Waldkirmes


Über die Jahre im Wald bei Bad Wildbad unterwegs gewesen. Hier kann man einmal beobachten, wie eine Gemeinde ein Waldstück touristisch maximal bespielt. Es gibt Attraktionen in konzentrierter Form – in einem eher unspektakulären Teil des Nordschwarzwalds. Aus einem dunkel, im tiefen Tal gelegenen Ort (mit zugegebenermaßen interessanten Gebäuden und interessanter Schienenführung) führt eine Standseilbahn zum ca. 300m höher gelegenen Aussichtspunkt am Westhang des Tals, das in Nord-Südrichtung führt. Man kann aber auch auf dem großen Bezahlparkplatz (7€ Tagesgebühr) parken. Neben Einkehrmöglichkeit gibt es dort einen Bikepark samt diverser Downhill-Trails, den (sehenswerten) Baumwipfelpfad, Langlauf und eine kurze Abfahrt samt Skilift und diverse Einkehrmöglichkeiten. Das nicht mehr ganz Neueste ist jetzt die Wildline (German, anyone?), eine Fußgängerbrücke, die über einen Hangabschnitt führt von dem man eine gute Aussicht ins Tal genießen kann (9€ hin- und zurück). Das Spannende ist außer der Aussicht ein gewisser Nervenkitzel, da die Brücke einen Gitterboden hat, von dem aus man den 60m tiefer gelegenen Waldboden sehr gut erkennen kann. Dazu gerät das gesamte Bauwerk in gute Quer- und leichte Längsschwingungen. Vor allem, wenn man nicht allein dort ist, was fast ausgeschlossen ist und heitere Mitmenschen den Effekt mutwillig verstärken ;-)

Als Kritikpunkte könnte man anführen, dass die Brücke aus Verkehrssicht keinen Zweck erfüllt (man spart überhaupt keinen Weg ein) und die Aussicht zwar gut ist, aber dann doch deutlich z.B. hinter dem Turm des Baumwipfelpfads zurückbleibt. Ist die Überquerung geglückt kann man tatsächlich ein paar Kilometer wandern, um schließlich das berühmte und empfehlenswerte Ausflugslokal Grünhütte zur erreichen. Natürlich über einen “Märchenpfad” mit allerlei Installationen. Selbstredend ist die Deckung durch die Rauten des Schwarzwaldsvereins flächendeckend, Verlaufen ausgeschlossen. An Ziel muss man sich anstellen, um zwischen Horden von Spaziergängern und Wanderern noch einen Blaubeerpfannkuchen zu ergattern. Oder eine deftige Linsensuppe. Aber all das ist recht preiswert und gut. Die ganze Aktion lässt sich mehr oder weniger ohne Bewältigung von Höhenmetern durchführen, so dass auch problemlos kleine Kinder und Oma & Opa mitkommen können.
Zurück bleibt die Erkenntnis, dass man diesen Besuch unbedingt machen kann, solang man es noch nicht gesehen hat. Ich persönlich bin der Meinung, dass der Wald auch ohne die ganzen Effekte schön genug ist.

Geocaching ade

Seit vielen Jahren tickerte hier dieser kleine Zähler:

Profile for Wolkenlos

auf meiner Website. Und ein spannendes Hobby war es, zumindest eine Zeit lang. Mühevoll den ersten kleinen Petling ohne Erfahrung und geeignetem GPS gesucht, das ist bald 10 Jahre her. Ganz hier in der Nähe war das, an einer Leitplanke(!), in einem Brombeergestrüpp. Am Ende war ich 4 Mal vor Ort, bis ich das Ding glücklich gefunden hatte. Nach sog. Wanderrunden mit einfachen Verstecken habe ich mit dem Rad die nähere Umgebung “abgegrast”.

Dann der Urknall: Aus irgendeinem Grunde dachte ich, ich müsste andere Geocacher kennenlernen und begab mich zu einem der Regionaltreffen in einer Pizzeria bei Winnenden. Und wie es der Zufall wollte, geriet ich an ein Tischende, an dem ich eine Mischung von herzlich netten Leuten antraf, mit denen ich bis heute unterwegs bin. Einige von ihnen waren bereits erfahrener und so wurden unsere Ausflüge immer interessanter: Nachtcaches mit genialen Lichteffekten, Klettereien, knallharte Rätsel und natürlich(!) die sog. Lost Places. Von denen gibt es nicht so viele, daher fuhren wir bald durch ganz Deutschland und machten oft mehrtägige Touren. Das führte zu allerlei merkwürdigen Effekten, z.B. dass ich von einigen Städten im Osten (Chemnitz, Magdeburg) eigentlich nur gruslig verlassene Industrieanlagen kenne. Aber immerhin das kleine Abenteuer, unerkannt auf den Geländen unterwegs zu sein und teils extrem knifflige Rätsel zu lösen und in irgendwelche Löcher zu klettern, worauf man sonst im Leben nie gekommen wäre. Aber diese Highlights waren sehr selten.

Irgendwann folgt die Ernüchterung. Ich will einfach nicht mehr unter Baumstümpfen im offensichtlichen Versteck herumwühlen und quadratmeterweise Grünfläche plätten, um den nächsten bedeutungslosen Punkt zu ziehen. Schöne Wanderungen? Hm. So wie beim Einstieg gab es auch für den Ausstieg ein Schlüsselerlebnis: Anfang des Jahres, am Dreikönigstag traf sich die bewährte Mannschaft und stiefelte hier ganz in der Nähe im Wald herum. Ein Teilereignis des Tages war das Abklappern eines sog. “Adventskalenders”, 24 Petlingen, die völlig unchristlich im Wald hingen, allerdings in niedlich gehäkelten Söckchen “versteckt”. An jedem Tag vor Weihnachten wurde da einer freigeschaltet und das ganze Ensemble danach noch etwas offengehalten, damit soviel Leute wie möglich diese wunderbare Runde genießen die Punkte ziehen konnten.
Was sich an diesem wunderschönen eisig-sonnigen Tag dort abspielte, war wie auf dem Wasen, nur ohne Dirndl. Scharen von Cachern entstiegen SUVs und bewegten sich mit ihren Funktionshosen und mit Navis behängten Goretex-Jacken gewandt durch den Wald. Fast immer in Sichtweite des nächsten Trupps. An vielen “Locations” durften wir dann zum Unterschreiben anstehen oder einer wurde vorgeschickt, der das dann für alle erledigte. Wie es da im Unterholz aussah kann man sich vorstellen. Mir war klar: Für mich ist das jetzt genug.

Das alles heißt nicht, dass ich nie wieder cachen gehe. Ich bin sicherlich dabei, wenn es bei Gelegenheit wieder um einen netten LP / NC geht oder wenn ich zu einer Tour eingeladen werde. Nur für meine eigene Vorstellung ist es eine Beschäftigung, die in der Vergangenheit liegt. Ich schaue nach vorn.

Tief im Osten..

..ist es schöner als man glaubt. Vergangenes Wochenende waren wir drei Tage in Dresden und Umgebung. Während der Fokus wie so oft auf Lost-Place Geocaching lag, haben wir uns trotzdem die Zeit genommen, die Stadt wenigstens oberflächlich anzuschauen. Zumindest deren Kern ist absolut sehenswert, hier reihen sich die Highlights an historischen Gebäuden nur so aneinander. So manche andere Kommune wäre froh, wenigstens eins dieser Gemäuer zu besitzen. Hier sind es so viele, daß sie teilweise fast schon untergehen. Etwas weiter außerhalb beginnt allerdings sofort die übliche Plattenbau-Baumarkt-Tristesse, so dass auch hier ein etwas zwiespältiger Eindruck verbleibt. Fest steht jedoch, dass selten ein Areal aufwendiger saniert wurde bzw. saniert wird wie das gesamte Stadtzentrum um den Jüdenplatz herum. Ein altes Foto von 1953 aufgenommen vom Kirchturm der Kreuzkirche aus dem Jahr 1953 macht es deutlich: Hier war nach dem Krieg einfach eine Ebene! Kein Haus! Die Angriffe im Februar 1945 hatten den gesamten Stadtbezirk völlig eingeebnet. Umso erstaunlicher der heutige Zustand, allen voran die Frauenkirche. In den hellen Steinen sind immer wieder dunkle gemischt, die aus dem ursprünglichen Bau stammen und an die richtige Stelle gepuzzelt wurden. Was für ein Aufwand. Man sieht deutlich die Auswirkungen, wenn Generationen von Kindern mit Lego-Steinen aufwachsen, diese Fähigkeiten kann man immer wieder praktisch einsetzen. Unterkunft, Essen und Trinken war auch ohne Tadel.

Für Lost Places gilt der Osten Deutschlands immer noch als Geheimtip, wobei ich sagen muss, dass dieser Titel 25 Jahre nach der Wende langsam verblasst. Wir waren in reichlich alten Anlagen, darunter ein riesiges Kunststoff-Presswerk, die allerdings inzwischen einen ziemlich hohen Zerstörungsgrad aufweisen. Da die Softair- und Spraydosenfraktion diese Örtlichkeiten ebenfalls für sich entdeckt hat, haben wir schon eine Menge Kollateralschäden festgestellt. Die vorhandenen Geocaches sind teilweise auch schon ziemlich alt, so dass manche Stages nur schwer auffindbar sind, bzw. die Hinweise durch Überarbeitung manchmal in die Irre führend. Gefunden haben wir am Ende trotzdem alles, auch wenn es nicht immer ganz einfach war. Aber es gab gute Stories und eine Menge zu sehen, darunter eine Halle in Kathedralengröße, Susi’s Schrank, ein verbranntes Archiv, Tunnel mit Reflektoren, Bühnen ohne Vorhang und sogar ein ein-Frau-Cacher-Team, das ganz unerschrocken im Dunkeln unterwegs war. So also insgesamt ein durchaus interessantes Erlebnis, dem ich noch ein paar Bilder anfügen möchte.

LP im Osten

Unsere Gegend inzwischen abgegrast, fahren wir inzwischen immer weiter, um an interessante und ebenso verlassene Orte zu kommen. Diesmal bis ins ferne Thüringen. Hier sind wir in einem ehemaligen Kinderheim. Es ist kein besonderer Bau, der Reiz kommt mehr vom Kontrast. Manche Bereiche sind völlig zerstört, während man an anderen Stellen das Gefühl hat, der Vorbesitzer hat vor 5 Minuten das Haus verlassen. Ganz abgesehen von den enthaltenen Rätseln kann man schöne Bilder machen:


Es ist zugegebenermaßen schwer nachzuvollziehen, aber das erlebte Rätsellösen hat einen ganz besonderen Reiz.

Der Goldfisch

Goldfisch Diese Art Goldfisch meine ich nicht. Eher zufällig stießen wir beim Cachen in der Nähe von Obrigheim auf den Lehrpfad “Goldfisch”, der ein Teil der Gedenkstätte des KZ Neckarelz ist. Ich möchte jetzt hier auf gar keinen Fall die betroffene SPON-Karte spielen, nein, gar nicht. Aber wer durch die Gegend kommt, sollte kurz anhalten und diesen rund 30-minütigen Spaziergang durch den Wald machen. Sei es nur um sich in Erinnerung zu rufen, was für ein kranker Schwachkopf dieser Führer eigentlich war. Hier wurde gegen Ende des Krieges versucht, die Flugzeugmotorenfabrikation von Daimler unterirdisch in einen ehemaligen Gipsstock zu verlegen – vermeintlich sicher vor Luftangriffen. Wie so vieles andere auch vergebliche Mühe. Die allerdings war teuer bezahlt, es gab keine Transportmöglichkeiten und so musste die Verbindung zwischen der Bahnlinie an der Neckarsohle und dem Stolleneingang rund 60m höher mit Menschenkraft hergestellt werden. Mit entsprechenden Folgen. Der Stollen selbst ist leider nicht begehbar aber die Anlage soweit freigeschnitten, daß man sich ein grobes Bild von der Lage und den Ausmaßen machen kann. Für Cacher: GCGQTD.

Cachen am Meer!

Über meine dänischen Caching-Erfahrungen habe ich hier schon kurz berichtet. Außer dem bekannten Stützpunkt HKB 6/180 (http://coord.info/GC19FWE) hatten wir leider nicht viel Glück.
Inzwischen gibt es natürlich die bekannten Favorite-Punkte, mit deren Hilfe man vorsortieren kann, um allzu herben Enttäuschungen vorzubeugen. Oder man besucht eine Seite wie “Geocachen an der Nordsee” und informiert sich schon im Vorwege über mögliche Ziele. Die dort gelisteten Dosen müssen sich natürlich auf einen Extra-Ansturm einstellen, aber man kann es drehen und wenden wie man will – Cachen ist inzwischen ein Breitensport.
Und das finde ich nicht unbedingt verkehrt, raus mit den Leuten an die frische Luft! Und wenn man sich rücksichtsvoll verhält und seinen Müll wieder mitnimmt spricht auch nichts gegen ausgiebige Entdecker-Touren.

Ein Besuch bei Diamalt

Erst mal ein Gutes Neues, ich war schon lang nicht mehr hier, hat man mir gesagt. Wird Zeit für ein Update also. Ich habe viele kleine Projekte in der Pipeline, aber komischweise wird nie eines fertig, so dass ich eigentlich nichts Spannendes vortragen kann. Daher heute ein kurzer Reisebericht.
An 3-König waren wir in München. Die Lost Places in der direkten Umgebung sind inzwischen ausgegangen, da muss man länger fahren. Über diesen kann ich etwas freier berichten, denn der Ort ist nicht durch ein Rätsel gesichert und an großer Geheimniskrämerei scheint auch dem Owner nicht viel zu liegen. Wir waren in der ehemaligen Backmalz-Fabrik von Diamalt, ein großes Gelände, von dem ein Teil derzeit umfassend saniert wird.

Die Nordwestseite

Kaum waren wir drin hörten wir schon Stimmen – das darf doch nicht wahr sein. Diesmal war’s aber nicht die Polizei, sondern ein weiteres Cacher-Team mit herrlich fränkischem Akzent. Wir taten uns kurz zusammen, stellten dann aber fest dass es zu sechst irgendwie langweilig und zu voll ist und zogen wieder getrennte Wege. Wir kamen extrem gut voran – Erfahrung halt – so dass wir die anderen bald hinter uns liessen.

Das Dach ist kaputt

Das letzte Rätsel geknackt machten wir uns auf dem Weg vom Turmzimmer nach unten – und hörten wieder Stimmen. Dann hatte ich das Gefühl, LP Caching ist langsam wie im Freibad bei Ferienbeginn – eine wahre Kolonne Cacher zog an uns vorüber. Das hörte gar nicht mehr auf! Die waren bestimmt mit dem Bus gekommen. Zu diesem Zeitpunkt müssen an die 20 Personen im Gebäude gewesen sein. Ich bin also auch ein Breitensportler oder wie man das nennt.

Interessante Wandbilder

Die Dose war dann etwas ausserhalb eher lieblos versteckt, ohne rechtes Logbuch und irgendwelche Goodies. Ich finde das immer etwas schade, wenn mit den Stationen soviel Aufwand getrieben wird.

Das sollte es aber nicht gewesen sein! Es wurde Zeit für eine kleine Stärkung. Durch Zufall sind wir im Vorüberfahren auf den Alten Wirt Moosach gestossen und haben dort sehr lecker gegessen. Typ modernisierte Bierschwemme, hat auch einen Biergarten aber damit war’s nun gar nix bei 5 Grad und Nieselregen. Zum Abschluss des Tages runtergefahren nach Oberhaching und dort einen genialen Nachtcache gemacht. Mit im Einsatz unter anderem Stationen mit PMR Sendern, Morseblinkern, Reaktivlichtern und vielem mehr. Das hat mir dann den Tag gerettet. Schön gemacht und viel frischer Luft. Das Thema Reaktivlicht hat es mir angetan – das wäre evtl. auch mal was für einen Innenstadt-NC..

Sounds: satt! Hahnweide 2011

Eigentlich waren wir zum Cachen und ein bisschen Flugzeuge schauen da, aber nach 2 Stunden durch den Wald tapern haben wir den Caching-Teil bleiben lassen – das Getöse in der Luft war einfach unglaublich, optisch wie akustisch. “So kann ich nicht arbeiten”, also raus aus dem Wald und an den Platz. Der war umzäunt und daher haben wir einen nahegelegenen Hügel mit bester Aussicht erklommen. Starts und Landungen in schneller Folge, einfach fantastisch.

Eins ist klar: beim nächsten Treffen auf der Hahnweide bin ich am Start – und zwar 1. innerhalb des Geländes und 2. den ganzen Tag :) SterneSterneSterneSterneSterne

Endlich gehoben : Schatz der Ulmer

Jedes Mal wenn ich mit meinen entzückenden MitCacherDamen unterwegs bin fragen sie mich, ob ich schon beim “Schatz der Ulmer” war. Dieser Geocache ist anscheinend einer der berühmtesten in ganz Süddeutschland und bis letzten Freitag musste ich diese Frage jedes Mal verneinen. Aber nicht mehr! Nur zu zweit sind Franzi und ich morgens um halb acht auf dem Parkplatz gestanden und haben unsere Wanderstiefel geschnürt. Wobei man nicht viel zum Wandern kommt. Stiefel braucht man eigentlich mehr dafür, dass der Matsch nicht in die Halbschuhe läuft. Doch worum geht es hier eigentlich? Mitte des neunzehnten Jahrhunderts war man nach der erfolgreichen Eroberung Süddeutschlands durch Napoleon der Ansicht, das sowas unter gar keinen Umständen wieder passieren dürfe. Daher wurden unglaubliche Mittel bereitgestellt, um an zentralen Orten Bollwerke zu errichten, die einer angreifenden Armee im Landesinneren lange Widerstand leisten sollten: Die sogenannten Bundesfestungen. Nix Bundesrepublik, damals war es noch der Deutsche Bund. Mainz, Luxemburg, Landau, Rastatt und! Ja genau, Ulm. Militärisch dienten sie der Abschreckung. Diesem Anspruch gerecht geworden waren die Anlagen auch nie direkt in kriegerische Handlungen involviert. An verschiedenen Standorten stark zurückgebaut kann man heute vor allem in Ulm noch sehr viele gut erhaltene Anlagen vorfinden. Durch eines dieser Forts führt dann auch der Cache, der mit 5-12 Stunden Dauer recht zeitaufwendig ist. Wir selbst haben 9,5 Stunden gebraucht und hatten noch Glück am Anfang alles relativ schnell zu finden. So bewegt man sich durch Gräben, Geschützstellungen, Gegenminen-Stollen, Munitionsaufzüge(!) und Verteidigungsanlagen – alles mitten in der Stadt. Die Tour liefert außerdem reichlich geschichtlichen Hintergrund, zudem spannende Rätsel und der Epoche angepasste Verstecke: Man trifft auf keine einzige Tupperbox. Wir waren schwer begeistert obwohl am Ende doch ganz glücklich, den “Schatz” endlich gefunden zu haben – ziemlich ausgepumpt und auch nicht mehr mit 100% Konzentration bei der Sache.
Ich kann an dieser Stelle versichern, daß allein dieser Cache es lohnt, sich mit dem Thema Geocaching auseinanderzusetzen. Aber ganz grün darf man an die Sache natürlich auch nicht herangehen, es gibt einige heikle Passagen, still muss man die Häuser der Anwohner umschiffen und ein paar Rätsel haben durchaus das Attribut “knackig” verdient. Das gilt auch für anderes aber in diesem Fall: Rätsel! ;-) Besonders hervorzuheben ist außerdem dass der Schatz von einem äußerst rührigen Mitglied der Szene betreut wird, der jedes Team mit einer individuellen Tip-Liste und seiner eigenen Handynummer versorgt, sollte man mal feststecken und nicht weiterkommen. Diesen Ruf mussten wir dann auch einmal in Anspruch nehmen, weniger dem Rätsel geschuldet als einer etwas mißverständlichen Wegbeschreibung. Ein spannendes Erlebnis, das die Augen wieder ein wenig weiter geöffnet hat.

Geocaching: Besuch bei den Top 10

Allerlei Waldgeister

In Deutschland gibt es derzeit rund 200.000 Geocaches. Wer weiß ob das stimmt. Das kommt jedenfalls heraus wenn man die Suche auf Deutschland eingrenzt. Ordnet man diese Dosen nach Qualität (Fav.-Punkte) an, befinden sich 6 Caches auf der allerersten Seite zusammen in einem kleinen Waldstück nördlich von Heidelberg. Grund genug, diese Konzentration an Qualität an einem Ferientag zu besuchen. Und einen Tag später kann ich zusammenfassen: Etwas ist schon dran. Ich habe mit den Kindern einen ganzen Tag lang in dem Waldstück einen Cache nach dem anderen gemacht, ohne dass einer müde Füße oder keine Lust mehr hatte. Im Gegenteil.. “machen wir nooch einen??”. Das lag hauptsächlich daran, dass selbst einzelne Stationen aufwendiger gemacht waren als bei anderen Caches die ganze Reihe und die Abstände dazwischen sehr gering. Selten musste man mehr als 200m laufen um weiterzustaunen. Dazu kam der eher sehr niedrige Schwierigkeitsgrad. Das ist mein einziger Kritikpunkt. Die Wege waren auch so ausgelatscht dass man vermutlich ohne eine einzelne Stage zu lösen die Serie ablaufen kann – einfach immer dem Weg nach, das Final wird schon kommen. Damit ist das zwar mit Kindern total nett, eine Gruppe Profi-Cacher wird allerdings mit dem Spaß sehr schnell durch sein.

Chancenlos: Fafner (Lindwurm) im Kampf mit Siegfried (li.)

Zwischendrin zufällig ein lustiges Lokal in der Lorscher Fußgängerzone kennengelernt: “Pizzeria am Kloster“, das neue Maßstäbe in der Kategorie “kinderfreundlich” setzt: Hier gibt es Nudeln OHNE Soße! Ich dachte ich fall um. Die Ohne-Soßen-Esserin wählte aber trotzdem lieber Schnitzel mit Pommes. Außerdem wurde man mit einem Tellerchen Knabberzeug begrüßt, die Rechnung mit einer halben Packung Haribos garniert – meine beiden waren jedenfalls begeistert und stopften sich die Backen voll. Das Ganze zudem sensationell preisgünstig. SterneSterneSterneSterneSterne

Nachmittags ging es dann weiter mit dem zweiten Teil ein paar Kilometer weiter. Gleiches Spiel: Begeistert. Die einzelnen Stationen kann man mehr als blinkende Installationen bezeichnen, obwohl längst nicht alles elektrisch betrieben wird. Hier waren definitiv Künstler, Meister ihres Fachs am Werk. Reichlich fertig und zeckenbehaftet kamen wir schließlich wieder zuhause an.

ps. Das Ende ist möglicherweise nah: Wegen umfangreicher Baumfällarbeiten wird diese Reihe ab September geschlossen