Jagsttalwiesen 2017

Nach etwas längerem inter-familiärem Hin-und Her sind wir schlußendlich doch an die Jagst aufgebrochen, um an dem alljährlichen Mega-Wanderevent “Jagsttal Wiesenwanderung” teilzunehmen. Leider etwas weit zu fahren. Zusammen mit reichhaltig(en) Gleichgesinnten haben wir am Ende der offiziellen Tour (38,5km) ein kleines Stück abgewandert. Bei strahlendem Sonnenschein und knapp 30 Grad eine heiße Angelegenheit. Neben dem wirklich sehenswerten Langenburg strömt die Jagst hier absolut verkehrsberuhigt durch ein relativ enges Tal. Kleine Wehre in den Orten mit Staukanälen, darin ein mörderisches Gequake von Fröschen (oder Unken?) beachtlicher Ausmaße. Wir sind in Bächlingen gestartet, hinauf nach Langenburg und erstmal direkt ins Café, Kuchen und Espresso. Hey, es ist Wochenende. Dann flußabwärts auf der Ostseite bis Eberbach, ein frisches Radler und auf der anderen Seite wieder zurück. Das gab schön Salzkruste auf dem T-Shirt nach den knapp 20 Kilometern.. Der Weg ist leider mit viel Asphalt, aber trotzdem schön zu gehen, weil nur eine Fahrspur und praktisch kein Verkehr bis auf ein paar Fahrräder. Fazit: Kann man sich durchaus mal anschauen, die hohenlohische Gegend.. ;-)

Klangteppich

Nein es ist nicht so, wie manche jetzt vielleicht denken :) . Bei dieser Dame handelt es sich um Hanna Elisabeth Müller, eine Sopranistin, die gestern abend beim Abschlußkonzert des Musikfests Stuttgart auftrat. Diese optisch wie akustisch angenehme Erfahrung machten wir im letzten Satz von Mahler’s 4. Symphonie. Das war schon allein deshalb spannend, weil es natürlich nicht leicht ist, als Einzelstimme gegen das komplettte Orchester nicht vollständig unterzugehen. Hat sie gut hingekriegt. Mahler selbst ist.. nagut, es war meiner Meinung nach technisch perfekt interpretiert und sehr unterhaltsam. Es kommen alle möglichen instrumentalen Randgruppen wie Harfen, diverse Percussions und Triangeln zum Einsatz, das führt zu sehr abwechslungsreichem Klang. Mir persönlich fehlt aber die verbindende Melodie, das Thema, Riff, oder wie man es nennen will. Wenn man wieder hinaustritt, bleibt nichts zum Nachsummen im Kopf zurück. Klingt ein bisschen einfältig, aber so ist es nun mal ;-)
Der erste Teil bestand aus Schuberts “Unvollendeter“, ein (schon aus der Natur der Sache) relativ kurzes Stück. Diese an sich wundervolle Musik wiederholt sich für meinen Geschmack etwas zu oft aber das macht eigentlich nichts. Radio-Sinfonieorchester Stuttgart (SWR) mit Michael Sanderling als Dirigenten. Meine Mutter hält ihn für einen Poser aber ich fand, er hat seine Sache ganz gut gemacht. Ein Dirigent ist ja im Grunde ein musikalischer Tanzbär, was will er machen.

Normahl unplugged zum Frühstück

Da soll einer nochmal behaupten, wir wohnen am A* der Welt, hier sei nix los und überhaupt, wo ist das nochmal?
Gestern zum Frühstück wurde der Krach draussen immer lauter und ein Blick aus dem Fenster verriet, das es diesmal ernst ist: Anlässlich der Landluft Promotion spielte doch tatsächlich Normahl am hässlichen Brunnen! Normahl, die Beinnahe-Remstäler. Ich musste tatsächlich zweimal hinschauen. Und damit ihr auch was davon habt, hier noch der Video-Beweis per Wackel-Cam. Übrigens wackel ich auch ohne Whiskey pur. Die Frage, was mit Punk-Musikern geschieht, wenn sie und der Punk alt werden ist anscheinend noch nicht abschließend geklärt.

S21

Muss oben bleiben: Kopfbahnhof Stackeln an der Kruke

Eine Woche noch bis zum demokratischen Show-Down. Ich habe mir bisher jeden Kommentar und sogar eine eigene Meinung zu dem Thema verkniffen, obwohl ich ein gewisses Interesse am Schienenverkehr nicht verneinen kann. Ein Stück weit haben beide Parteien Recht. Andrerseits werden viele Argumente vor allem bei den Projektgegnern ins Feld geführt, die aus meiner Sicht teils nur hanebüchen sind. Zuvörderst das Argument, dass wenn der Bahnhof nicht gebaut wird, das Geld für etwas anderes ausgegeben werden könnte, z.B. für “K-21”, mehr Bildung oder Bäume im Park. Wer nur einen Hauch Ahnung von der Vergabe öffentlicher Mittel hat weiß, dass das Geld dann weg ist, von der Ausstiegsgebühren mal ganz abgesehen. Die 4,5 Milliarden verwenden dann die Bremer oder Berliner und bauen sich dafür lachend ein bisschen Infrastruktur dazu. Die letztes Wochenende lustig vor unserem Haus aufmarschierten Mitt-Fünfziger skandierten “Oooben bleiiben, oooben bleiiben!!”. Tja schon richtig, oben müsste man dann wohl noch ein paar Jahre bleiben. Haare kräuseln sich dann auch beim geballten eisenbahnerischen Halbwissen, das ein heute im Briefkasten vorgefundener Flyer verströmt. Kein “integraler Taktfahrplan mehr möglich”, die Kunden aus dem Wieslauftal müssten “lange Wartezeiten in Kauf nehmen”. Woher will man das wissen? Und was überhaupt ein “integraler Taktfahrplan” ist wissen die Auftraggeber der Broschüre wahrscheinlich selbst nicht. Es gibt gute Gründe gegen das Projekt, aber diese sind es sicher nicht. Man kann argumentieren, dass es ein Immobilienprojekt ist. Man kann wahrscheinlich auch sicher sein, dass es den Kostenrahmen sprengt. Denkbar ist auch, dass die Verbesserungen unter den Erwartungen zurück bleiben. Aber ich kann mich einfach nicht mit den Gegnern solidarisieren, es ist mir nicht möglich.

Ein sinnvolles Argument gegen S21 fällt mir noch ein: Aus olfaktorischen Gründen wird der Einsatz von Dampfzügen auf der Tunnelstrecke leider nicht möglich sein. Grah! :)

Rekord!

Kurze Zusammenfassung der Ereignisse von gestern:

Morgens Erdrutsch an der B29, nachmittags läuft Backnang voll und abends um halb 10 erreicht der Rems-Pegel in Schorndorf den Jahrhundert-Rekordwert (5,22m). Beachtlich vor allem die Geschwindigkeit, mit der das Wasser angestiegen ist. Anscheinend waren die Schutzmaßnahmen aber soweit erfolgreich, dass keine größeren Schäden entstanden sind, zumindest in Schorndorf.

Quelle: Hochwasser-Vorhersage-Zentrale BW

Das sieht dann ziemlich beeindruckend aus, unter den Brücken ist dann (fast) keine Luft mehr.

Perlen vor die..

Inzwischen ist das Rauchverbot in Gaststätten schon fast selbstverständlich geworden. Umso größer der Schock, als wir letzten Samstag ins MoMo in Waldhausen kamen. Wenn die Hälfte der rund 100 Gäste in dem eher kleinen Rocker-Café am Rauchen sind kommt ordentlich Dampf zusammen. Wow, Respekt Jungs und Mädels. Einer der Abende, an deren Ende die komplette Garderobe in die Waschmaschine wandert.

Wir waren allerdings nicht da, um die tollen Lederjacken und Frisuren der (wegen akutem Schneefall 4-rädrig motorisierten) Biker zu bewundern, sondern weil Goblin’s Gold auf der Bühne stand. Vor mehr als zwanzig Jahren war ich schon auf ihren Konzerten, die beiden Bandgründer wohnten damals schließlich nur zwei Straßen weiter. Inzwischen sind wir alle ordentlich älter geworden, aber die Jungs rocken wie eh und je. Wie der Ratz über die zweieinhalb Stunden seine Stimme in der Luft behalten hat, ist wohl sein großes Geheimnis. Die Coverversionen gab es teilweise auch akustisch, großartig gemacht. Leider waren die anwesenden Personen mehr daran interessiert, sich gegenseitig ihre Biker-News ins Ohr zu brüllen statt zuzuhören. Deswegen gingen diese Teile im hinteren Bereich etwas unter. Ich fand das mehr als schade. Leider waren wir spät dran, so daß der Laden bereits bei unserer Ankunft brechend voll war. Die lächerlichen 3€ Eintritt waren dabei eher symbolischer Natur, nehme ich an. Oder ist das die Globalisierung, die nun auch den Ostalbkreis erfasst hat? Wie dem auch sei, ein klasse Abend, an dem die Musik richtig Spaß gemacht hat. Ich hätte nur gern mehr davon gehört. :-)

Wieslaufbahn – Strecke komplett zwischen Rudersberg und Welzheim

Nachdem ich hier bereits mehrfach über die Reaktivierung der alten Strecke zwischen Rudersberg und Welzheim berichtet hatte, ist mir ein interessantes Ereignis der letzten Zeit völlig entgangen: Die Schienenverbindung besteht nun wieder vollständig! Am 23.7.2009 wurde die Strecke erstmals wieder von einem Zug befahren. Bitte hier klicken für einen paar Infos und Bilder.

Tourismusbahn Welzheim

Seit Jahren schon ist die Wiedereröffnung der Bahnstrecke Rudersberg-Welzheim (als Verlängerung der Nebenstrecke Schorndorf-Rudersberg) als Tourismusbahn im Gespräch. Seit einigen Jahren wird auch gebaut. Der Eröffnungstermin wird jedoch immer wieder verschoben. Das hätte bereits letztes Jahr passieren müssen, in diesem Jahr sieht es bisher noch nicht danach aus. Im Rahmen einer kleinen Fahrradtour habe ich den oberen Streckenabschnitt vor ein paar Tagen besucht.

So präsentiert sich der Endpunkt Welzheim mit seinen zwei Gleisen. Die Umsetzmöglichkeit scheint für die als Zuglok in Frage kommende BR 50 der DBK nicht ausreichend.

Hier wird bereits kräftig am Bahnsteig gebaut. Am Haltepunkt Breitenfürst ist auch noch viel Arbeit notwendig.

Ein Stück hangabwärts am Bahnübergang zwischen Welzheim und Lauffenmühle. Der Bahnübergang ist gleich hinter dem großen Viadukt. Man kann deutlich die ziemlich verrückte Steigung der Strecke sehen. Die Stopfmaschine müsste hier auch nochmal tätig werden..

Von der gleichen Position bergauf.

Der große Viadukt in Lauffenmühle. Der Bach verläuft fast in einer Art Canyon, kaum zu glauben welcher Aufwand hier einstmals betrieben wurde.

Links:

Weihnachtsmarkt Dampfzug


Heute gab es einen netten Ausflug mit dem Zug von Ludwigsburg nach Esslingen. Direkte Fahrt über die Güterzugumgehungsstrecke mit einem Dampfzug der GES. Die Fahrt verbindet die beiden bekannten Weihnachtsmärkte. Ich habe eine Menge Fotos gemacht, einen Teil davon kann man hier sehen. In diesem Zusammenhang wieder eine warme Empfehlung für JAlbum, einfacher gehts nun wirklich nicht mehr.

40mal Bankspringen

Heute beginnt sie wieder, die Schorndorfer Woche. Die 40ste soll es sein, ist es denn möglich? 1968 wäre also die erste gewesen, meine Güte, das war damals sicher noch heiterer mit langhaarigen Kerlen und gebatikten Mädels. Ich bin mir sicher, daß es damals noch bessere Musik gab. Achja, damals war sowieso.. aber das hatten wir schon. Tage vorher wird bereits kräftig aufgebaut und die Stand-Zusammenschraub-Trupps sitzen dann noch bis nachts um 12 lauthals auf den frisch aufgestellten Bänken und feiern das erreichte Ziel. “Jo ist denn dös scho angefangen??”. Nein. Am Wochenende machen sie dann aber ernst mit dem berühmtesten Massenbesäufnis des Kreises. Den Vereinen klingeln die Kassen, den Anwohnern die Ohren, aber Widerstand ist ohnehin zwecklos. Außerdem ist das Fest doch so wichtig für Schorndorf und die Region. Und das mag auch stimmen. Anwohner werden mit sparsam verteilten Verzehrgutscheinen ruhig gestellt und dann kann das Bankspringen vonstatten gehen. Für die es nicht wissen: Zur vorgerückter Stunde wird auf den Bierbänken und Tischen zu den Klängen der fröhlich aufspielenden Tanzkapelle rhythmisch auf und ab gesprungen. DAS ist SchoWo! Der positive Aspekt an der Sache sind aber die überraschenden Begegnungen mit Personen die man schon totgeglaubt oder mindestens als verschollen gemeldet hat. Dafür gehe ich dann gern auch mal abends runter. Heiterkeit garantiert.

[3 Tage später]
Wir waren da. Bankspringen ist nicht mehr, aber die Menschenmassen sind geblieben, trotz eher mäßiger Witterung. Was mich allerdings wirklich erschüttert hat war die Qualität der Bands, die von “akzeptabel” (Salsa-Trupp im Schloßhof) bis zu “unterirdisch” (Rock’n’Roll Archivplatz, ob. Marktplatz) rangierte. Man könnte doch annehmen, daß bei dem zu erwartenden Umsatz bessere Bands aufzutreiben sind. Es geht offensichtlich mehr um Bierdurchlauf als Hörgenuß. Zum Davonlaufen. Das taten wir dann auch.