40mal Bankspringen

Heute beginnt sie wieder, die Schorndorfer Woche. Die 40ste soll es sein, ist es denn möglich? 1968 wäre also die erste gewesen, meine Güte, das war damals sicher noch heiterer mit langhaarigen Kerlen und gebatikten Mädels. Ich bin mir sicher, daß es damals noch bessere Musik gab. Achja, damals war sowieso.. aber das hatten wir schon. Tage vorher wird bereits kräftig aufgebaut und die Stand-Zusammenschraub-Trupps sitzen dann noch bis nachts um 12 lauthals auf den frisch aufgestellten Bänken und feiern das erreichte Ziel. “Jo ist denn dös scho angefangen??”. Nein. Am Wochenende machen sie dann aber ernst mit dem berühmtesten Massenbesäufnis des Kreises. Den Vereinen klingeln die Kassen, den Anwohnern die Ohren, aber Widerstand ist ohnehin zwecklos. Außerdem ist das Fest doch so wichtig für Schorndorf und die Region. Und das mag auch stimmen. Anwohner werden mit sparsam verteilten Verzehrgutscheinen ruhig gestellt und dann kann das Bankspringen vonstatten gehen. Für die es nicht wissen: Zur vorgerückter Stunde wird auf den Bierbänken und Tischen zu den Klängen der fröhlich aufspielenden Tanzkapelle rhythmisch auf und ab gesprungen. DAS ist SchoWo! Der positive Aspekt an der Sache sind aber die überraschenden Begegnungen mit Personen die man schon totgeglaubt oder mindestens als verschollen gemeldet hat. Dafür gehe ich dann gern auch mal abends runter. Heiterkeit garantiert.

[3 Tage später]
Wir waren da. Bankspringen ist nicht mehr, aber die Menschenmassen sind geblieben, trotz eher mäßiger Witterung. Was mich allerdings wirklich erschüttert hat war die Qualität der Bands, die von “akzeptabel” (Salsa-Trupp im Schloßhof) bis zu “unterirdisch” (Rock’n’Roll Archivplatz, ob. Marktplatz) rangierte. Man könnte doch annehmen, daß bei dem zu erwartenden Umsatz bessere Bands aufzutreiben sind. Es geht offensichtlich mehr um Bierdurchlauf als Hörgenuß. Zum Davonlaufen. Das taten wir dann auch.

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