BÖLLER!!


Abschuss-Vorrichtung

Hier wieder einer aus der Reihe: “Mit zweierlei Maß gemessen – aber diesmal richtig.”
Seit 2009 ist das Abbrennen von Feuerwerk in der Innenstadt untersagt und durch eine ziemlich bedrohliche Bußgeldverordnung gesichert. Dieses Jahr war das Brandrisiko mit dem ganzen Schneematsch sicherlich absolut minimal. Aber wer in der Innenstadt unterwegs war oder sich wie ich die optische und akustische Darbietung von zuhause angeschaut hat, dem wurde klar: Das Verbot wird … .. ignoriert. :-)
Und damit man das zweite Maß daneben hält (sonst macht es auch keinen Spaß): Die jahrelange Schowo-Band “The Cash” wurde geschasst, weil an einem Abend auf der Bühne ein (verglichen mit gestern) winziges Bühnenfeuerwerk abgebrannt wurde. Ja was jetzt? Ich wette der Zustand an Silvester wird nur deswegen ignoriert, weil sich keiner von den Herren in der Verwaltung über die Durchsetzung der Verordnung den Hauch eines Gedankens gemacht hat. Und das ist dann ein Fall für den Gemeinderat. Ich habe heute einen von ihnen getroffen, der das in Kürze ansprechen wird… ^^

Bevor hier einer was falsch versteht: Ich bin weder eine Spaßbremse noch habe ich etwas gegen Feuerwerk. Ich habe nur etwas gegen Verordnungen, die sich nicht durchsetzen lassen oder die nicht durchgesetzt werden wollen. Entweder, oder. Das geht einfach nicht mit der halben Arschbacke!

A guat’s Neuss?!

“Isch mach disch tot Alder!!!” – “Häääääääiiiii, lasss iihn in Ruheeee!! *kraaaissch*”
“Hör jetzt auf jetzt!!!” “Lass ihhn!!” (weiter hoher Mädel – *kraaisch*) “Isch mach disch tot!!!!”

Neujahrsmorgen, 4:48, Kronengasse, Schorndorf. Ich wache auf. Wegen einer fiesen Erkältung war ich bei keiner Silvesterparty, sondern früh im Bett. Jetzt bin ich wach und schaue aus dem Fenster. Die Protagonisten des jugendlichen Getümmels sind in Sichtweite. Ein sehr mutiger und beherzter Teilnehmer hält die Kontrahenten auf Abstand, die alle in feinen Kleidern wahrscheinlich von einer umliegenden Party stammen. Ich beobachte die Situation ein paar Minuten – irgendwie dauert es, bis man aus dem Tiefschlaf hochkommt. Nach ein paar Minuten kann ich mir das Ganze halbwegs zusammenreimen: Ein Kollege (Codename “Alder-1”) ist äußerst betrunken und hat vermutlich eine ebenfalls anwesende (auch nicht besonders nüchterne) Dame angesprochen. Dagegen hatten 2 weitere Kollegen (“Alder-2” und “Alder-3”) was und forderten Alder-1 auf die Straße hinaus. Im Polizeibericht würde jetzt als Personenbeschreibung “südländischer Typ” stehen. Oder es war andersherum und die beiden wollten was von der Freundin von Alder-1. Spielt auch keine Rolle, Dame kreischt, Alder-1 ist viel zu breit um seine Situation korrekt einzuschätzen und provoziert lautstart Alder-2 und -3. Diese sind von stämmiger Natur und versuchen näher heranzukommen und werden nur von unserem de-eskalierenden Helden gebremst. An dieser Stelle ist es wahrscheinlich gut, daß -2 und -3 vermutlich gar keinen Alkohol trinken dürfen. Während der ganzen Zeit(!) läuft in hoher Lautstärke der eingangs beschriebene Soundtrack. OK, Gewalt ist eine Sache, aber bisher ist es vor allem akustische Gewalt gegen die Anwohner. Holla, jetzt bekommt das kreischende Mädel von Alder-2 eine geklatscht. Aber richtig. War wohl nicht seine Freundin. Das Ganze geht nur um “du hast meine Ehre beleidigt” und offensichtlich kann hier keiner mehr in irgendeiner Richtung nachgeben. Interessantes Aufeinandertreffen von Kulturkreisen. Anders kann es nicht sein, denn sonst würde ich wahrscheinlich nichts verstehen.
OK, bevor das jetzt noch fester abgeht versuche ich doch mal eine Streife beizubekommen. Nach 5 Minuten in der Warteschleife komme ich dann auch dran und eine sehr freundliche Dame erklärt mir, daß heute morgen “die Hölle los sei” und keine Streife verfügbar wäre. Ob ich denn die Situation weiter im Blick behalten könne und ggf. nochmal anfrufen. Gut, mach ich doch, bin doch ein alter Deputy. Zurück auf meinem Ausguck bekomme ich allerdings nur noch mit, wie der ganze Haufen in Richtung Marktplatz davonrennt. Von dort ist die Akustik aber immer noch sehr gut, bis dann nach ein paar Minuten mehr oder weniger Ruhe einkehrt. Falls jetzt einer denkt, warum geht der nicht mit einem Eimer voll Zivilcourage und 38° Fieber runter und jagt die Burschen auseinander: Ich würde das auch mit voller Batterieladung nie machen. Nie*im*Leben! Viel zu riskant! Wird Zeit dass unser Hinterhaus wieder Mieter bekommt, damit dieser einsame Hinterhofcharme endlich verloren geht, der uns schon einige solcher Szenen beschert hat (die im übrigen nicht immer so halbwegs harmlos ausgegangen sind).

In diesem Sinne kann es also dieses Jahr nur aufwärts gehen! ;-) Prost!

PS. Im Polizeibericht von heute (2.1.) ist von einer eher “ruhigen” Silvesternacht ohne besondere Vorkommnisse die Rede. Ich kann an dieser Stelle nur hoffen und euch allen die Daumen drücken, daß wir sie nie wirklich brauchen! ^^

Der Weg des leichtesten Widerstands. Heute: Der Neubau.

Ein Unternehmen sucht größere Geschäftsräume – und baut schließlich auf der grünen Wiese. Darüber hat sich der hiesige kommunale Arbeitskreis “Stadtentwicklung” so aufgeregt, daß sie eine Demo inklusive Flugblatt-Aktion vor dem betreffenden Geschäft veranstaltet haben, mitten in der besten Geschäftszeit am Samstag vormittag. Damit ist garantiert, dass man (wenn auch mit 3 Tagen Verspätung) tatsächlich von unserem Lokalblatt “Schorndorfer Nachrichten” wahrgenommen wird. Und während man die etwas hilflose Stellungnahme der Stadt zu der Protestnote liest kommen die Gedanken, wieso es zu so etwas kommt. Aus Unternehmersicht leuchtet es mir ein: Verkehrstechnisch perfekt an die B29 angebunden sind natürlich ganz andere Umsätze zu erwarten als durch die Laufkundschaft in der Schorndorfer Innenstadt. Und so muß sich die Stadt auch fragen, wie sie ein expandierendes Unternehmen am besten unterstützt. Weil die Wiederverwendung bestehender Gewerbeimmobilien bzw -flächen, die es entgegen der Aussage im Artikel in Schorndorf tatsächlich gibt wesentlich komplizierter als eine simple Baufreigabe auf einem unbebauten Stück ist, sind sie da schnell fertig. Und genau das ärgert mich, diese faule Borniertheit unserer Verwaltung, ihre Arbeit zu machen. Es gibt so viele Baustellen, die endlich angegangen werden sollten – und das im Wortsinn. Das Areal um den Güterbahnhof, das Breuningergrundstück, das Gelände um den Bahnhof herum, selbst im ehemaligen Postgebäude scheinen die Entwicklungsarbeiten ins Stocken gekommen zu sein. Klar ist das schwierig – aber dafür leistet sich die Gemeinde sogar einen Baubürgermeister. Tja. Unabhängig vom Ökogedanken ist die Kernfrage sicherlich, ob es sich die Stadt leisten kann, die Kundenströme dauerhaft in die nur per Pkw erreichbaren Randzonen zu verlegen. Ich bin im Sinne der Nachhaltigkeit und der Altersentwicklung ziemlich skeptisch.

Der Brüllwitz ist allerdings in dem kleinen Kasten “Ausgleichsfläche” am Rande des Artikels versteckt: Als Ausgleichsmaßnahme für die Bebauung von 10 Ar Wiesenfläche soll eine andere, immer noch im Stadtbesitz befindliche Wiesenfläche regelmäßig gemäht werden und die dort befindlichen Obstbäume sogar geschnitten werden. Von der Stadt! Ihre eigene Wiese! Gemäht! Nein! Doch! Oooh!

Hier wird gebaut:

Podiumsdiskussion “Zukunft der Stadt”

Gestern abend war ich Gast einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der Stadt. Veranstaltet vom Zeitungsverlag war der Auslöser die anstehende Kommunalwahl. Hier sollte den Parteien Gelegenheit gegeben werden, mit Fragen zu städtischen Themen Profil zu gewinnen. Mein Fazit: Ich bin schier eingeschlafen.
Politik speziell auf lokaler Ebene ist nun mal ein äußerst personen-bezogenes Geschäft. Ich wähle nicht “meine” Partei sondern den Verein, der am wenigsten Schwachköpfe aufgestellt hat. Da hätte man gestern vielleicht bis auf eine Ausnahme ein gelb- oder schwarz-grünes Bündnis schließen können. Brr! Überhaupt war ich völlig erstaunt von der Einigkeit.. oder ich nenne es lieber Profil-losigkeit der Anwesenden. Weichgespültes Phrasendreschen, keine Auseinandersetzung. Zwischenrufe? Fehlanzeige. Wie im Bundestag am letzten Sitzungstag vor der Sommerpause. Zzzzz. Dazwischen verblüffte mich vor allem das erschreckende Fehlen von Sachkenntnis. Es wurde rund 20 Minuten über die Verwendung des Breuninger-Areals diskutiert (eine stadt-nahe Industriebrache mit Ruine aus Gründerzeit), bis die Anwesenheit vom Stadtrat der FDP freundlich daran erinnert wurde, daß man damit eigentlich gar nichts machen könne solange der Besitzer das Gelände der Stadt nicht verkauft hätte. Ach. Oder ob der Gemeinderat irgendeinen Einfluß auf die Klassengrößen an den örtlichen Schulen hat. So.
Luftige Thesen gab es allerhand: Studenten-WG’s am Bahnhof, dazu noch “shared Space”, die duale Hochschule im Breuninger, Fahrradmitnahme im Bus nach Oberberken, Begegnungsstätte Jung und Alt in der neuen Mensa Grauhalde. Puh, da ging einem das Herz auf. Als dann noch das Millionengrab Stadthallensee als positive Entwicklung der letzten 10 Jahre von einem Vertreter der Grünen ausgelobt wurde habe ich den inneren Shutdown ausgelöst und bin in den Energiespar-Modus übergegangen.
Leider langweilig! Ich wähle wieder die kantigsten quer durch die Parteien :-)

Postturm erblaut

Beauty lies in the eye of the beholder” wie der Engländer sagt. Da kommen einem die Zweifel an der Sehkraft unserer Stadt-Oberen, Rathaus-Funktionären und generell Groß-Kopferten. Was ist passiert?

In meiner Heimatstadt Schorndorf tut man alles, um sich sicher möglichst weit vom guten Geschmack zu entfernen, was die Ausgestaltung der öffentlichen Flächen angeht. Im 17. Jahrhundert, als das meiste hier aufgebaut wurde, fing man wirklich aussichtsreich an. Seither ist leider ein kontinuierlicher Abwärtstrend zu verzeichnen. And die vielen stationären Kunstwerke hat man sich bereits gewöhnen müssen, eins schöner als das andere. Der “Mondscheinbrunnen” (über den ich mal eine gesonderte Serie bringe), der entzückende Catwalk am Tuscaloosa-Kreisel, ein versteinerter Van-Carrier (zum Vergleich hier klicken) auf dem Bantel-Parkplatz – an Höhepunkten der Entsetzlichkeit haben wir fürwahr keinen Mangel. Die Lektüre der dazu aufgelegten Betriebsanleitung verleitet mich zu einem hysterischen Lachen. Die Weihnachtszeit setzt den Grausamkeiten aber noch einmal die sprichwörtliche Mütze auf. Man glaubt’s nicht, oder? Das weithin sichtbare Wahrzeichen, das hier eine größere Horde Deppen hausen muß.
Jetzt kommt aber der Nachbrenner, das nagelneue, typisch weihnachtliche Blaulicht an unserem super Feig-Porsche-Post-Tower! Geil, wa? Vis á vie des Weihnachtsmarkts.. da kommt man gleich ganz derbe in Weihnachtsstimmung, geht nicht anders.. Glühwein,… schnell.. . Schorndorf, zur blauen Stunde. Meine Güte, jetzt brauch ich ganz dringend ein Getränk, sonst hol ich die nicht mehr ein.

2erlei Maß

Während im Gemeinderat darüber gestritten wird, ob der Bezug von Pflastersteinen aus China ethisch vertretbar ist (könnten ja Kinder am Gehämmer beteiligt sein), ist man in der Kronengasse von dieser Problematik weit entfernt. Hier kann man denken, die Gartenschau hat schon ein paar Jahre früher begonnen.

Ich frage mich, ist es ein Projekt zur Innenstadtbegrünung oder war die Mähabteilung des Bauhofs noch nicht da?

Warum das hier? Weil ich mich seit Jahren ärgere, daß trotz entsprechenden Einlassungen hier nichts passiert. Und weil es schlicht zum totlachen ist, das sich die oben abgebildete Szenerie keine 200m vom Rathaus befindet, das eben mit dem Einsatz von Millionen komplett saniert wurde. Ich weiß, das bringt natürlich auch nichts, aber es ist einfach schön zu sehen, wie sich die Natur von den Menschen aufgegebene Bereiche zurückerobert.

Feuer in der Innenstadt

Morgens liegt ein leichter Holzfeuergeruch in der Luft, als ich zum Parkhaus gehe. Irgendwie ist Nebel.. komisch bei ansonsten wolkenlosem Himmel. Die Feuerwehr war lautstark unterwegs, aber was los war erfuhr ich erst später. Ein Kollege von mir der auch Feuerwehrmann ist schickt später dieses Bild rein:

Ein paar Stunden später dann der Online-Bericht des Zeitungsverlags.
Vorhin bin ich dann nochmal hin und habe ein paar Fotos der Zerstörung gemacht – Feuer in der Altstadt ist nicht lustig. Selbst wenn man mutmaßt, dass der Postturm jetzt endlich noch etwas vergrößert werden kann. Der Brand lag ja nicht mal 200m weg von meinem Schreibtisch. Gottseidank konnte flink gelöscht werden!

Normahl unplugged zum Frühstück

Da soll einer nochmal behaupten, wir wohnen am A* der Welt, hier sei nix los und überhaupt, wo ist das nochmal?
Gestern zum Frühstück wurde der Krach draussen immer lauter und ein Blick aus dem Fenster verriet, das es diesmal ernst ist: Anlässlich der Landluft Promotion spielte doch tatsächlich Normahl am hässlichen Brunnen! Normahl, die Beinnahe-Remstäler. Ich musste tatsächlich zweimal hinschauen. Und damit ihr auch was davon habt, hier noch der Video-Beweis per Wackel-Cam. Übrigens wackel ich auch ohne Whiskey pur. Die Frage, was mit Punk-Musikern geschieht, wenn sie und der Punk alt werden ist anscheinend noch nicht abschließend geklärt.

Feuerwehr: kein Rauchverbot

Unsere Feuerwehr hat mir gestern einen ordentlichen Schreck eingejagt, als wir zurückkamen nachdem ich Tom von einem Kindergeburtstag abgeholt hatte. Ja, war nur eine Übung, aber wenn die Innenstadt in Rauch gehüllt ist werde ich immer ein wenig nervös. Andrerseits bin ich natürlich froh, dass sie ausgerechnet hier trainieren. Wir hatten schon einen Brand direkt im Nachbarhaus, als ein alter Mann mit seiner Zigarette einschlief und dabei seine Herdplatte vergaß. Quasi ein Double-Firestarter ;)