwandelt. Diese Etappe geht sich jedenfalls bis zum Blauen hervorragend, der Pfad-Anteil ist noch höher als gestern. Der Anstieg zum Blauen ist relativ kurz und man erreicht den Aussichtsturm nach wenigen Schritten, oben ist auch eine (übernachtungsfähige!) Gastronomie. Leider habe ich wieder Pech wie auf dem Feldberg. Die Sichtweite beträgt höchstens 20 Meter. Aber Kuchen haben sie trotzdem. Von oben geht es dann an der Sausenburg vorbei weit hinunter nach Kandern. Auf diesem Stück verlässt man den Schwarzwald. Auf einmal nur Laubbäume um einen herum, der Pfad wird wieder zur Waldautobahn aka Schotterweg und unten kommt man aus dem Wald und steht in einer Streuobstwiese. Hä? Kaum bin ich da, hört auch noch der Regen pünktlich auf. War irgendwie klar :) Das erste Haus, an dem man vorbeikommt holt einen dann auch wieder unangenehm schnell in die Zivilisation zurück. Da ist alles dabei, was mich an den aktuellen, private Bauvorhaben stört: Flachdach, Obi-Hütte, monströse graue Garage, Schießscharten und Rollrasen. Achja, eine Schotter-Draht Mauer haben sie natürlich auch. Gruselig, ich will zurück in den Wald ;-)
Ich komme am Ort gut unter und schlafe schlecht.

Westweg Etappe 9: Feldberg – Belchen (Multen)

Über ein Jahr später setze ich endlich meinen Weg fort. Ich hatte es mir einfacher und schneller vorgestellt, aber es klappte einfach nicht früher. Der Startpunkt war am Feldberg, ziemlich genau dort, wo ich letztes Jahr abbrechen musste. In der Nacht hatte es gewittert und viel Regen ist gefallen. Der hatte inzwischen aufgehört, aber der ganze Berg noch in Wolken und Nebel gehüllt. Ich gehe trotzdem früh los. Natürlich begegnet mir kein Mensch. Es sind mir an dem und den folgenden Tagen überhaupt nur sehr wenig Wanderer begegnet. Oben auf der ersten Kuppe (“Grüble”) kurze Orientierungslosigkeit, dann, klar, hier weiter. Ich durchquere einen Kuhzaun und höre schon das Gebimmel im Nebel. Kurze Zeit später stehen wir uns gegenüber: Das Schwarzwälder Milchvieh auf dem Weg, Köpfe in meine Richtung (sie haben mich nicht kommen hören), ich auf der anderen. Ich gehe 50 Meter zurück und nehme den parallel verlaufenden Wirtschaftsweg. Vor Kühen habe ich Schiss Respekt. Am nächsten Tag hatte ich nochmal eine ähnliche Begegnung, allerdings ohne Ausweichmöglichkeit. Mein Glück, dass der Jungkalb-Bulle noch so klein war, dass er vor mir davongesprungen ist.

Kurze Zeit später erreiche ich den “Gipfel”, der eigentlich gar keiner ist. Der Feldberg ist unspektakulär platt. Leider ist die Sichtweite immer noch 50m, so dass ich mich nicht aufhalte. Aber auf dem Abstieg Richtung Wilhelmer Hütte reißt auf einmal die Wolkendecke auf und im weiteren Verlauf wird es immer sonniger und weitsichtiger. Der folgende Weg über den Stübenwasen zum Notschrei ist sicherlich einer der bekanntesten Wanderwege des Schwarzwalds. Es geht sich ganz gemütlich ohne große Höhenunterschiede, oft auf gut federnden Waldwegen. Am Notschrei ist offen. Praktisch, ich brauche einen Kaffee. Dahinter geht es durch ein schönes Naturschutzgebiet zum Wiedener Eck. Das ist wieder eine nette Gastronomie-Installation an der Durchgangsstraße. Ich möchte aber nichts und fülle nur meine Wasserflasche im Brunnen nach. Es folgt eine schöne Waldpassage, die in einem tiefen Einschnitt (die “Krinne”) endet. Dort wollte ich eigentlich schon nach links Richtung Multen abbiegen, meiner Übernachtungsstation. Aber es ist noch früh und das Wetter ist schön. Da es morgen regnen soll, beschließe ich den Belchen heute noch zu besteigen. Es sind nicht wirklich viele Höhenmeter, aber in der dämpfigen Luft gibt es einen ordentlichen Schweißausbruch. Irgendwann stehe ich oben und kann in die Ferne sehen. D.h. man kann ab und zu in die Ferne sehen, denn, kurios, der Gipfel befindet sich ziemlich exakt auf der Höhe der Wolkenunterkante, so dass man immer wieder auch gar nichts sieht :)
Die Landschaft breitet sich weit unter einem aus, fantastisch. Neben der Badener Höhe der bislang schönste Punkt der Wanderung. Auch gut: Etwas unterhalb gibt es Gastronomie, wo man mit einem Radler an der sonnenbeschienenen Steinmauer sitzen kann. Extrapunkt :) Es gibt hier sogar eine Bergbahn, die Belchenbahn, die nach ihrem Aussehen eher Bällchen-Bahn heißen müsste. Aber die Batterien halten noch, ich laufe zu Fuß runter nach Multen. Das ist nicht ganz so toll zu laufen, denn der Weg verläuft auf der Skipiste und schon wieder Milchvieh… ;-)

Rundum

Kaiserwetter. Auf dem Stückle knochentrockene Erde, die Bäume ringsum saugen der Wiese die letzte Feuchtigkeit ab. Ich bin so froh, dass das kein Ziergarten ist.
(Unter anderem) ;-) mit dabei ein neues Spielzeug, die Gear 360. Ein kleine Kugel, die mit 2 Linsen in der Lage ist, 360° Panoramen aufzunehmen. Das Gesamtergebnis hat dann knapp 30MP. Die Fernsteuerung funktioniert prima via Handy, man kann auch die Bilder gleich überkopieren, oder auf der internen SHCD Karte belassen. Ein Plugin für WordPress wurde auch schnell gefunden.

Ich bin noch nicht ganz zufrieden, da diese Bilder auch ganz gut zoomfähig sind.

Rom snippets


Wer U-Bahn fahren will: Sinnlos, am Hauptbahnhof einen Fahrkartenautomaten zu suchen. Man sucht stattdessen einen Zeitschriftenkiosk! Ist auch irgendwie interaktiver als ein Automat. Dort gibt es für den Touristen passend 24-, 48- und 72-Stunden Tickets. Perfekt. Überall kann man gedankenlos einsteigen. Fahrzeug statt Bahn vom Flugplatz lohnt sich m.E. ab 3 Personen, da der Leonardo pro Person/Richtung 14€ fix kostet.

Ich weiß nicht wie ich es geschafft habe, hier ein Bild ohne Menschen zu machen.

Du warst nicht da, wenn du nicht da warst.

Dieser Flohmarkt existiert immer noch! An der Via Appia, rechts halten direkt nach der Stadtmauer. Ich war hier zuletzt vor knapp 20 Jahren.

Nette Idee, durchwachsene Umsetzung: Das Dorf aus Cafes, Bars und Bühnen entlang des Tibers. Es erstreckt sich mit Unterbrechungen praktisch kilometerweit. Der Betrieb beginnt erst mit dem Einbruch der Dunkelheit. Dann kann flaniert werden! Vieles ist auch sehr schön dekoriert, aber im großen und ganzen war trotz Wochenende nichts los. Oder man wurde nicht bedient. Oder die Preise waren so angesetzt, dass man gleich keinen Durst mehr hatte. Vielleicht auch einfach deshalb, weil es in dieser Stadt schon genügend schöne Plätze zum Ausstrecken gibt. Am Ende dann doch noch eine passable Bluesband-Bühne gefunden.

Straßenbahnfahren ist hier ein großer Spaß. Neben ein paar (semi-) modernen Zügen fahren hier auch so allerliebste Fuhrwerke (wie das hier) herum. Teilweise sogar mit unterschiedlichen Spurweiten. Technisch sicher an die 100 Jahre alt, mit mechanischen Türen, die mit einem Knall vor der Nase zufahren. Eine ehrliche Angelegenheit und prima um Römer in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten ;-)

Ab und zu kann man in einer Kirche auch nach unten sehen. Huch! :) (San Giovanni in Fonte)

..oder nach oben. Wenn man die Kohle oben parkt, kommen die Plünderer auch nicht so gut heran. Grandios. Wenn man so viel Geld hat, dass man gar nicht mehr weiß wohin – dann werden manchmal irre Sachen beauftragt.

Westweg Etappe 7: Wilhelmshöhe – Thurner

Sonntag, 25.6.2017
Der Frühstücksmann in der Wilhelmshöhe ist der grummeligste Zeitgenosse der Woche. Mit Abstand. Kommt man um 7:28, darf man noch zwei Minuten draußen warten. Als ein Gast ein schwäbisches “Haja” an einen Satz anhängt kam von ihm ein “Schwäble odder?!!”. Herrlich. Gleich zum Frühstück lerne ich wieder neue Leute kennen: Ein Trio Arbeitskollegen, zwei Ältere, die den Westweg laufen (bisher und nachher nie wieder gesehen?!) und eine jüngere, die, extrovertiert veranlagt, mich gleich an ihren Tisch einlädt. Sie ist nur für den Tag dabei. Wir treffen uns später noch am Start-Tor Richtung Süden.
Es ist bedeckt und der Weg beginnt über ein kurzes Bohlenstück durch ein Moor. Danach geht es ganz unspektakulär weiter, leider an diesem Tag längere Wegstücke auf Hartbelag. Das liegt an den zahlreichen Höfen mit Viehhaltung. Quer über die Weide ist nicht, dann halt auf der Straße. Nicht so schön aber wahrscheinlich geht es nicht anders. Vorher kommt man allerdings noch an einem sagenhaft schönen, nur leider sehr kurzen Teilstück vorbei: Der Blindensee mit der zugehörigen Moorlandschaft. Angeblich gehörte der See mal dem blinden Bauer des (Blinden-)hofs ganz in der Nähe. Der hatte Pech, daß er sich das nicht anschauen konnte. Der Weg verläuft ebenfalls über Bohlen, überall knistert und gluckert es. Hier kann man auch mal einfach so hinkommen, wenn man in der Gegend ist (Furtwangen), es lohnt sich. Nach 10km ist der Brand-Turm erreicht, ebenfalls ein schöner Aussichtspunkt. Direkt in der Nähe ist auch ein Wanderheim mit Übernachtungsgelegenheit, das allerdings nicht so recht in den Etappenverlauf passt (hierher hätte ich es gestern nicht mehr geschafft).
Im weiteren Verlauf rollt der Weg ohne große Höhenunterschiede durch eine Hügellandschaft – wir befinden uns auf dem Hochschwarzwald in ca. 1000m Höhe. Kleines Wäldchen, Weide, kleines Tal mit malerischem Hof (Blumenkästen satt), Hügel rauf, kleines Wäldchen, usw. Das ist wahrscheinlich irgendwann doof wenn es regnet, aber jetzt kommt die Sonne raus und man kann alle paar hundert Meter ein “Postkartenfoto” machen. Es ist sehr angenehm und ich komme recht zügig voran. Am frühen Nachmittag erreiche ich bereits die “Kalte Herberge”, ein weiterer Gasthof und das offizielle Ende der heutigen Etappe. Ich möchte aber den Tag noch etwas füllen und habe mein Tagesziel 7km weiter, am “Gasthof zum Kreuz” gewählt. Vorher betrete ich allerdings noch die Herberge und bestelle mir eine kleine Stärkung. Auch hier wieder das Publikum 70+: Es ist Sonntag nachmittag und das perfekte Ausflugsziel für Kaffee und Kuchen.
Zum späteren Nachmittag erreiche ich dann nach einem eher unspektakulären Wandertag mein Ziel. Da in dem Zimmer ein Fernseher steht, erwische ich zufällig die zweite Halbzeit des Confed-Cup Spiels gegen Kamerun: Hoher Unterhaltungswert (für Fußball). In der Gaststube wieder dasselbe Bild wie in der Kalten Herberge, ich esse vorzüglich und ziehe mich zeitig zurück.


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Wie man sehen kann hat das GPS den halben Tag nicht aufgezeichnet. Ich muss eine andere Lösung finden.. Anfangs- und Endpunkt sind aber richtig.

Westweg Etappe 6: Hausach – Wilhelmshöhe

Samstag, 24.6. 2017
Am Morgen ist der Himmel – oh Wunder – bedeckt, als ich aus dem Fenster schaue. Es sollte zwar nicht regnen an diesem Tag, aber immer wieder ziehen Wolken durch, so dass es nicht mehr ganz so heiß wird. Aber zunächst bediene ich mich am üppigen Frühstückbuffet. Frisch gepackt durchquere ich dann erneut Hausach in Richtung der Burg Husen. Im Ort ist eine großer Betrieb der zur Zeit Nachtschichten fährt und ich bin froh, dass es immer ruhiger wird. Wieder komme ich an einer, wie ich finde komplett übertriebenen Kirche vorbei, aber die Erklärung ist einfach: Hausach war damals eine wohlhabende Ecke, es gab reichlich Silber- und Eisenerzminen. Die Burg, auf einem niedrigen Vorsprung ins Tal hineingebaut diente zu deren Schutz. Mitten von der Hauptstraße zweigt dann der Westweg steil nach oben ab. Nach kurzer Zeit stehe ich inzwischen wieder in völliger Einsamkeit unter dem dicken Burgturm. Komische Geräusche? Am Turm hinauf entdecke ich einen langen Vogelkackebremsstreifen bis zu einem kleinen Loch, aus dem die Köpfe von drei kleinen und einem großen Wanderfalken(?) schauen. Kaum ist der Ernährer abgeflogen fängt ein herzzerreissendes Gepiepe an. Fast möchte ich einen Müsliriegel ausgeben. Einmal mehr ärgere ich mich, keine Kamera mit vernünftiger Optik dabei zu haben.
Jetzt folgt der Anstieg auf den Farrenkopf. Oben angelangt, befinde ich mich praktisch wieder auf der “Schwarzwald-Ebene” von knapp unter 1000m. Unterwegs überhole ich doch glatt einige Wanderer, das hätte ich nun nicht für möglich gehalten. Man muss es sich aber mehr wie eine Art LKW-Überholung vorstellen. Unmerklich, sozusagen. Auf dem Farrenkopf treffen wir uns dann alle wieder, eine Gruppe älterer Wanderer und ein junger Kerl, der seinen Sohn aus rein sportlichen Gründen in einer Rückentrage hochgeschleppt hat. Der steht dann auf seinen eigenen, etwas wackligen Beinen oben auf dem Berg mit der Brezel in der Hand, blinzelt und wundert sich wie er denn hierher gekommen ist. Wir unterhalten uns ein bisschen und ich gehe dann aber relativ kurzfristig weiter.. der Gipfel ist einfach zu klein für uns alle ;-)
Der Weg führt jetzt mehr oder weniger eben direkt Richtung Süden. Irgendwann erreicht man die Prechtaler Schanze, ein inzwischen unkenntlich zugewachsenes Abwehrbauwerk gegen die pösen Franzosen. Mir hat diese Strecke nicht so gut gefallen – ich bin allerdings auch kein ausgewiesener Windkraft-Fan. Man unterläuft nacheinander 5? Windräder und durchquert jeweils deren tellerartig geschotterte, komplett-gerodete Bodenflächen. In dieser schönen Landschaft muss ich ganz doll an Atom- und Kohlekraftwerke denken, um das noch einigermassen ok zu finden. Ich würde hier den Westweg ummarkieren. Hinter dem Huberfelsen ist es aber geschafft, und pünktlich dazu kommt die Sonne wieder heraus. Während ich oben stehe und ein paar Bilder mache tauchen meine Wanderer wieder auf und ziehen vorbei, ohne den Felsen zu beachten. Die waren anscheinend schon mal hier. Es ist oben ein etwas komisches Gefühl da oben, da die Felsform rund ist und nur ein niedriges Geländer drumherum hat. Vielleicht sollte ich auch einfach etwas essen.
Ab hier wird der Weg wieder schön und man erreicht nach einiger Zeit den Karlsstein. Auch hier werden die Bäume größer und die Aussicht kleiner, aber es ist immer noch ein interessanter Blick, diesmal Richtung Osten. Ein paar Meter weiter kommt man am Hotel/Gasthof “Schöne Aussicht” (jaja, immer schön freischneiden, gell?) wieder aus dem Wald. Ich kehre hier nicht ein, sondern folge dem Weg weiter nach Karlsstein/Rensberg, einem weiteren leicht abgerockten Gasthof direkt an der (nur minimal befahrenen) Straße. Dort stehen Bierbänke und sie haben Kuchen! Ich bin der einzige Gast draußen. Kurze Zeit später nähert sich ein uralter Mazda, ein ebenfalls fast uralter Mann steigt aus und setzt sich nach kurzer Überlegung mir direkt gegenüber. Ohne Bestellung erhält er ein Pils. Stille. Ich schaffe es nicht, ein Gespräch in Gang zu bringen, er bleibt einsilbig. Vielleicht musste er einfach mal raus von zuhause am Samstag mittag und möchte nicht sprechen. Irgendwann stelle ich meine Bemühungen ein. Dann sind wir soweit fertig und verabschieden uns freundlich. Er knattert davon, ich laufe weiter. Das letzte Wegstück zur Wilhelmshöhe ist wieder wunderschön und ich bin dann relativ früh am Ziel. Auch hier Zimmer schön und Restaurant einfach, aber lecker. Man kann nochmal draußen sitzen, obwohl der Wind jetzt schon recht kräftig weht. Als die Sonne hinter dem Haus verschwindet wird es mir tatsächlich etwas kalt und ich mache Schluß für heute.


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Westweg Etappe 4: Ochsenstall – Kniebis

Donnerstag, 22.6.2017
Um 4 Uhr ist es hell, ich weiß gar nicht, ob die Vögel zwischendrin überhaupt mit dem Gepiepe aufgehört haben. Lohnt eigentlich fast nicht ;-)
Um 6 halte ich es nicht mehr aus in der Koje, stehe auf und geh runter, packe das vorbereitete Frühstück meines Wirts mit auf die Bierbank nach draußen. Herrlich. Doch die Ruhe währt nur kurz: Schritte auf dem Weg, es ist die Wandersfrau vom ersten Tag. Nach kurzem Hallo zieht sie weiter ihrer Wege. Ich treffe sie dann später nicht mehr an. In aller Ruhe zusammengepackt, der Schlüssel an vereinbarter Stelle versteckt und wieder auf den Weg: Direkt hinauf, auf die Hornisgrinde in noch ganz schrägem Licht. Es ist kein Mensch weit und breit. Ich passiere den Funkturm, das einsame Windrad und mache ein paar Fotos vom altmodischen Bismarckturm herunter. Schön hier und noch ganz kühl.. Dann geht es bergab zum Mummelsee, am Hotel sind die Schirme noch zusammengeklappt, einzelne Gäste sitzen bereits beim Frühstück. Ich umrunde den See, niemand ist zu sehen. Hinter dem Mummelseetor ein Hindernis: Baumfällarbeiten, ein Harvester wirbelt Staub auf und sortiert Baumstämme wie Salzstangen. Aber ich bin im Glück, der Fahrer bemerkt mich und winkt mich vorbei. Kurze Zeit später stehe ich am Seibels Eck. Hier gibt es einen kleinen Brunnen, mit dem ich gleich die Vorräte wieder auffrische. Die Sonne ist jetzt da und gleich wieder Betriebstemperatur. Auf breiten Forstwegen weiter Richtung Ruhstein. Kurz nach der Darmstädter Hütte kann man zum Wildsee absteigen – muss aber denselben Weg wieder hinauf. In Anbetracht der noch zu bewältigenden Strecke belasse ich es bei einem Foto von oben. Am Ruhstein alles, bloß keine Ruhe(höhö), die kahlen Wintersportanlagen zusammen mit der Baustelle des neuen Besucherzentrums sind nicht so ansprechend. Ich überhole eine Schulklasse, die eine Art Walderlebnistag machen. Dann komme ich vom Weg ab, stehe unten an der Sprungschanze und will nicht wieder umkehren. Ich weiß noch vom Warmup her, dass der Weg oben entlangführt, so nehme ich einfach die steilen Stahlstufen neben der Schanze und komme reichlich verschwitzt oben an. Und ernsthaft, an keinem “Betreten verboten” Schild vorbeigekommen, jedenfalls nicht aus dieser Richtung. Ich setze mich auf die oberste Stufe und mache kurz Pause, habe schon wieder anderthalb Liter Kühlwasser verbraucht. Die Kräfte kehren etwas zurück und ich gehe den wunderschönen, schnurgeraden Pfad hinauf zum Schliffkopf. Dort ist das Rentneraufkommen etwas höher, ich kenne das schon von meinem letzten Besuch. Grund ist das nahegelegene Schliffkopfhotel, das eine gepflegte Umgebung bietet. Die habe ich auch gleich genutzt für ein Stück Kuchen und einen doppelten Espresso. Bin schließlich im Urlaub oder was. Irgendwann durfte ich dann auch zahlen und ich bin zum zweiten Tagesteil aufgebrochen, das restliche Stück bis zur Alexanderschanze. Dieses sog. “Etappenende” ist eigentlich nur eine Kreuzung im Nirgendwo, an der ein verfallenes Hotel steht, das anno dazuback anscheinend der Übernachtungs-Spot des Westwegs war. Bis dorthin mussten allerdings noch viele Kilometer Forstweg bewältigt werden. Unterwegs habe ich einen echten Raben gesehen, passiert mir nicht so oft. Man kommt außerdem am hinteren Ende des “Lotharpfads” vorbei, eine Art Baumwipfelweg, der damals nach dem Sturm zur Dokumentation angelegt wurde. Heute sind die jungen Bäume wieder so 5-7m hoch und man sieht von den niedrigeren Plattformen nichts mehr. Interessant aber allemal. Ich habe nur kurz gestoppt und bin an der Röschenschanze (sieht man nicht viel von) vorbei zum Gasthof “Zuflucht”, der einen sehr schönen Biergarten besitzt. Angesichts dessen musste ich unbedingt auf ein Radler anhalten. Dann die restliche Strecke zu Alexanderschanze, dort die Straße überquert, den Westweg verlassen und die letzten 3km auf der gelben Raute hinunter in den vormals badisch-württembergischen Grenzort Kniebis. Dort steht ein sehr christliches Seminargebäude und gegenüber der so richtig typische “Gasthof Schwarzwald”, in dem die Zeit in den 80ern stehengeblieben zu sein scheint. Aber der Schein täuscht: Ich wurde dort wunderbar bewirtet und untergebracht. Das Dekor kann man zwar kaum glauben, aber es ist herrlich urig. Am nächsten Morgen hat mich der Wirt sogar die Straße wieder hinauf zur Kreuzung mitgenommen, damit ich das Stück nicht doppelt laufen muss. War klasse. Ich habe dort außerdem sehr gut gegessen. Das war auch die letzte Unterkunft, die ich im voraus gebucht hatte. Da mir nicht klar war, wie gut zu Fuß ich wirklich bin und ob ich dann die “offizielle” Etappe 5 + 6 zusammen schaffe habe ich darauf verzichtet und ab jetzt immer abends recherchiert und dann mögliche Orte abtelefoniert. Das hat sehr gut geklappt, wobei ich an dem Wochenende sicherlich Glück hatte. Außerdem sind aktuell keine Ferien.


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(irgendwas stimmt mit dem Track nicht ganz, im Groben ist es aber richtig!)

Westweg Etappe 3: Forbach – Ochsenstall

Mittwoch, 22.6.2017
Auch dieser Tag ist wettertechnisch gnadenlos: Um 8 beim Frühstück scheint bereits die Sonne herein, es ist zwar noch nicht richtig heiß, aber die schwüle Luft treibt die ersten Schweißperlen hervor. Vor dieser Etappe hatte ich im Vorfeld den meisten Respekt: Ich bin jetzt auf bisher unbekanntem Terrain, es ist wieder relativ weit und der Tag beginnt mit einem Höhenunterschied von 600m. Hinterher sieht man das natürlich alles etwas entspannter. Direkt hinter der Unterkunft noch mitten im Ort geht die Steigung los. Nach den letzten Häusern erreicht man eine Baumreihe und der Weg führt an einer Weide entlang. Die Mücken sind um diese Zeit auch schon auf und stürzen sich auf das einsame Frühstück. Hier hilft es ungemein, auch etwas Autan auf Hals und Gesicht zu verteilen (Sicherheitshinweis: Dabei Augen permanent geschlossen halten). Nach einiger Zeit ist die erste Rampe geschafft und ich erreiche die Hütte am Wegscheid. Die hat sogar einen Schlafboden und bietet sich als alternative Übernachtungsgelegenheit geradezu an. Vielleicht beim nächsten Mal. Ab hier wieder ein leichtes Gefälle, es geht an einem Brunnen vorbei durch lichten Wald auf die Schwarzenbach-Talsperre zu, an deren Ufer man aber nur kurze Zeit entlang geht. Der Weg zweigt in den Wald hinein und es geht wieder kontinuierlich bergauf. Zuerst auf einem Forstweg, am Anwesen der Murgtalschiffer (und deren Privatwald) vorbei, bis man über einen erneuten steilen Abschnitt den Herrenwieser See erreicht. Eine letzte Rampe hinauf auf den Seekopf, hier sind dann die 1000 Höhenmeter erreicht. Man betritt den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Nach einem kurzen Stück durch niedrigen Sturmwald erreicht man die Badener Höhe. Dieser Aussichtsturm ist meiner Meinung nach eine der schönsten Stellen des gesamten Wegs. Auch weil man es hier erst einmal “geschafft hat” und oben angekommen ist. Vom Turm hinunter schlängelt sich dann ein schattiger Forstweg am Naturfreundehaus vorbei zum “Sand”, wo der Westweg auf die B-500 trifft (und die Waldesruh erstmal wieder vorbei ist). Ab dem Naturfreundehaus bieten sich jetzt im weiteren Wegesverlauf zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, so dass eine Stärkung jederzeit möglich ist. Am Hundseck mache ich eine Pause an Peters Fahrradladen, wir quatschen eine ganze Weile. Die wirtschaftliche Entwicklung der direkten Umgebung, das Kurhaus, Hunde, wir finden jede Menge Gesprächsthemen. Irgendwie sind dann zwei Stunden rum und ich mache mich auf den Weg zu meinem Quartier. Bis nach Unterstmatt verläuft der Weg auf einem ganz schmalen Weg über den Hochkopf – das ist eine der schönsten Wegstellen, die man auch mal kurz beim “Vorbeifahren” mitnehmen kann. Gegen Abend erreiche ich dann das Wanderheim Ochsenstall und bin heute – abgesehen von ein paar Wohnmobilen – der einzige(!) Gast. Der Kerl hinter dem Tresen ist zunächst etwas grummelig, stellt mir dann aber einen herrlichen Wurstsalat hin und wir unterhalten uns noch eine Weile bis er seine Küche zuschließt und nach Hause fährt. Ich komme noch ins Gespräch mit einer netten Dame aus einem der Wohnmobile – sie hat sich eine kleine Datscha in der Ukraine zugelegt. Sie zeigt mir Bilder davon auf dem Handy – ein irres Projekt, Sanierung mit einfachsten Mitteln fernab uns bekannter Möglichkeiten. Ich ziehe mehrfach meinen gedanklichen Hut. Wäre ich etwas handwerklicher veranlagt, könnte ich mir so etwas auch gut vorstellen. Der Abend ist lang – es ist Sonnwend! Wir verabschieden uns und ich suche nach einem kurzen Spaziergang meine Schlafkammer auf – das Innere des Wanderheims ist mit seiner Notbeleuchtung, den dunklen holzvertäfelten Wänden und engem Flur reichlich spuksig. Hier könnte man ohne Ausgaben für Requisiten einen wunderbaren Thriller drehen. Ist mir aber an sich egal, ich bin totmüde und falle in das winzige Bett. Ein bisschen wie in einer Schiffskoje.

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Westweg Etappe 2: Dobel-Forbach

Dienstag, 20.6.2017
Aufstehen mit den Handwerkern: Kein Problem, wenn man am Abend zuvor früh umgekippt ist. Das Frühstück ist etwas spartanisch, wird aber durch die illustre Runde in der Gaststube mehr als wett gemacht. Zwei weitere Wanderfrauen sitzen querab, wir grüßen als ich gehe. Ich sehe die beiden am Abend wieder, sie haben dasselbe Ziel. Früh gehe ich durch das “Sonnentor” in Dobel, das diesmal seinem Namen alle Ehre macht. Der Weg ist zunächst richtig schön: Über Waldwege, dann auf Forstwegen entlang der westlichen Kante des Bergrückens: Famose Aussichten, es hört gar nicht mehr auf. Bevor Kaltenbronn erreicht ist, allerdings sehr lange Abschnitte “Waldautobahn”: Forstweg mit beidseitig, ca. 5m breitem gerodeten Streifen. Schatten: 0%. Das geht bei 30°+ langsam auf die Nerven und noch mehr auf den Wasserverbrauch. In Kaltenbronn dann noch eine kleine Enttäuschung: Betriebsferien! Ich hatte so auf ein Schorle mit einem Stück Kuchen spekuliert. Stattdessen wird Mitgebrachtes verzehrt: Dann wird immerhin der Rucksack leichter. Diesen zweiten Tag habe ich richtig schwer zu tragen, das Ding auf meinem Rücken scheint ein immenses Gewicht zu haben. Später zu war das allerdings überhaupt kein Problem mehr. Hinter Kaltenbronn geht es kurz steil bergan, bis das Hochmoor mit dem Hohloh-See auf Bretterwegen durchquert wird. Tiere sind keine zu sehen, die haben heute anscheinend hitzefrei. Nach einer kleinen Schotterpiste erreicht man den Hohloh-Turm. Beim letzten Mal war die Spitze im Nebel, aber diesmal gehe ich rauf, es erwartet mich eine gigantische 360° Aussicht über den Nordschwarzwald. Phänomenal! Im Westen sehe ich schon den Turm auf der Badener Höhe, das ist mein morgiges Ziel. Abgestiegen, getrunken, geht es auf Waldautobahnen weiter, bis der Abstieg Richtung Forbach am Latschigfelsen beginnt. Ein Pärchen auf Rädern hat sich verirrt: Sie möchten nach Forbach. Ich empfehle die breite Forstautobahn, sie sehen aber nur das Schild “Forbach” auf dem Westweg. Ich erkläre ihnen, dass der Weg etwas weiter höchstens noch für geübte Downhill-Profis befahrbar ist, sie riskieren es trotzdem. Wie nicht anders zu erwarten, treffe ich die beiden ein paar Kehren weiter wieder, inzwischen entnervt aber immerhin meiner Meinung, was den Weg angeht. Mit Hilfe der Karte auf meinem Handy kann ich sie schließlich auf eine weitere Forstautobahn lotsen und sie entschwinden. Der Abstieg wird jetzt richtig steil und es geht ans Eingemachte: Wasser verbraucht, Fußsohlen brennen, Knie butterweich und es ist knalle heiß. Ich lasse es langsam angehen. Als ich unten endlich aus dem Wald komme, erkenne ich das kleine Hexenbrünnele wieder. Die Oase!! Klappe auf, Kopf drunter, es ist einfach herrlich. Trotz sehr müder Beine kann ich jetzt in aller Ruhe nach Forbach eintrudeln. Am Bahnhof treffe ich kurioserweise meine Radfahrer wieder und bin erleichtert, dass sie dem dunklen Forst entronnen sind. Das Moor auf 1000m Höhe, Forbach auf 330m bedeutet einen fast alpinen Abstieg. Mit 27,6km war es heute nicht ganz so weit, aber der gestrige Tag steckt mir noch etwas in den Knochen. Ich erreiche meine Herberge “Hotel-Pension Am Mühlbach” und stolpere unter die Dusche. Zisch! Später raffe ich mich noch einmal hoch, erkunde den Ort mit seiner völlig überdimensionierten katholischen Kirche, hole eine weitere Eistee-Plastikflasche aus dem Supermarkt und esse sehr lecker auf der Terrasse einer etwas spelunkig wirkenden Gaststätte “Zum Adler”. Dieses Ereignis wird durch das Eintreffen einer englischen Motorradgruppe noch etwas angewürzt: Unterhaltung pur!
Übrigens: Meine Befürchtung, auf dem Weg völlig zu vereinsamen und nicht zu wissen, was man den Abend über anstellen soll hat sich als völlig unbegründet herausgestellt. Zum einen kommt man ständig mit Leuten ins Gespräch, zum anderen ist so ein Abend auch nicht so lang, wenn man nach dem Essen mit dem Wachbleiben kämpft.

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