Störung am Triebfahrzeug

Bahn-Bashing! Die Leute, die dort arbeiten können am wenigsten dafür. Ich bin schon länger der Ansicht, dass das Privatisierungskonzept ziemlich grundlegend gescheitert ist. Und wie immer kommt es darauf an, wen man fragt. Wer darauf angewiesen ist, lacht hysterisch und findet sich irgendwie mit der Situation ab. Aber es gibt noch Menschen unter uns, die sich daran erinnern wie es einst war! Zeiten, in denen die Bahn nicht jährlich vom Winter, Sommer oder wie in meinem aktuellen Fall, den Ferien! überrascht wurde. In der es noch Ausweichgleise gab. Wo man einem Zug nochmal Wagen “aus dem Vorrat” beistellen konnte, wenn sich hohes Passagieraufkommen abzeichnete. Einer stetig wachsenden Zahl (potentieller) Kunden steht so ein immer kleinerer Fahrzeugpark gegenüber. Kleinere Sitzabstände, dann spart man auf 600m Länge einen Wagen ein. Großartig! Das gefällt niemand, der den Kram nutzen muss. Gleisansagen kommen selbst in den ganz großen Bahnhöfen eher zufällig – manchmal wird dann auch der Zug für das Nebengleis angekündigt. Hoppla, naja egal. ICE wird bereitgestellt ohne Reservierungen, ungereinigt, 30 Minuten zu spät. Bis am Ziel sind es dann 58 Minuten geworden, im Zug so knapp 30 Grad. Da dachte man, man ist dem Schlimmsten entronnen, sind nur noch 20 Minuten Regionalbahn. Doch dort ist anscheinend der vorausgegangene Zug ausgefallen, zur Haupt-Pendlerzeit rollt dann original eine Garnitur mit.. 5 Wagen ein. Die dichtgedrängten Leute am Bahnsteig hätten 8 vollbekommen. So quetschte man sich auf zwei Ebenen und schwitzte sich gegenseitig an. Wunderbar. Mein Tag heute. Es müsste gar nicht so viel getan werden, um etwas zu verbessern. Vor allem, mehr Redundanz schaffen, damit solche Extremsituationen nicht so schnell eskalieren. Aber! Kost’ ja Geld.

Gegensätze

Meanwhile in Kenia:
Die Eisenbahnverbindung von Mombasa nach Nairobi ist neueröffnet, die Chinesen haben die Strecke in 3,5 Jahren fertig gebaut. Respekt. Wie die Kenianer allerdings jemals die Baukosten von 3,8 Mrd Dollar zurückzahlen können bleibt rätselhaft. Auch hier wieder: Ausländische Über-Investitionen bringen die Empfänger direkt in Geiselhaft.
Interessant an dieser Stelle: für die 480km zahlt man einweg knapp 8€ Fahrpreis. Für diesen Tarif kommt man im Stuttgarter Verkehrsverbund 6 Zonen weit, während der Betreiber dabei noch jault wie sehr die Preise subventioniert werden müssen.
Hier setzen wir ein Bookmark und schauen in 5 Jahren wieder vorbei, was daraus geworden ist.

Automatengrippe

Im Sommer fahre ich mit der Bahn, denn im Sommer wird gebaut. Die Bundesstraße ist sozusagen unpassierbar, Asphaltbelag wird abgekratzt und neu vergossen. Leider ist auch die Remsbahn eingleisig, Weichen und Gleise werden erneuert. Beide Bau-Parteien beteuern, von den Bauaktivitäten der Gegenseite überhaupt keine Ahnung gehabt zu haben. Daher geht im Remstal gerade nicht viel, wenn man sich fortbewegen will. Wir bitten um Verständnis. Klar doch.
Also los mit der Bahn, die fährt zwar nicht mehr so oft, aber man muss sich normalerweise nicht so übel aufregen wie mit dem Auto. Der Automat sah aber irgendwie etwas komisch aus.. hallo Interface?

Eigentlich wollte ich eine Zehnerkarte, aber da stand nur:

Oha, das kann vermutlich länger dauern. Schnell untendurch gewetzt und den Automat auf der Gegenseite benutzt.
Einen Tag(!) später sehe ich folgendes Bild:

Es hat offensichtlich doch etwas länger gedauert :-D Aber wenn er mit Booten fertig ist, gibt es vielleicht auch wieder Fahrscheine..

S21

Muss oben bleiben: Kopfbahnhof Stackeln an der Kruke

Eine Woche noch bis zum demokratischen Show-Down. Ich habe mir bisher jeden Kommentar und sogar eine eigene Meinung zu dem Thema verkniffen, obwohl ich ein gewisses Interesse am Schienenverkehr nicht verneinen kann. Ein Stück weit haben beide Parteien Recht. Andrerseits werden viele Argumente vor allem bei den Projektgegnern ins Feld geführt, die aus meiner Sicht teils nur hanebüchen sind. Zuvörderst das Argument, dass wenn der Bahnhof nicht gebaut wird, das Geld für etwas anderes ausgegeben werden könnte, z.B. für “K-21”, mehr Bildung oder Bäume im Park. Wer nur einen Hauch Ahnung von der Vergabe öffentlicher Mittel hat weiß, dass das Geld dann weg ist, von der Ausstiegsgebühren mal ganz abgesehen. Die 4,5 Milliarden verwenden dann die Bremer oder Berliner und bauen sich dafür lachend ein bisschen Infrastruktur dazu. Die letztes Wochenende lustig vor unserem Haus aufmarschierten Mitt-Fünfziger skandierten “Oooben bleiiben, oooben bleiiben!!”. Tja schon richtig, oben müsste man dann wohl noch ein paar Jahre bleiben. Haare kräuseln sich dann auch beim geballten eisenbahnerischen Halbwissen, das ein heute im Briefkasten vorgefundener Flyer verströmt. Kein “integraler Taktfahrplan mehr möglich”, die Kunden aus dem Wieslauftal müssten “lange Wartezeiten in Kauf nehmen”. Woher will man das wissen? Und was überhaupt ein “integraler Taktfahrplan” ist wissen die Auftraggeber der Broschüre wahrscheinlich selbst nicht. Es gibt gute Gründe gegen das Projekt, aber diese sind es sicher nicht. Man kann argumentieren, dass es ein Immobilienprojekt ist. Man kann wahrscheinlich auch sicher sein, dass es den Kostenrahmen sprengt. Denkbar ist auch, dass die Verbesserungen unter den Erwartungen zurück bleiben. Aber ich kann mich einfach nicht mit den Gegnern solidarisieren, es ist mir nicht möglich.

Ein sinnvolles Argument gegen S21 fällt mir noch ein: Aus olfaktorischen Gründen wird der Einsatz von Dampfzügen auf der Tunnelstrecke leider nicht möglich sein. Grah! :)

Passiv statt aktiv

Eigentlich wollte ich über den 150. Geburtstag der Remsbahn schreiben, viele Bilder einfügen und das Ganze überhaupt miterlebt haben. :)
Leider ist mir dies nicht gelungen. Zum einen lag das an einem längeren SchoWo-Abend, an dem wir zufällig dieser Band wiederbegegnet sind,
andrerseits an dem äußerst bescheidenen Wetter, bei dem ich dann nur noch an mein Sofa denken konnte. Stattdessen gibt es wieder ein paar
mediale Empfehlungen. Wobei es in letzter Zeit eher Warnungen sind, schon klar.
Das fing an mit Harry Potter, der hoffentlich endgültig letzte Teil einer brillianten Marketingaktion. Ich glaube George Lucas ist der einzige,
der mit einem Merchandise noch mehr Kohle eingesammelt hat. Aber es sei ihnen gegönnt, die Geschäftsidee ist auch mehr als genial.
In diesem Zusammenhang ist der Film gar nicht so schlecht wie befürchtet, auch wenn er gefühlt nur etwa 20 Seiten Handlung im Buch abdeckt.
Die Ausstattung natürlich phänomenal, und hin und wieder gab es doch den ein oder anderen ruhigeren Handlungsabschnitt. Sagte ich Handlung? Egal.
Kann man also reingehen, hier habe ich sogar von der 3. Dimension hin und wieder etwas gemerkt. SterneSterneSterneSterneSterne

Dann war da noch “Priest“, eine eigenartige Mischung aus MadMax, Firefly und Underworld. Auch das kann man niemand guten Gewissens empfehlen ohne rot zu werden. Aber das macht gutes Popcorn-Kino aus: Man kommt mit dem was da an Handlung passiert auch noch im semi-komatösen Zustand mit. Also auch nach einem harten Tag ehrlicher Arbeit. Äh wart mal, wann war eigentlich der letzte? Hm :) Wer also Underworld auch ohne Kate Beckinsale anschauen würde macht nichts falsch. SterneSterneSterneSterneSterne

Jetzt habe ich über lauter bewegten Bildern fast den Geburtstag der Bahn vergessen. Damit man mal gesehen hat, worum es geht hat Gabriel tolle Videos von einer Führerstandsfahrt gemacht. Ich hoffe nur, daß er die Musik dazu nicht selbst komponiert hat. :-)

Der Tunnel

Das ist kaum zu glauben, wir waren in einem Lost-Place ohne Cache. Echt. Wobei ich nicht sicher bin, ob nicht doch einer drinliegt. Neben der Tür ist eine kleine Öffnung, durch die man sich zur Not quetschen kann (T4.5), um auf der anderen Seite artgerecht herunterzukrachen. Es ist der “alte” Rosensteintunnel, der neben der Bahnverbindung zwischen Bad Cannstatt und Stuttgart noch existiert. Wir hatten über die Verkehrsfreunde Stuttgart die Möglichkeit, an einer Führung teilzunehmen. Mitte des 19. Jahrhunderts schon wurde dieser Tunnel (direkt unter dem Schloß) durch den Berg des Rosensteinparks bergmännisch gegraben. So dicht unter dem Schloß übrigens, dass der Teich einmal wegen einer Leckage direkt in den Tunnel abgeflossen ist. Ups! 2-gleisig konnte man so in das Stadtzentrum gelangen, ohne den schönen englischen Park in Mitleidenschaft zu ziehen. Äh, Parallelen zur Gegenwart sind rein zufällig und nicht unbedingt beabsichtigt. Der neue Rosensteintunnel wurde bereits vor dem ersten Weltkrieg gebaut und ist seit 1915 im Einsatz. Seither wird der alte Tunnel nicht mehr verwendet, was sich auch an spannenden Kalkablagerungen an den Wänden zeigt. Sollte S21 gebaut werden wird dann auch der jetzt verwendete Tunnel ersetzt. Mehr dazu bei Wikipedia.

Das reich verzierte Tunnelportal

Der Tunnel ist bis zu einer Distanz von etwa 300m (2/3 der Strecke) begehbar. Dahinter ist er fest verschlossen und Teil einer Tiefbauanlage auf der anderen Seite.

Auch hier gibt es interessante Höhlenmalereien, die von Schlangenmenschen an die Wand gezaubert wurden.

Die schwäbische Waldbahn

Wie ich hier (ich hoffe nicht zum Leidwesen der Leser) schon mehrfach berichtete, gibt es seit einiger Zeit Bestrebungen, das Streckenstück von Rudersberg nach Welzheim als Touristikbahn wiederzubeleben. Jetzt hat das Projekt endgültig Formen angenommen und der Starttermin steht fest: Ab dem 8. Mai sollen an jedem Wochenende Züge nach Welzheim rollen, gefahren wird wahrscheinlich mit dem Rollmaterial der DBK (64 419 und V100).
Das ganze nennt sich jetzt “Die Schwäbische Waldbahn“, ganz passend wie ich finde. Ich hoffe daß sich das rechnet, die 12€ für eine einfache Fahrt bzw. 40€ für ein Familienticket sind möglicherweise zu nah an der Schmerzgrenze.

Hier gibt es dazu noch eine Fernsehbeitrag des SWR, von dem die ersten 6 Minuten von Interesse sind.

78 468

Die EZB veranstaltet traditionell Dampf-Fahrten an Drei-König. Diesmal wurde die Remsbahn von Stuttgart nach Nördlingen befahren. Zuglok ist 78 468. Eine der wie ich finde schönsten Dampfloks. Im übrigen war dies die Baureihe, die auf der Remsbahn zwischen Schorndorf und Aalen eingesetzt wurde, bis auch dieser Abschnitt 1962 elektrifiziert wurde. Um einen kurzen Blick auf das Geschehen zu werfen reicht ein knapp 3-minütiger Fußmarsch um den Zug beim Halt in Schorndorf abzupassen.


Einfahrt in Schorndorf.


Der Herr sieht ganz entspannt aus..


Woosh! 1.140 PS in knapp 100t Gewicht setzen sich in Bewegung. Es war richtig kalt, eine wichtige Voraussetzung für eine schöne Dampfentwicklung.

Wieslaufbahn – Strecke komplett zwischen Rudersberg und Welzheim

Nachdem ich hier bereits mehrfach über die Reaktivierung der alten Strecke zwischen Rudersberg und Welzheim berichtet hatte, ist mir ein interessantes Ereignis der letzten Zeit völlig entgangen: Die Schienenverbindung besteht nun wieder vollständig! Am 23.7.2009 wurde die Strecke erstmals wieder von einem Zug befahren. Bitte hier klicken für einen paar Infos und Bilder.

Tourismusbahn Welzheim

Seit Jahren schon ist die Wiedereröffnung der Bahnstrecke Rudersberg-Welzheim (als Verlängerung der Nebenstrecke Schorndorf-Rudersberg) als Tourismusbahn im Gespräch. Seit einigen Jahren wird auch gebaut. Der Eröffnungstermin wird jedoch immer wieder verschoben. Das hätte bereits letztes Jahr passieren müssen, in diesem Jahr sieht es bisher noch nicht danach aus. Im Rahmen einer kleinen Fahrradtour habe ich den oberen Streckenabschnitt vor ein paar Tagen besucht.

So präsentiert sich der Endpunkt Welzheim mit seinen zwei Gleisen. Die Umsetzmöglichkeit scheint für die als Zuglok in Frage kommende BR 50 der DBK nicht ausreichend.

Hier wird bereits kräftig am Bahnsteig gebaut. Am Haltepunkt Breitenfürst ist auch noch viel Arbeit notwendig.

Ein Stück hangabwärts am Bahnübergang zwischen Welzheim und Lauffenmühle. Der Bahnübergang ist gleich hinter dem großen Viadukt. Man kann deutlich die ziemlich verrückte Steigung der Strecke sehen. Die Stopfmaschine müsste hier auch nochmal tätig werden..

Von der gleichen Position bergauf.

Der große Viadukt in Lauffenmühle. Der Bach verläuft fast in einer Art Canyon, kaum zu glauben welcher Aufwand hier einstmals betrieben wurde.

Links: