Kugelbeleuchtung II

Nachtrag: Weil ich so gerne selbstgebastelte Geschenke bekomme, mache ich zuweilen selbst gern welche. Dieses Weihnachten habe ich für meine Kinder Lampen für ihre Zimmer gebaut. Nachdem ich schon beim letzten Mal herausgefunden habe, dass Kalebassen in unserer Speisekammer / Heizungswinkel wunderbar austrocknen, hatte ich vor einem Jahr gleich zwei hineingehängt. Es hat wieder recht gut geklappt, nur bei einer ist leichter Schimmel aufgetreten, der dann allerdings auch wegtrocknet und abgeschliffen werden werden kann. Die betroffene Stelle habe ich später weggebohrt und als Kabeleintritt verwendet. Wie gehabt verschwindet das Innere der Früchte einfach und verwandelt sich in ziemlich bittere, staubige Flusen. Die sollte man nach Möglichkeit nicht einatmen. Diesmal mit unterschiedlichen großen Bohrlöchern, es sieht dann etwas netter aus. Die Kür wäre natürlich die Verwendung von Theaterfolie, um die Lichtaustritte auch farblich hervorzuheben. Dafür ist mir aber noch kein gutes Verfahren zur Befestigung eingefallen. Es ist wie bei einem Flaschenschiff, im Inneren kann man nur sehr schlecht hantieren, es sei denn, man halbiert das Teil und verpasst ihm hinterher eine Art “Bauchbinde”. Könnte eine Idee sein für den nächsten Versuch ;-).


Bohrloch für die Lampe (E14 2W LED, sehr kleine Birne)


Ein paar Schaschlik-Spieße als “Stelzen”


So steht sie auf ihren Füßen


Licht an!

Wenn man den Kürbis unbehandelt lässt, empfiehlt sich m.E. die Verwendung von “natürlichen” Materialien. Den Eintritt habe ich z.B. einfach mit Paketschnur umwickelt, um die häßliche Fassung zu verstecken. Es ist damit außerdem sehr preiswert, mit Kürbis, Lampe, Fassung und Zuleitung hat man Materialkosten von nicht mehr als 20 Euro. Eine Idee, die ich vielleicht das nächste Mal umsetze wäre den Kürbis mit einer Hochglanzlackierung zu versehen. Das könnte recht spannend wirken, weil sich der Zustand im Hellen / im Dunkeln mit Beleuchtung noch stärker unterscheidet.

Durchwurschtelmeister 2015

Deutschland – Meister der Symptombekämpfung: Wie, die Griechen haben kein Geld mehr? Dann geben wir ihnen welches, damit sie es uns zurückzahlen können! Unkontrollierte Massen von Flüchtlingen strömen ins Land? Oh ja, tja, dann.. räumen wir mal die Turnhallen leer. Ein paar Ehrenamtliche kümmern sich bestimmt um die kleinen Verständigungsprobleme. In Paris werden in einer Nacht Leute zu Hunderten niedergeschossen? Hm, ein paar Aufklärungstornados helfen bestimmt, das Problem zu lösen. Und jetzt? 200 379 516 Anzeigen wegen sexueller Übergriffen in nur einer Nacht von einem Platz? (N.B.: Um ein Gefühl für die Dimension zu bekommen: Wie hoch ist hier die Dunkelziffer?!) Was könnte man machen? Genau! Wir feuern den Polizeipräsidenten. Denn daran ist unter Garantie mindestens die Polizei schuld. Es muss ja an uns selbst liegen – wahrscheinlich war’s eine kurze Unterbrechung der Willkommenskultur. Wie man ein stabiles, wirtschaftlich gesundes Land mit hoher innerer Sicherheit in nur einem Jahr so dicht an den Abgrund fahren kann will einfach nicht in meinen Kopf. Wie kann das alles gelöst werden? Horst kommt nicht in die Pötte, er kommt mir vor wie der Ehemann, der mit dem unsichtbaren Nudelholz bedroht wird. Es muss wohl wieder eine Linksregierung machen, so wie damals mit der Agenda 2010. Hab ich das wirklich geschrieben? Soll ich das wirklich online stellen? :-(

The Awakening

Die Familie ist dem Hype in die Falle gegangen. Naja, Star Wars, das geht nicht anders. Im Vorweg positive Kritiken, das hebt die Erwartungshaltung, keine Frage. Und es war dann auch nicht so fürchterlich wie nach Episode 1 mit dem unsäglichen Mini-Anakin. Mit heutigen Maßstäben war es sogar ein guter Film. Wenn man sich so überlegt, was man in den letzten Jahren so aushalten musste.
Das Gute: Die wieder-auferstandenen “alten” Charaktere. Auch “Non”-Figuren wie Chewbacca und C3-PO überzeugen sofort. Humorvolle Einlagen sind gottseidank vorhanden und kommen nicht zu kurz. Oft allerdings nur für die Kenner der “alten” Teile. Der neue Droide BB-8 klappt und sein niedlicher Sidekick-Faktor passt.
Das weniger Gute ist der Spannungsbogen, bzw. sog. Story-telling. Inzwischen dürfte sich herumgesprochen haben, daß der Film quasi ein Remake des 4. Teils (“A New Hope”) ist. Er erreicht leider in keinster Weise dieselbe Spannung bzw. Durchgängigkeit der Handlung. Die Szenen wirken seltsam aneinandergereiht, hin und wieder gibt es regelrechte Längen. Viele gute Ideen mussten umgesetzt werden, das merkt man ganz deutlich. Nur daß es viel zu viele gute Ideen waren. Vollgestopft mit Andeutungen, Referenzen und Kleinigkeiten wird nichts richtig ausgeführt oder abgeschlossen. Der Gegner hat eine übermächtige Abwehr aufgebaut? Kein Problem, mit Lichtgeschwindigkeit bis vor die Haustür! Puff, fertig, ohne damit ein bisschen “Drama”zu verbauen. Zwei Drittel von allem hätten es beileibe auch getan, aber dafür “richtig”. Dass die beiden neuen Hauptdarsteller nur unterer Durchschnitt sind macht nicht mehr viel aus.
Am Ende hin und hergerissen, aber eigentlich wars ehrlicherweise nur solider Durchschnitt. SterneSterneSterneSterneSterne Wahrscheinlich liegt es daran, daß der erste Film noch die Überraschung auf seiner Seite hatte. Das war damals etwas absolut noch nie dagewesenes. Heute wissen wir exakt, was uns erwartet und wie die Regeln lauten. Anstatt das jetzt voll zu bedienen hätte man auch etwas vollkommen Neues machen können. Meine ich ;-)

The Metal Queen

Vergangenen Sonntag abend war ich mit meinem netten Nachbarn im LKA (ex Longhorn) in Wangen. Dort waren wir zu Gast bei der Queen of Metal. Im Prinzip war es fast dasselbe wie früher: Songwriting jetzt nicht ganz soo überragend, nach einer Stunde die Stimme weg und dafür die Begleitung erstklassig. Sound war sehr gut, wie man es inzwischen dort gewohnt ist. Richtig genial die Stimmung, die “Doro, Dorooo” Sprechchöre haben sie sichtlich gerührt. Das ist ganz putzig, da sich das Publikum überwiegend langsam ihrem Alter annährt. Sie ist schon über 50 aber wie sie so auf der Bühne unterwegs ist, Respekt.
Wie viele der “alten” klassischen Metal-Bands merkt man die lange Bühnenerfahrung. Da brennt nichts an, solider Heavy Metal, ich kann es jederzeit weiterempfehlen.

Doro im Longhorn

Sorry für das fürchterliche Handybild, ich habe nur ganz schnell eins geschossen. Auch hier ist leider die Seuche der Konzert-Handyfilmer ausgebrochen :(

Core Voltage

Seit ich meinen aktuellen Desktop PC habe, traten immer wieder sporadische Abstürze auf. Vor allem mit Firefox und beim Zocken. Ab und zu fing sich das System wieder und eine Meldung erschien in der Taskleiste: “AMD Grafikkartentreiber wurde wiederhergestellt”. Ihr merkt schon, ich spreche in der Vergangenheitsform :-)
Meine ursprüngliche Idee war, dass der Speicher auf der Grafikkarte einen Schaden habe muss. Dieser Verdacht erhärtete sich, nachdem ich ein entsprechendes Testprogramm (VMT) durchlaufen liess, das munter Fehler anzeigte. Vor einer Hardware-Neubestellung noch ein bisschen herumgegoogelt bis ich in einem Overclocker-Forum den Uber-Tip zu lesen bekam: “Wenn diese Fehlermeldung auftritt liegt es in 99% der Fälle an der Versorgungsspannung.” WTF? Aber es ist an sich schlüssig. Grafikkarten sind extrem leistungshungrig. Bei den sehr niedrigen Spannungen in einem PC fliessen ungeheure Ströme, so dass kleine Schwankungen extreme Auswirkungen haben können. Mein Bugfix war ganz einfach: Im Bios habe ich die Core Spannung um 0,1 V erhöht. Seither war NIX mehr! Genial einfach, einfach genial. Vielleicht hilft es auch mal jemand anderem.

T – N – T …

Gestern abend auf einem herrlichen Konzert gewesen!

Hitboutique spielt ausgelutschte Dauerbrenner in Easy-Listening Arrangements nach. Manchmal klingt es nach Swing, manchmal leicht nach Chanson. Aber es ist TNT von AC-DC! Herrlich schön, zu Beginn eines neuen Stücks zu raten was gleich kommt. Wir hatten einen Heidenspaß!
Akustisch besetzt und nur dezent verstärkt mit kleinem Schlagzeug, Gitarre, Kontrabaß und natürlich Xylophon.. Akkordeon.. je nachdem, auch gern mal schnell gewechselt. Wie dem auch sei, guckt das hier und dann ist hoffentlich alles klar! :D :D :D

Lance in formation

Welcher könnte der Autor sein?
Wromm wromm wromm wromm wromm – ich sitze als “Pilot” am virtuellen Steuer eines BattleMech. 55 Tonnen Medium, es fühlt sich sogar ein bisschen so an, Trägheit, Erschütterungen, das Zielen ist nicht so ganz einfach. Die Frontscheibe könnte man auch mal wieder putzen. Der Kollege neben mir bleibt an einer Hausecke stehen. Als er um die Ecke biegt schlägt ein gelber Strich ein. Hastig zieht er sich zurück. Ich gucke auf der anderen Seite um die Ecke. 800m Entfernung, ich sehe die bucklige Gestalt eines Hunchback. Machen kann ich nichts, meine maximale Reichweite ist 600m. Wir müssen außenherum. Irgendwo zischen LRM’s. Macht nichts, gehen mich nichts an. Um die nächste Ecke herum, ich habe Glück: EIn Gegner vor mir, er schaut in die falsche Richtung. Alles entsichern, raus was geht. “Alpha-Strike” nennt sich das. Torso gut getroffen, er geht ebenfalls flott um die Ecke. Ich habe zwar kein Helmfunk, aber die Nebengeräusche, hektischen Unterhaltungen des Teams sorgen neben der exzellenten Grafik dafür, dass man ziemlich gut eintauchen kann. Immersion im Fachjargon. Meine Reaktionen können allerdings nicht so gut mithalten, bald verliere ich die ersten Komponenten und nach kurzem Getöse geht der Mech zu Boden – ich bin bis zum Ende des Matches raus.

Hunchback mit 2 AC/5
Gespielt wird 12 gegen 12 auf relativ großen Maps. Lag ist ok, keine computer-gesteuerten Gegner, kein Probetraining, die ersten Matches sind Frust pur.
Seit ein paar Wochen verbringe ich ab und zu ein bisschen Zeit spät nachts in der MWOnline Community. “Massive Multiplayer” ist eigentlich etwas anderes, weil die Kollegen nur in gemeinsamen “Drops” auf einzelnen Planeten sichtbar werden. In der Zwischenzeit kann man die vorhandenen Mechs aufrüsten, umbauen und sich natürlich auch für echtes Geld virtuelle Komponenten leisten. Das ist für den Betreiber nicht unwichtig, denn es handelt sich um ein sog. Free for play. Man muss nichts bezahlen, man lädt die Installation herunter und kann sofort mitmachen. In den ersten Matches erhält man überproportional viel Geld, so dass man nach 25 “Kadetten” Runden in der Lage ist, sich einen eigenen BattleMech zuzulegen. Bis dahin stampft man auf geliehenen “Trial”-Maschinen durch die Gegend, die man allerdings nicht modifizieren kann. Die Zeit ist dafür zu nutzen, sich auf eine der Gewichtsklassen festzulegen. Die spielen sich nämlich ganz unterschiedlich. Light, Medium, Heavy und Assault. Wenn man nicht einen Haufen reales Geld investieren will sollte man hier keinen Fehler machen. Die leichten sind fürchterlich schnell, schwer zu treffen und nicht sehr schlagkräftig. Man darf praktisch nie stehenbleiben, eine einzige Volley könnte das Ende bedeuten. Aber wer die gut steuert, kann größeren Mechs wahnsinnig auf die Nerven fallen. Außerdem spielen sie eine wichtige Rolle als Scouts und für Sensor-Reichweite und -Abwehr. Sie können gegnerische Mechs markieren, die dann von weit hinten mit Raketen eingedeckt werden können. Am anderen Ende des Skala ist der Assault, schwerfällig, stark bewaffnet und dick gepanzert. Wo die sind, ist “vorne”. Zwischendrin Medium und Heavy, wobei Heavies den Löwenanteil der Mechs ausmachen. Die Matches werden automatisch so balanciert, dass beide Seiten dieselbe “Gewichtsklasse” haben, bzw. dieselbe Zusammenstellung aus Mechs verschiedener Gewichtsklassen. Ich habe mich für Medium entschieden, mehr eine Unterstützungsrolle für den Gelegenheitsspieler. Meine Regel lautet “stay with the big guy” und führt häufig zu akzeptablen Ergebnissen. Dabei sucht man sich einen Assault und bleibt permanent in dessen Nähe – wesentliche Aufgabe ist dann die Leichten von ihm abzuhalten und diejenigen zu beschäftigen, die außen herum laufen und flankieren. Das Feuer konzentriert sich immer auf den “Großen”, so dass man ziemlich in Ruhe gelassen wird. Draufgehauen wird dann, wenn der “Große” heißläuft.

Wobei das schon eins der wichtigsten Themen sind: Die Wärmeentwicklung. MWOnline ist ein Ableger des BattleMech Universums, das es schon seit Jahrzehnten als Brettspiel und in unterschiedlichen Computerspielen gibt. Um das Kräfteverhältnis auszubalancieren kann man nicht beliebig viele Waffen anschrauben: Sie alle brauchen Platz, verbrauchen Energie oder Munition und erzeugen Wärme. Wird zuviel Wärme erzeugt schaltet sich der Mech ab – hirnlos draufballern kann man also nicht, man muss seine Aggressionen schon sehr gut dosieren. Mechs werden in “Lances” zusammengefasst, die zusammen eine gewisse Tonnage nicht überschreiten dürfen. 3 Lances bilden eine Company. In MWOnline derzeit gibt es auf den Servern immer Company vs. Company Gefechte, was in der Regel 12 Mechs auf jeder Seite entspricht. Bei der Bewaffnung kann man auch viel richtig und noch mehr falsch machen – Raketen, Laser oder Ballistik – man hat die Wahl. Reichweite, Schlagkraft, Wärmeentwicklung – außerdem die unterschiedlichen möglichen Befestigungspunkte am Mech erlauben unzählige Kombinationen. Hier kann man sich Gefährte für unterschiedliche Rollen konfigurieren, als “Sniper” aus der Ferne arbeiten oder lieber etwas für kurze Reichweiten?

Warum finde ich das jetzt so geil und schreibe wie ein Affe über ein Game, das nicht mal neu ist und schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat? Gut, daß es das überhaupt gibt ist mir erst neulich aufgefallen – kann ja mal vorkommen. BattleMechs sind eben mit die coolsten Gefährte die ich mir vorstellen kann – auch wenn man nur virtuell einen lenkt. Und dann verbinden sich hier zwei meiner Lieblingsbeschäftigungen: Aufbauen und Einreißen ;-) Als Ü-40 Gamer ist man halt hoffnunglos unterlegen in punkto Reaktionsgeschwindigkeit.. (oder es liegt daran, dass ich Telekom-Klingeldrahtkunde bin? Deshalb viel Frust, vor allem am Anfang. Irgendwann beginnt man aber die Dynamik zu verstehen und ab da macht es nur noch Laune. Die Maps sehen toll aus, es läuft ruckelfrei auf meine 6 Jahre alten Rechner (in 2560×1440!), einzig die Soundeffekte könnten noch eine Spur besser sein. Aber Jammern auf hohem Niveau muss man auch können ;-) Keine Runde ist wie die andere und auch der Zeitverbrauch hält sich in Grenzen: Ein Spiel dauert selten länger als 10 Minuten. Zum Probegucken empfehle ich diesen Youtube-Kanal mit Kommentator mit Hamburger Platt. Zum Wegschmeißen.

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Moselsteig Etappe 16

Etappe 16 ist eine kurze Angelegenheit (11 / 8,5 km). Wir haben die abgekürzte Variante bis zum Bahnhof Ediger gewählt, um die geschickte Rückfahrmöglichkeit nicht auszulassen. Über die Brücke hinter Neef umgeht man den Ort Bremm und steigt schon bald wieder komplett an. Das hat es durchaus in sich. Am höchsten Punkt, einer Art Wegspinne kurz vor dem sog. “Gipfelkreuz” steht man wieder auf Feldern und wundert sich, wo die Moselszenerie geblieben ist. Doch nach kurzem Weg ist der phänomenale Aussichtspunkt erreicht. Mit Mühe bekommt man noch einen Platz auf der Bank, denn die Stelle ist Austragungsort eines Frühstücks-Caterings, das offensichtlich eine Menge Gäste anzieht. Kann man sich mal merken. An weiteren Aussichtspunkten vorbei verläuft der Weg noch wenige Kilometer auf einem Grat entlang, man wandert in einem lichten Eichenwäldchen. An einer Stelle trifft man sogar auf römische Ruinen. Hier gibt es einfach alles. Der Grat hört unvermittelt auf und der Weg geht sehr steil hinab zum Bahnhof Ediger. Hier geht es über Schieferplatten und mit losem Gestein zur Sache, man braucht immer wieder die Hände. Mitten drin zweigt der Calmont-Klettersteig ab, auf dem man in halber Hanghöhe wieder zurück Richtung Bremm kommt. Das ist eine empfehlenswerte Route für einen Tagesausflug, da die Eisenbahnbrücke leider nicht für Fußgänger begehbar ist.
Die Züge fahren stündlich, man muss also nicht lange warten und kann dann preiswert das Auto wieder erreichen. Würde man weitergehen, könnte man wahrscheinlich mehr oder weniger problemlos die Etappe 17 noch dazunehmen, Zeit ist noch genug vorhanden. Würde man also einen weiteren Tag hinzufügen, kann man den Steig bis Cochem gehen und dort wieder in die Bahn einsteigen.

Zugegeben, meine Erwartungen an diese Wandergegend waren relativ hoch. Insgesamt habe ich es aber geschafft, positiv überrascht zu werden. Wir sind viel weniger Wanderern begegnet als z.B. am Rheinsteig und es gab wesentlich mehr Einkehrmöglichkeiten. Das ganze ist auch etwas kleinteiliger, was die Tagesetappen abwechslungsreicher macht. Sicherlich nicht mein letzter Besuch.

Moselsteig Etappe 15

Bei Etappe 15 von Zell nach Neef wird man gleich am Anfang mit einer ordentlichen Dosis Steigung versorgt. Hinter ein paar Häusern geht es links den Berg hoch und man bekommt gleich ein paar kernige Warnschilder serviert. Steil! Trittsicher! usw. muss man alles sein. Denn jetzt kommt unsere erste Klettereinlage, die aber aufgrund der zahlreich in den Fels gehauenen Stifte und Krampen ziemlich harmlos ist. Es gibt sogar einen seniorengerechten Umgehungspfad, auf dem meine Wanderpartnerin mich vollkommen abhängte. Ich also die Stifte hinauf, am Ende kommt sogar noch eine Leiter wie im Schwimmbad, alles halb so wild. Es macht aber tüchtig Spaß, so dass man fast viel zu schnell oben am Collis-Turm ankommt. Wieder eine herrliche Aussicht, man kann sich fast daran gewöhnen! Diese als “anstrengend” ausgeflaggte Etappe von 19,5 km flacht danach sprichwörtlich etwas ab und liefert im weiteren Verlauf noch zwei Komplettanstiege, so dass man am Ende auf rund 600 Höhenmeter kommt. Der erste ist gleich in Merl, ein kleiner Weinort. Rechts geht es hinauf mit einer wieder etwas unmotiviert übertriebenen Steigung. Dann schwenkt der Weg weit nach Osten in den Wald hinein, so dass man überhaupt nicht mitbekommt, wie Bullay in der Höhe passiert wird. Immer wieder kommt man auf offene Felder, so dass es auch ohne Moselausblicke eine landschaftlich wunderbare Etappe ist. Gegenüber von Sankt Aldegund erreicht der Weg wieder die Mosel und man sieht bereits das Etappenziel Neef vor sich liegen. Die Fußlahmen können hier abkürzen und einfach direkt in den Ort hinuntergehen. Der Steig steigt zum letzten Mal voll an und umkreist den Ort auf der Höhe bis zu einem Aussichtspunkt, an dem man wieder in Gratlage linkerhand Neef und rechts hinunter auf Eller schauen kann, das Etappenziel Nr. 16. Direkt unter den Füßen eine der steilsten Weinlagen an der Mosel: Der Neefer Frauenberg. Ich habe nicht kapiert, wie man dort stehen kann, Reben schneiden und Wein lesen. Ist mir ein Rätsel geblieben, zumal der Hang komplett von losem Geröll bedeckt ist. Macht aber nichts, lecker schmeckt, was von dort kommt. Das haben wir am späteren Nachmittag bei Sabine und Axel im kleinen Weinhotel probiert. Sehr angenehme Atmosphäre, eine große Empfehlung von mir. So spät war der Nachmittag eigentlich noch gar nicht, die Strecke lässt sich relativ problemlos bewältigen. :-)