Westweg Etappe 8: Thurner – Feldberg

Montag, 26.6.2017
Meine unfreiwillig letzte Etappe beginnt wieder mit einem strahlenden Morgen. Im Frühstücksraum wird vorwiegend spanisch gesprochen. Das ist mir übrigens schon mehrfach aufgefallen: Im Schwarzwald sind sehr viele Spanier unterwegs! Genauso wie viele Belgier, mit denen man ab und zu ins Gespräch kommt. Beide Nationen sind offenbar nicht so ganz die navigations-stärksten Wanderer ;-)
Frisch gestärkt mache ich mich auf den Weg (Òle!). Es ist noch kühl, und inzwischen läuft es sich wie fast von selbst: Nichts drückt, ich bin ausgeschlafen und Kräfte sind da.
Der Tag ist vollkommen wolkenlos und auf Anhöhen kann man sehr weit schauen. An einem Abzweig eine merkwürdig geformte Bank. Kommt mir bekannt vor, ganzseitiges Bild im Wanderführer. Okay, ich bin richtig. Kurz vor dem Wanderheim Berghäusle erreicht man einen Sattel: Dort ist tatsächlich der Nordrand der Alpen inkl. Schneebedeckung sichtbar! Das erzwungene Weitwinkel des Handys ermöglicht leider kein brauchbares Foto. Hinter dem Wanderheim kurze Pause, dann geht es auf der Straße hinunter nach Titisee. Hier trifft man auf die geballte Schwarzwaldtouristik. Ferien auf dem Bauernhof, ein Golfplatz, Fahrzeuge aus ganz Europa, Kurgäste, das volle Programm. Mitten im Ort teilt sich der Westweg. Ich bin so auf der Suche nach einer Bank (zum Geldabheben), dass ich den Abzweig erstmal verpasse. Im Ort gibt es übrigens (nur) noch eine einzige Sparkasse. Neu finanziert und orientiert erreiche ich das Seeufer. Es ist 12 Uhr, das Strandcafe macht gerade auf. Die Sonne scheint, ich bin bereit für meine übliche Stärkung (Kuchen + JoBe-Schorle). In der Sonne wird es schon wieder richtig heiß. Nach einer halben Stunde will ich weiter, ich packe wieder alles auf und verlasse den Ort hinter dem Strandbad, steil den Berg hinauf. Auf dem Weg hinauf beginnt der Fußrist rechts zu schmerzen. Das hatte ich links am zweiten Tag auch schon und denke mir, wird eine leichte Reizung der Sehnen sein. Da ich in Erwartung steiler Anstiege die Stiefel heute morgen unten recht eng geschnürt habe, lockere ich die Schnürung und es wird etwas besser. Durch einen wunderschönen Wald schlängelt sich der Weg jetzt dem Feldberg entgegen. Mein Etappen-Ziel ist eine Unterkunft in “Feldberg-Ort”. Ich passiere einen Fischweiher, nach einer kleinen Waldetappe erreicht man einen wieder sehr einsam gelegenen Hof. Kurz danach darf ich wieder fluchtartig vom Forstweg springen, als mich ein LkW mit Tieflader in rasanter Vorbeifahrt einnebelt. An der Rufenholzhütte mache ich Pause und treffe dabei auf eine freundliche Wandergruppe. Die können kaum glauben, dass ich in Pforzheim losgelaufen bin. Ich auch nicht ;-) Nach der Hütte schmerzt mein Fuß wieder etwas mehr und ich gehe langsamer. Nach dem die Höhe über dem Feldsee erreicht ist gibt es immer wieder fantastische Ausblicke nach unten. Der Feldsee liegt ganz tief in einem fast runden Kessel, wie eine Art Vulkankrater. Die Hänge sind stark bewachsen, es ist Bannwald und sehr feucht, trotz der jetzt längeren trockenen Witterung. Eine Art Regenwald! Hier zweige ich vom Westweg ab, der jetzt weiter steil nach oben Richtung Feldberggipfel geht (3km). Ich umrunde den See Richtung Hotelkomplex “Feldbergerhof” und meinem Ziel. Inzwischen kann ich kaum noch laufen, es hilft auch nicht gerade, dass die Wegstrecke per Schild als “schwierig” angegeben ist, mit hohen Tritten, vielen Steinen und Wurzeln. Am Feldbergerhof komme ich aus dem Wald, es ist die Talstation des Wintersportgebiets. Das sieht jetzt im Sommer aus wie ein notgelandetes klingonisches Raumschiff. Nicht so toll. Da mein Wasser und die Energie alle ist, trinke ich im touristischen Auge des Sturms ein Apfelschorle 0,5 für sensationelle 4,60€. Ist mir aber zu dem Zeitpunkt völlig egal. Irgendwie schaffe ich noch die letzten zwei Kilometer bis zu meiner Unterkunft Gasthof Wasmer am Feldbergpass, das sich mit wohltuender Einfachheit von seiner Umgebung abhebt. Außer mir scheint wieder keiner da zu sein. Ist mir jetzt egal, ich ziehe die Stiefel aus und lasse mich aufs Bett fallen. Bin ich platt, es waren wieder an die 30km. Der Fuß zieht jetzt schon ganz ordentlich. Nach einer Dusche mache ich mich auf die Futtersuche. Direkt daneben im neugebauten Hotelkomplex finde ich Platz auf der Außenterasse und esse ganz passabel, wenn auch lange nicht so gut wie bei meinen anderen Unterkünften. Inzwischen zieht es zu, wird kühler und windiger. Ich ziehe mich zurück, in der Nacht fängt es an zu regnen.

Am nächsten Morgen kann ich rechts kaum den Fuß abrollen. So wird as mit dem Feldberg nicht klappen :-( Keine Ahnung, was da los ist. Die freundliche (und nicht unattraktive) Wirtin klingelt für mich den örtlichen Arzt durch, ich kann gleich zur Sprechstunde kommen. Wie nett von ihr. Ich packe zusammen und verabschiede mich. Mein Ziel ist hinter dem Feldberger Hof, wo ich gestern schon vorbeigekommen bin. Auf dem Weg dorthin merke ich aber bereits nach mehreren hundert Metern, dass die Wanderung vorbei ist: Der Fuß ist durch. Das wird auch mit einem Eßlöffel Voltaren nichts mehr. Ich spare mir das Wartezimmer und setze mich in den Bus nach Titisee. Dort fährt die Höllentalbahn Ri. Freiburg, und ich bin 13:30 wieder zuhause.

Später zuhause beim Arzt, die Diagnose nach dem Röntgen: Ermüdungsbruch! Der sog. “Marsch-Bruch”, der gern untrainierte(!) jugendliche Bundeswehrrekruten befällt. Und das in meinem Alter nach 200km. Jetzt müssen die letzten drei Etappen etwas warten. Ich glaube, der Hauptfehler war die enge Schnürung, verbunden mit dem längeren Wegstück auf Hartbelag. Hier treten dann doch recht große Kräfte auf, das habe ich wohl etwas unterschätzt. Ich hatte auch nicht-eingelaufene Wanderstiefel an, die aber auf den ersten Etappen überhaupt keine Probleme machten.

Das vorzeitige Ende ist für mich natürlich eine große Enttäuschung. Ich bin aber froh, dass ich den Großteil der Strecke ziemlich problemlos bewältigen konnte. Es ist auch überhaupt kein Problem, allein unterwegs zu sein. Die meiste Zeit verbringt man in einer Art Lauf-“Trance”, in der man viel Zeit hat, sich über alles mögliche Gedanken zu machen und die meiste Zeit dann an gar nichts denkt. Sehr entspannend. Außerdem trifft man ständig Menschen, es geht gar nicht anders. Viele spricht man einfach an, es entstehen Situationen, in die man gar nicht kommt, wenn man zu zweit oder in der Gruppe unterwegs ist. Das vergrößert das Erlebte über die reine “Gegend” oder “Wanderung” hinaus. Schwer zu beschreiben. Ich habe jedenfalls etwas Großartiges für mich gefunden.


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Westweg Etappe 5: Kniebis – Hausach

Freitag, 23.6.2017
Frisch auf den Weg gesetzt bin ich gleich nach 50m wieder zur Haltestelle umgedreht, habe mich auf die Bank gesetzt und das Autan gezückt. Das ist so wichtig für das Wohlempfinden. Krabbler auf den Beinen nerven einfach nur. Dann los direkt Richtung Süden. Zunächst ein ganzes Stück auf den bekannten Forstautobahnen verschwenkt der Weg dann an einer unscheinbaren Stelle in den Wald, und ab dort ist man kilometerweit auf einem sehr schmalen Fußpfad im Unterholz unterwegs. Es knistert, piept und tut um einen herum, einfach wunderbar. Den Abzweig zur Teufelskanzel habe ich leider verpasst, aber mein Mittagsdate am Harkhof hinderte mich dann daran, nochmal umzukehren. Nach einem weiteren Stück Unterholz geht es dann auf der Ostseite des Bergrückens weiter dem Harkhof entgegen. Diese ersten 15km erlauben auch fast keine Ausblicke, so dass man irgendwann kurz vor dem Baum-Flash steht und völlig entgeistert am Harkhof aus dem Wald kommt. Die Ecke sieht dann auf einmal aus wie im Allgäu. Komplett mit Kuhweide. Leider befindet sich neben der Terrasse gerade eine große Baustelle, so dass die “Gemütlichkeit” aktuell etwas leidet. Man kann dagegen wunderbar lecker essen: Selbstgemachte Bauernwürste mit geschmelzten Zwiebeln und frischem Brot – dazu ein Russ.. man das war lecker. Ich habe dann noch etwas Material mit dem Versorgungsfahrzeug getauscht ;-) und bin weiter auf dem Weg nach Hausach. Das ist im Grunde eine separater Etappe, wobei ich beide jeweils einzeln betrachtet als zu kurz empfinde. Ich hatte dabei dann allerdings keine Energie mehr, die neben dem Weg befindlichen Extra-Ziele noch mitzumachen. Ich bin also z.B. am Brandenkopf direkt vorbei im Wald marschiert. Kurz vor Hausach macht man einen ähnlichen Abstieg wie schon in Forbach: Der Bergrücken wird verlassen und man steigt bis auf die Talsohle des Kinzig-Tals ab, das in Ost-West Richtung gelegen, nicht anders überwunden werden kann.
An der Hohenlocher Hütte kurz nach Beginn des Abstiegs befindet sich nochmal eine sagenhafte Übernachtungsgelegenheit, außerdem eine super mit Plumpsklo und Brunnen ausgestattete Umgebung, direkt am Wanderweg gelegen. Da hätte ich mich schon direkt hinlegen können, aber ich musste ja noch irgendwie runter kommen. Etwas weiter öffnet sich der Wald um man steht auf dem Wiesenhang über dem Käpplehof mit einer tollen Aussicht. Ich habe minutenlang einem Rotmilan zugesehen, der sich vom Hof ganz unten bis auf über den Höhenrücken ohne einen Flügelschlag hochschraubte. Zurück im Wald treffe ich auf einen Bauer, der gerade die Wegränder abmäht. Er dreht sich zu mir um und ruft mir zu: “Mitfahren?!”. Ich lehne freundlich ab, meine Beine rufen: “Spinnst du??!”. Kurze Zeit später wird mir klar, dass ich besser bald ankommen sollte. Blick auf die Karten-App: Ok, wenn ich hier links runter gehe, komme ich 1,5km schneller herunter und spare den Weg um den Ausläufer des Bergrückens herum. Das war zwar grundsätzlich richtig, wurde dann aber schnell zu einer ungemähten Waldschneise. Keine so tolle Idee. Ich habe mich trotzdem durchs Unterholz gewühlt, die alten Geocacher-Instinkte leben noch. Jetzt so richtig praktisch mit Autan an den Beinen. Irgendwann unten auf einem Weg gelandet und festgestellt: Klasse, wirklich gar nicht so schlecht gekürzt. Durchs Wohngebiet, eine Fußgängerbrücke über die Kinzig und nochmal 1-2km Asphalt quer durch die Stadt, bis ich mein Ziel (Gasthof Blume) direkt am Bahnhof erreicht hatte. Jetzt war ich komplett erledigt. Kurze Dusche und dann wie gewohnt ab auf die Terrasse zu einem kühlen Getränk – so kann man es aushalten. Auch dort habe ich sehr lecker gegessen und bin noch lange mit meinem Buch draußen gesessen.

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Die Tracks sehen etwas komisch aus – ich vermute wegen dem Handy im Energiespar-Modus.

await!

Bisher habe ich um das async/await Pattern in C# eher einen Bogen gemacht. Grundsätzlich war mir mehr oder weniger klar, was da vor sich geht, aber wozu syntaktischer Zucker, wenn es auch so geht? Es sieht schöner aus. Zumindest für diejenigen, die “Schönheit” für uns festlegen. Aber inzwischen trifft man auf Konstellationen, in denen man gar nicht mehr drumherum kommt, z.B. wenn eine Bibliothek, die man verwenden möchte nur noch LalaBlaBlubAsync(...) Aufrufe hat, wobei die Vorversion noch mit LalaBlaBlub(...) auskam. Tja.

Ich wollte dann doch mal etwas tiefer gehen und stieß auf diesen interessanten Artikel (Achtung MSDN Link). Ich finde, das Konzept wird hier wirklich schön erklärt. Das Beste daran ist jedoch dieses herrliche Zitat:

“Asynchronous code reminds me of the story of a fellow who mentioned that the world was suspended in space and was immediately challenged by an elderly lady claiming that the world rested on the back of a giant turtle. When the man enquired what the turtle was standing on, the lady replied, “You’re very clever, young man, but it’s turtles all the way down!”

Better late than never!

Kürbislampe, revisited

Das Thema gab es hier schon mal. Auf dem Markt habe ich letztes Jahr doch noch zwei brauchbare Flaschenkürbisse ergattert. Leider waren beide EXTREM groß, so dass ich gewisse Befürchtungen für die Trocknung hatte. Nicht unbegründet: Dieser vor allem ist beim Trocknen ordentlich angeschimmelt, was man später durch sorgfältiges Schleifen im getrockneten Zustand wieder korrigieren kann. Leider nicht ganz optimal: Dieses Exemplar hat dadurch eine extrem dünne (und damit zerbrechliche) Haut bekommen.
Merke: Größe spielt eine Rolle, diesmal: je kleiner, desto besser ;-)
Die kleineren kann man durch die Gegend werfen, sie haben eine etwa 4mm dicke Holzschale, der hier nur etwa 2mm.


Aus Grün wird Grau

Ich habe mit zwei Schnitten gearbeitet, damit ich das ganze Material überhaupt heraus bekomme. Es ging auch gut. Ich kann allerdings das Tragen einer Staubschutzmaske nur wärmstens empfehlen.

Bereits leicht angehölt

Das Innenleben war reine “Resteverwertung”: Etwas übrig gebliebenes RGB-LED Band, zusammen mit einer Konstantstromquelle aus einer defekten Chinaschrott-Deckenlampe.

Dezente^^ Innenbeleuchtung

Die Batterien in der (ebenfalls Chinaschrott-) Fernbedienung sind nicht mehr so toll, oder die Ansteuerungs-elektronik hat hier auch schon einen Schaden: Es funktionieren leider nur noch ein paar Farben. Du drückst drauf und bist erstaunt, was passiert.

Schnittstellen scheinen durch: hier muss ich nochmal bei

Sieht man deutlich: Weißleim ist zwar ein klasse Fugendichter, aber leider transparent.

Sieht ganz lustig aus im Regal..

Die weiße Lackierung kommt daher, dass noch eine Dose übrig war, und der Kürbis “natur” nicht mehr so ganz toll aussah. Ich weiß, es ist nicht der Weisheit letzte Schluß, aber eine ganz interessante Abwechslung.

errorMode Custom

Hier eine kleine Anmerkung zu einem kleinen Ärgernis, AKA ungooglebarer Fehler:

Man betreibt man eine Site oder einen Webservice mit dem IIS (Version 7 in meinem Fall) möchte man in seltenen Fällen im Code explizit den StatusCode setzen. Das kann z.B. so aussehen:

WebOperationContext.Current.OutgoingResponse.StatusCode = System.Net.HttpStatusCode.ServiceUnavailable;

Diese Zeile führt dazu, dass der Aufrufer 503 Busy zurückerhält. Neulich hatte ich die Situation, dass der Client stattdessen immer 500 bekam und die betr. Zeile ignoriert wurde. Weshalb? Es war zum Verrücktwerden. Offensichtlich war folgender Abschnitt in der web.config dafür verantwortlich:

<system.webServer>
<httpErrors errorMode="Custom" />
<system.webServer>

Gegenlenken

Ich fahre mit dem Wagen auf einer Pass-Straße. Immer wieder gibt es scharfe Kurven, auf der Talseite geht es bedrohlich weit runter. Ich gehe vom Gas, lenke etwas ein und tippe vielleicht die Bremse kurz an. Völlig gefahrlos das alles, die Familie im Fond schläft selig. Oder spielt Handy. Oder schaut sogar raus.
Szenenwechsel. Diesmal kein Auto, sondern ein Kies-Laster, das ganze bergab und mit defekter Bremsanlage. Mit kurz vom Gas gehen und vorsichtig einlenken ist es hier nicht getan. Drastische Maßnahmen müssen schnell ergriffen werden, wenn die Katastrophe vermieden werden soll.
Gnadenlos runterschalten ohne Rücksicht auf das Getriebe, die defekten Bremsen malträtieren, Ausschau halten nach einer Abzweigung, vielleicht sogar einen geplanten Crash herbeiführen. Lkw-Fahrern fallen hier sicherlich noch bessere Optionen ein.
Das ist natürlich alles wieder nur ein weit hergeholter Vergleich zu dem, was in einer Firma ablaufen kann, die sich aktuell auf einem wirtschaftlich nicht vorteilhaften Kurs befindet, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Kleine Änderungen oder drastische Maßnahmen? Dabei sind für mich zwei Fragen interessant, die ich versuche, in dasselbe Bild zu setzen:
1. In welchem Fahrzeug sitzen wir überhaupt? Rauscht hier der Kieslaster bergab oder nur ein Tuk-Tuk? Was kann maximal passieren, wer und was ist überhaupt betroffen?
2. In welchem Verhältnis stehen die Maßnahmen zu der befürchteten Situation? Müssen Radfahrer bergab jetzt Bremsfallschirme tragen? Oder werfe ich eine Schippe Schotter vom bereits vorher bemühten Laster und hoffe, dass er dadurch deutlich langsamer wird?
Wie man sich denken kann, kommt es also sowohl auf das richtige Verhältnis an, als auch auf die Art der Gegenmaßnahme. Wenn man beschließt, statt Kies nun einfach Stahlbrammen zu befördern ändern sich dadurch nicht die Fahreigenschaften des Lkw.
Das ganze ist natürlich in einem Unternehmen viel komplizierter als in meinem dämlichen Beispiel. Aber die Mechanik ist durchaus vergleichbar. Für drastische Maßnahmen ist vor allem eine gewisse Risikobereitschaft notwendig. Diese ist natürlich bei bestellten Führungskräften höher als bei den Eigentümern, die einen echten Verlust zu verkraften haben, wenn die Sache schiefgeht. Dennoch: Eine falsche Maßnahme verzögert möglicherweise nur das Unausweichliche oder macht es am Ende tatsächlich unausweichlich. Wie den Crash zwei Serpentinen weiter unten.

BÖLLER!!


Abschuss-Vorrichtung

Hier wieder einer aus der Reihe: “Mit zweierlei Maß gemessen – aber diesmal richtig.”
Seit 2009 ist das Abbrennen von Feuerwerk in der Innenstadt untersagt und durch eine ziemlich bedrohliche Bußgeldverordnung gesichert. Dieses Jahr war das Brandrisiko mit dem ganzen Schneematsch sicherlich absolut minimal. Aber wer in der Innenstadt unterwegs war oder sich wie ich die optische und akustische Darbietung von zuhause angeschaut hat, dem wurde klar: Das Verbot wird … .. ignoriert. :-)
Und damit man das zweite Maß daneben hält (sonst macht es auch keinen Spaß): Die jahrelange Schowo-Band “The Cash” wurde geschasst, weil an einem Abend auf der Bühne ein (verglichen mit gestern) winziges Bühnenfeuerwerk abgebrannt wurde. Ja was jetzt? Ich wette der Zustand an Silvester wird nur deswegen ignoriert, weil sich keiner von den Herren in der Verwaltung über die Durchsetzung der Verordnung den Hauch eines Gedankens gemacht hat. Und das ist dann ein Fall für den Gemeinderat. Ich habe heute einen von ihnen getroffen, der das in Kürze ansprechen wird… ^^

Bevor hier einer was falsch versteht: Ich bin weder eine Spaßbremse noch habe ich etwas gegen Feuerwerk. Ich habe nur etwas gegen Verordnungen, die sich nicht durchsetzen lassen oder die nicht durchgesetzt werden wollen. Entweder, oder. Das geht einfach nicht mit der halben Arschbacke!

Hörschbachschlucht

In der Zeitung erscheinen hin und wieder Wandertips. Ich schnibbel diese gerne aus und lege sie (zusammen mit einem Haufen anderem Krempel) ab, auf dem Haufen: “Könnte mal interessant werden”. Gestern gab es dann den Zugriff. Auf der Suche nach einem passenden Ziel entschieden wir uns für einen spontanen Besuch in Murrhardt. Man kommt sich ein bisschen cheesy vor, wenn man mit einem Zeitungsausschnitt in der Hand durch den Wald trabt, aber die Tour hatte es in sich. So schön, das möchte ich an dieser Stelle gerade mal weiterempfehlen.
Es ist eine Rundwanderung mit 11km Länge, für die wir etwas mehr als 3 Stunden unterwegs waren, inklusive einem Stopp für ein Radler mit “Worrschtsalat” beim Gasthof zum Wasserfall, der etwa auf halber Strecke gelegen ist. Der Aufstieg erfolgt über die Franzenklinge, ein eng ausgewaschenes Tal durch schönste Landschaft, kurz übers Feld, und wieder hinunter durch die Hörschbachschlucht, vorbei an zwei nicht unwesentlichen Wasserfällen. Durch die starken Regenfälle der letzten Tage war dieser Abstieg allerdings ziemlich matschig und für kleinere Kinder aus diesem Grund m.E. nicht geeignet. Mit gewisser Trittsicherheit allerdings ohne Probleme machbar, wer Wert auf saubere Schuhe legt sollte allerdings ein paar regenfreie Tage abwarten!

Klebstoff! :-)

Für die häusliche Eisproduktion wird Invertzucker empfohlen. Damit wird das Eis cremiger und kristalliert nicht so leicht aus, wie bei der Verwendung von herkömmlichem Zucker beim Anrühren der Masse. Den Tip, wie man das selbst macht habe ich gleich ausprobiert, es ist ein chemischer Prozeß und hat nicht viel mit Kochen zu tun.
Zu Beginn kippt man ein Kilo Zucker und Zitronensäure (ja, man kann das Putzmittel verwenden, wenn “lebensmittelecht” auf der Packung steht!) in einen Topf, fügt einen Viertelliter Wasser dazu und lässt das Zeug eine ganze Weile heiß vor sich hin wabern (nicht kochen!).

Das sieht dann so aus. Irgendwann stoppt man den Prozess ab, wenn die Lösung einigermassen klar geworden ist. Am Anfang kann man eigentlich nicht glauben, daß das jemals passiert.

Dann neutralisiert man die Säure unter Zugabe von Natron. Dabei entsteht Gas, das ordentlich schäumt. Macht aber nix. G’hört so. Man rührt eine Weile und der Schaum verschwindet dann von selbst, bis schlußendlich eine fast klare, ziemlich zähe Flüssigkeit übrigbleibt.

Abgefüllt und im Kühlschrank geparkt reicht das für zig Zubereitungen. Für einen Liter Eis braucht man nur wenige cl. An der gelblichen Färbung erkennt man übrigens, daß unser Zucker doch nicht so gereinigt ist, wie man das immer glaubt.

Einfach, effektiv und praktisch. Ich liebe solche Sachen :-)

Heart failure

Gestern habe ich die OpenSSL Lib in unserer iOS App gepatcht. Die verwendete Version hatte den Heartbleed.

Am Tag 2 fragen sich jetzt alle wie das nur sein kann, daß so ein eklatanter Bug jahrelang unentdeckt in einer Open Source Software versteckt bleibt. Und .. ogott jaaa.. wer den wohl schon alles für seine finsteren Machenschaften ausgenutzt hat?!

Open Source muss doch sicher sein, es ist offener Quellcode, jeder kann reinschauen und damit sollten Fehler doch sofort entdeckt werden! Das klappt aber nur dann wenn es eine kritische Masse Leute gibt, die das auch tun und die verstehen, was sie dort vorfinden. Und das ist im Fall von OpenSSL sicherlich nicht so ganz leicht. Jeder der diese Lib schon verwendet hat weiß, wie gräßlich kompliziert das Ding ist. Und ich spreche hier nur von der korrekten Verwendung, vom Griff in den Code selbst ist das meilenweit entfernt. Das ist auch, was man z.B. bei Fefe lesen kann. Der sich selbst nicht zutraut, das Ding zu auditieren, weil, tja, einfach zu kompliziert das Ganze. Lieber selbst schreiben(!). Ich nehme zwar an, daß das ironisch gemeint war aber das ist eher einer der Cracker auf dem Gebiet.

Ich stelle dasselbe Phänomen auch bei uns fest: Je komplizierter ein Code-Komponente aufgebaut ist, desto länger halten sich darin die haarsträubendsten Fehler. Sitzen einem direkt vor der Nase, aber man kann sie nicht erkennen, weil man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht. Aus diesem Grund kann ich immer wieder nur eins meiner Dauer-Mantras wiederholen. Warum einfach, wenns auch kompliziert geht! Ne halt, das war jetzt nicht ganz richtig..

Wer wissen will wie Heartbleed funktioniert klickt einfach mal hier.