Gesehenes: Viel Zeitverschwendung

Und wieder einmal einige kurzgefasste Empfehlungen oder Warnungen zu mehr oder weniger aktuellen Filmen und Serien:

Space Battleship Yamato” stammt ursprünglich aus einer japanischen Zeichentrick-Serie (Anime), auch bekannt unter “Star Blazers”. Vergangenes Jahr erschien ein Kinofilm, dessen Bluray Version inzwischen auch die Grenzen Japans verlassen hat. Allerdings nur auf japanisch (mit engl. Untertiteln). Macht nichts, man versteht es auch fast ohne Untertitel. Das Ganze erinnert sehr stark an Galactica, außer dass das Aussehen von Raumschiffen, Uniformen etc. einfach wesentlich besser gelungen ist. Allein die Handlung ist nicht ohne Tiefe, wird allerdings durch entsetzlich vorhersehbare Szenen (“Oh Captain – bitte tue das nicht!!” “Neeein, einer muss an Bord bleiben und das Schiff lenken” “oooh nein, du hast doch gesagt du kommst mit” “Aber bitte versteh doch, einer MUSS es tun” “oooh nein Captain, …” zzzz) etwas in die Länge gezogen. Ich glaube dass ist ein Stück weit auch dem japanischen Zielpublikum geschuldet. Für uns wirken diese Szenen vielleicht unfreiwillig komisch. Insgesamt gefiel es mir dann doch ganz gut, einmal nicht der übliche American Soldier Schrott.
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Street Kings 2: Motor City ist ein Cop-Film, der sich um das uralte Thema “Dirty Cop – good Cop” dreht und mit diversen Längen auf eher unterem “Tatort”-Niveau angesiedelt ist. Alle bekannten Klischees werden zuverlässig bedient: Gähn. SterneSterneSterneSterneSterne

Thor ist der nordische Gott des Donners und hat durch das Schwingen seines Hammers eine bestimmte Berühmtheit erlangt. In der aktuellen Popcorn-Verfilmung findet man eine optisch durchaus effektvoll und gelungen gestaltete Götterwelt, die dann leider aber mit einer amerikanischen Kleinstadt kontrastiert wird und das scheitert spätestens beim Auftauchen der schwarz beanzugten FBI-Beamten gnadenlos. Fazit (auch hier): Riesenaufwand, minimale Wirkung. SterneSterneSterneSterneSterne

Ganz gut hingegen: X-Men First Class und Pirates of the Caribbean: Stranger Tides. Die jeweiligen IMDB Wertungen würde ich hier aber direkt umdrehen. In beiden Fällen solides Popcorn-Kino. Jetzt hör ich aber auf sonst kommt noch der Gedanke auf ich würde nichts anderes tun als Filme gucken. Pst!

Passiv statt aktiv

Eigentlich wollte ich über den 150. Geburtstag der Remsbahn schreiben, viele Bilder einfügen und das Ganze überhaupt miterlebt haben. :)
Leider ist mir dies nicht gelungen. Zum einen lag das an einem längeren SchoWo-Abend, an dem wir zufällig dieser Band wiederbegegnet sind,
andrerseits an dem äußerst bescheidenen Wetter, bei dem ich dann nur noch an mein Sofa denken konnte. Stattdessen gibt es wieder ein paar
mediale Empfehlungen. Wobei es in letzter Zeit eher Warnungen sind, schon klar.
Das fing an mit Harry Potter, der hoffentlich endgültig letzte Teil einer brillianten Marketingaktion. Ich glaube George Lucas ist der einzige,
der mit einem Merchandise noch mehr Kohle eingesammelt hat. Aber es sei ihnen gegönnt, die Geschäftsidee ist auch mehr als genial.
In diesem Zusammenhang ist der Film gar nicht so schlecht wie befürchtet, auch wenn er gefühlt nur etwa 20 Seiten Handlung im Buch abdeckt.
Die Ausstattung natürlich phänomenal, und hin und wieder gab es doch den ein oder anderen ruhigeren Handlungsabschnitt. Sagte ich Handlung? Egal.
Kann man also reingehen, hier habe ich sogar von der 3. Dimension hin und wieder etwas gemerkt. SterneSterneSterneSterneSterne

Dann war da noch “Priest“, eine eigenartige Mischung aus MadMax, Firefly und Underworld. Auch das kann man niemand guten Gewissens empfehlen ohne rot zu werden. Aber das macht gutes Popcorn-Kino aus: Man kommt mit dem was da an Handlung passiert auch noch im semi-komatösen Zustand mit. Also auch nach einem harten Tag ehrlicher Arbeit. Äh wart mal, wann war eigentlich der letzte? Hm :) Wer also Underworld auch ohne Kate Beckinsale anschauen würde macht nichts falsch. SterneSterneSterneSterneSterne

Jetzt habe ich über lauter bewegten Bildern fast den Geburtstag der Bahn vergessen. Damit man mal gesehen hat, worum es geht hat Gabriel tolle Videos von einer Führerstandsfahrt gemacht. Ich hoffe nur, daß er die Musik dazu nicht selbst komponiert hat. :-)

Oh, da kommt Shockwave..

Mit 3D im Kino ist das so eine Sache. Zwei Brillen auf der Nase, da ist es bei mir nur noch 2,5D. Höchstens. Eigentlich hab ich das Ding nur auf, damit das Bild scharf ist. Aber gut, immerhin 11 Euro gezahlt, länger sitzen muß man außerdem. Wie der Film hieß? Keine Ahnung, Transformers III in “Botox Revenge” oder so. Die ehemalige Hauptdarstellerin hat die Riege der Schauspieler verlassen und wurde durch eine Papp-Barbie ersetzt, aber das ist nicht das Hauptproblem. Konfuses Durcheinander der Handlung, dämliche Dialoge, einfach nur Grütze, wenn mir nur nicht die Transformer so gut gefallen würden. Leider gibt es auch wenig zu lachen, das rettet manchmal die Situation. Hier nicht. Man kann zusammenfassen, daß meine äußerst niedrigen Erwartungen an den Film.. wie soll man es ausdrücken.. auf gar keinen Fall übertroffen wurden.
Also, hier gehen Menschen hin, die eine Entschuldigung für den Verzehr großer Mengen an Popcorn suchen und mindestens so einen Knall haben wie ich. SterneSterneSterneSterneSterne

Konsumrausch

Heute gibt es eine längliche Aufzählung allerlei Bücher und Filme, die in letzter Zeit meinen Weg kreuzten.
Da wäre einmal “Freiheit“, von Jonathan Franzen, ein dicker Schmöker von einem Familienroman der gottseidank keine Südstaatenfarm sondern das Leben einer ziemlich liberalen Familie im zeitgenössischen Amerika zum Inhalt hat. Diese wird auf Hunderten von Seiten in ihre Bestandteile zerlegt, was nicht zuletzt wegen des sehr flüssigen Schreibstils sehr gut zu lesen ist. Jeder hat ein Skelett im Schrank und sie werden in diesem Buch alle hervorgeholt. Gefiel mir außerordentlich gut. Will nicht sagen dass es der Wiedererkennungswert ist ;-) sondern dass man in die Figuren fast hineingesaugt wird.
SterneSterneSterneSterneSterne.
Dann dagegen grottenschlecht die Schreibe von Jochen Seibold. “Immer nur Maultaschen” heißt das Buch, das mir meine Schwiegermutter zum Geburtstag schenkte. Man fasst sich immer wieder an den Kopf beim Anblick mancher Formulierungen, tut aber dem Lesespaß wenig Abbruch. Ein plakativ assiger Immobilienhai treibt es auf die Spitze und wird von einer alten Frau mittels einer Laugenseele(!) mit einem Schwabenfluch belegt: Fortan geschieht immer ein Unglück, sei es, er beißt in eine Brezel oder der LkW der “Schwabenreinigung” kreuzt seinen Weg. Die bekannten Schauplätze in Stuttgart machen Spaß und man verfolgt seine Heilung mit Schmunzeln.
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Jetzt zweimal völliger Schwachsinn: Fast and Furious 6, komischer Autofilm in dem es irgendwie um einen Einbruch geht. Richtig kapiert hab ich es nicht. Man muss sich das einmal vorstellen: Alle wichtigen Ingredienzien sind beisammen: Schöne Frauen, schnelle Autos, vernünftiger Soundtrack und die Kulisse von Rio. Action pur und doch ist es irgendwie nur langweilig. Wie kann das angehen?
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Noch bitterer sind die zwei Stunden, die man bei Battle LA. aushalten muss. Das ist so eine seltsame Mischung zwischen einem Army Werbevideo und einem Trailer für einen 1st person shooter. Bloß ohne Schauspieler. Autsch! SterneSterneSterneSterneSterne Mönsch, jetzt hab ich nur einen Stern vergeben, ich hab eigentlich nichts gegen solche Filme.
Ein Lichtstrahl dagegen die leise Geschichte “Winter’s Bone“. Der kann auf alle Effekte verzichten. Eine Siebzehnjährige (Ree) lebt irgendwo in Kanada oder der nördl. USA unter ganz armseligen Verhältnissen im Wald. Sie muss sich um ihre beiden kleineren Geschwister und die Mutter kümmern, die komplett gaga ist. Als ob das nicht schon reicht taucht der Sheriff auf der verlangt, dass der Vater einen Gerichtstermin wahrnimmt. Falls er den verpasst, verfällt die Kaution und die Familie damit ihre Bleibe. Nur, wo steckt der Vater? Ree macht sich auf die Suche und kommt bei den blockenden Nachbarn und Verwandten nicht recht weiter. Was ist passiert, was ist ihr Vater für ein Kerl? Das schält sich langsam heraus.. man könnte den Film deprimierend nennen aber das ist er nicht. Am besten gefiel mir die Stimmungs-“Aura”, die von den durchweg ordentlichen Schauspielern ohne Schnitzer über die gesamte Länge überzeugend vorgetragen wird. Klingt seltsam? Keine Ahnung, am besten selbst reingehen! :)
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Kaum hat man was Nettes gesehen, gibt es wieder einen Tiefschlag: “Little Red Riding Hood” ist eine aktuelle Verfilmung von Rotkäppchen und der böse Wolf. Rotkäppchen ist ein glubschäugiges Girlie die .. tja.. meistens intensiv dreinschaut und sich nicht zwischen zwei Mitgliedern einer Boy-Band entscheiden kann. Mittendrin gibts noch einen Wolf aber mehr zu schreiben ist dieses Machwerk einfach nicht würdig. Bäh!
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Zuguterletzt: “Clockers” von Richard Price. Ich mag eigentlich keine Krimis aber der hier ist mehr was man eine Milieustudie nennen würde. Das Buch ist schon vor 20 Jahren erschienen, hatte keinen großen Erfolg und wurde erneut aufgelegt. Das merkt man kurioserweise nur an den Autotypen und daran, dass die Gangster mit Münztelefonen und Pagern kommunizieren statt mit Handys. Es geht darum, dass ein Kleindealer (“Strike”) von seinem Scheff das Angebot erhält aufzusteigen – dazu muss er nur denjenigen, den er ersetzen soll beseitigen. Nachdem er feststellt, dass er dazu nicht in der Lage ist, ist der Betreffende auf einmal umgebracht worden.. nur, von wem? Der ermittelnde Polizist ist überzeugt, dass es nur Strike gewesen sein kann – nur der wurde von dem Toten ebenfalls überrascht. Die Stärke des Buchs liegt in der behutsamen Erzählweise und der Einfühlsamkeit auch für kleinere Figuren. Price braucht nur wenige Sätze, um sie überzeugend zum Leben zu erwecken, eine seltene Fähigkeit. Kann ich sehr empfehlen!
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Sucker Knockout

Die zum Film manifestierte vergebene Chance. Es tut mir wirklich leid, das von Sucker Punch berichten zu müssen. Nach vernichtenden Kritiken hatten wir unsere Erwartungen entsprechend justiert und wurden.. tja, nicht enttäuscht. Insgeheim erwartet man dann doch, daß die bösen Schreiberlinge das ganze Spektakel nur nicht richtig genießen können und vielleicht stimmt das auch. Einzelne Szenen sind durchaus bildgewaltig und die Ausstattung ist fast als perfekt zu bezeichnen. Wenn man allerdings dafür eine solche Menge Kohle in die Hand nimmt ist es schade, wenn es nicht für mehr Handlung reicht. Streckenweise kommt sogar fast etwas Langeweile auf. Und das ausgerechnet bei den schnellen Actionsequenzen, die man hauptsächlich als “vorhersehbar” bezeichnen kann. Natürlich hat keiner was gegen leicht bekleidete Damen, Samurais mit Chainguns oder Zeppeline und das rettet dann den Abend. So,.. na gut, meistens. Herrje, in der zweiten Woche schon im kleinsten Kino: Wer das noch sehen will muß sich beeilen. SterneSterneSterneSterneSterne

Galactica

Galactica, die düsterste SF-Serie, die ich je gesehen habe. Hier wird das Faß weit aufgemacht: Manche Zylonen (das sind die Bösen) sehen inzwischen aus wie Menschen! Also, ist mein Kollege einer von Ihnen? Misstrauen! Technische Unterlegenheit! Unterzahl! Zwietracht! Es ist alles so schwer. In den ersten Staffeln gelingt es auf überzeugende Art und Weise, diese Stimmung zu erzeugen. Später flacht es immer mehr ab, obwohl die Handlung im Grunde interessanter wird. Man erkennt, daß beide Parteien dasselbe Ziel verfolgen, sich gegenseitig unterstützen, es gibt Überläufer, die Fronten verschieben sich. Leider ohne viel “Drama”. Dafür gibt es reichlich extrem-blutige Gewaltszenen, wirklich erstaunlich für eine Fernsehproduktion. Mehr oder weniger motiviert, kann man in fast jeder Folge mit mindestens einer blutigen Nase rechnen. Wenn es nicht gerade ein Bein-Durchschuss oder gefrorene Augäpfel bei unfreiwilligem Außenaufenthalt im All sind. Das ist auf Dauer etwas seltsam. Genauso albern wie verklemmt sind die weiblichen Charaktere, die sich dann trotz aller Lust immer stets den Handtuchzipfel vor den Oberkörper halten, der puritanischen Fernsehaufsicht sei Dank. Trotz diesen Ärgernissen ist die Reihe Top in Sachen Spannung, schauspielerischer Leistung, Kamera (Außenbord-Wackel-Action-Cam) und Spezialeffekten. Und in HD! :-) Bitte ignorieren, daß dieser Kommentar jetzt Jahre der eigentlichen Ausstrahlung hinterherläuft..

Auf dem Bild sind 6 Zylonen versteckt. Wer kann sie finden?

Entbehrlich


Der Name scheint Programm zu sein. “The Expendables” war von mir mit Spannung erwartet, nicht nur wegen der Gelegenheit, sich wieder einmal bis an die Schmerzgrenze mit Popcorn vollzustopfen. Nein, hier laufen Actionhelden der letzten 20, ach was, fast schon 30 Jahre gemeinsam auf. Stallone, Schwarzenegger, Jet Li, Dolph Lundgren, Mickey Rourke uvm. Tatsächlich geht es los wie in den typischen 80er-Jahre Filmen, sogar die Musik könnte direkt daher stammen. Und weil coole Jungs immer coole Fahrzeuge haben müssen das natürlich ein Wasserflugzeug und jede Menge Harleys sein. Black Lagoon läßt grüßen.
Ich trau mich ja kaum wieder “da hätte man mehr draus machen können” zu schreiben. Aber ich muß es tun. Da hätte man mehr draus machen müssen. Die einzig wirklich witzige Szene ist der verbale Schlagabtausch beim Zusammentreffen von Stallone und Schwarzenegger. Alle anderen Sprüche zünden einfach nicht. Dafür jede Menge Pyros, am Ende weiß man gar nicht mehr richtig, warum eigentlich. Und die Unsitte der schnellen Schnitte wird auf eine neue Stufe gehoben. In den letzten 15 Minuten des Films flackert es nur noch. Alles passiert so schnell, daß es mir tatsächlich langweilig wurde. Zzzzz. Bham wham zack. Es läßt einen völlig kalt. Leider verbleibt der Film damit mit einem schalen Nachgeschmack und einer Wertung “nur für äußerste Hardcore-Fans des Genres”. SterneSterneSterneSterneSterne

Lass mich aufwachen

Inzwischen habe ich nachgesehen und weiß, daß Inception Beginn, Anfang oder Gründung bedeutet. Was diese Begriffe allerdings mit dem gleichnamigen Film zu tun haben weiß ich andererseits überhaupt nicht. Überhaupt läßt mich dieser Film mit vielen Fragen zurück. Logische Fehler. Viele Regeln (“kickback”?) die die Charaktere über die Traumwelt verkünden reichen nur 10 Minuten lang, dann sind sie nicht mehr wichtig (besonders Highlight dabei der sich überschlagende Bus, oder die nur eine Traumebene weit reichenden Graviationsänderungen). Aber ich bin schon am Ende – worum geht es eigentlich? Ein Kerl (Leonardo di Caprio, ein seltsam überschätzter Schauspieler der Mühe hat, mehr als einen Gesichtsausdruck hinzubekommen) benutzt ominöse und nicht näher bestimmte Geräte in einem Koffer, um in Träume von Dritten einzudringen und dem Schlafenden Gedanken zu klauen. Nach einem gescheiterten Versuch bekommt er vom Opfer das Angebot, einem Konkurrenten einen Gedanken stattdessen einzupflanzen. Im Gegenzug wird die Anklage gegen ihn fallengelassen, weil er ungerechtfertigterweise im Verdacht steht, seine Frau umgebracht zu haben. Dann darf er endlich (schluchz) seine Kinder wiedersehen. Also, der Mann ist damit ausreichend hoch motiviert. Er stellt ein Team zusammen und schließt sein Opfer während eines Langstreckenfluges an das Gerät an. Im folgenden geht die Reise durch mehrere Traumebenen abwärts, bis selbst die Schauspieler nicht mehr genau wissen, wo sie sind und was zu tun ist. Vor allem gegen Ende zu wird reichlich mit Rauch geschwenkt, wahrscheinlich um von logischen Problemen der Handlung abzulenken. Der Kinogänger ist zu diesem Zeitpunkt bereits ausreichend mit Bildmaterial paralysiert, so daß ihm das nicht weiter auffällt. Ich sollte nicht so meckern, aber es störte mich sehr, daß aus der an sich guten Idee nicht mehr gemacht wurde.
Mein Fazit: Sehenswert weil gute Idee, aber buggy in der Umsetzung und daher solide aber nicht überragend. SterneSterneSterneSterneSterne

Medienkonsument

Hier kommt wieder der übliche Report an Gelesenem, Gehörtem und Gesehenem. Manches kann man sogar halbwegs als “aktuell” bezeichnen.
Zum Beispiel waren wir heute im Kino. Die ganze Familie. Das kann natürlich nur Toy Story 3 gewesen sein. Wieder hatte ich diese 3-D Brille auf der Nase, und wiederum fragte ich mich, warum eigentlich? Die Filme werden dadurch aus meiner Sicht nicht besser, dafür aber für mich als (dann) Doppelbrillenträger unangenehmer. Das paßt irgendwie nie richtig, rutscht auf der Nase herum und nervt spätestens nach einer Stunde. Der tollste 3-D Effekt war auch nicht im Film sondern in einer Vorschau eines animierten Tierfilms. Den Namen habe ich vergessen. Auf einmal lugte jedenfalls eine Schlange in den Kinosaal herein mit dem damit einhergehenden Gekreische. Das gefiel mir.
Zurück zur Toy Story. Ich mag diese Filme sehr gerne, auch wenn der neue Aufguß keine neuen Ideen bereit hält. Ein inzwischen halb erwachsener Andy trennt sich am Ende von seinen Spielsachen – besser hätte er’s nicht hinkriegen können, soviel ist klar. Schnief schnief. Die Komik blieb leider etwas auf der Strecke, aus meiner Sicht der schwächste Teil der Reihe. Trotzdem natürlich immer noch beste Pixar Qualität. SterneSterneSterneSterneSterne
Dann war ich letzte Woche in Hamburg. Vielleicht sieht man es auch an den Bildern im Kopfbereich. Die schönste Stadt Deutschlands, es bleibt dabei. Da ich diesmal mit dem Auto hinfuhr, habe ich unterwegs fleißig Hörbücher gehört. Dazu gehört immer Perry Rhodan, aber diesmal tat ich mir Charlotte Roche’s Feuchtgebiete an. Aaah, Porno! denkt der inzwischen vermutlich nicht mehr so geneigte Leser. Ich kam mir ganz zotig vor, so allein im Auto und war hinterher etwas enttäuscht. Methodisch wird nichts ausgelassen, was irgendwie bizarr oder leicht eklig sein könnte, da war sie ganz gründlich. Und trotzdem war ich froh, das Ding nicht gelesen sondern gehört zu haben, denn die Autorin liest selbst. Das ist schon wegen ihrem kuriosen Dialekt sehr heiter (“manschmal / manchmal”), aber als Schwabe habe ich natürlich nichts zu lästern. Das beste sind jedenfalls allerlei sehr heiter geschilderte Szenen. Durchaus mit Sprachwitz durchsetzt ist es nun auch nicht so schrecklich niveaulos wie die Feullitonikanten (Nennt man sie so? Wahrscheinlich nicht) meinen. Ich geb jedenfalls 3,5 blaue “Fan” Sterne: SterneSterneSterneSterneSterne
In Amerika lief auf HBO eine Miniserie aus dem letzten Weltkrieg. “The Pacific“. Hier gab es schon mit “Band of Brothers”, “Saving Private Ryan” etc. eine Menge Vorlauf. Diese 10-teilige, jeweils 60 Minuten lange Serie zieht sich durch den pazifischen Kriegsschauplatz aus Sicht der Amerikaner. Orte des Geschehens sind dabei nicht immer bekannte Schlachten, sondern teilweise völlig in Vergessenheit geratene Gefechte. Die Folgen kommen größtenteils ohne Melodramatik und übertriebenes Heldentum aus. Das ist sehr angenehm. Umso eindrücklicher ist die Ausstattung und Kulisse, die eine für mich sehr überzeugende Stimmung einfängt. Ich kann es nur weiterempfehlen. SterneSterneSterneSterneSterne

Koooontaaaaaakt!!

Wer kennt sie nicht, die klassische Szene aus Predator. Ein typischer Schwarzenegger Film war das damals, die perfekte 10-kleine-Negerlein Umsetzung. Und jetzt Predators oder – “Royce und Isabell besiedeln einen fremden Planeten“. Schön übersichtlich, wir waren fast allein drin. Welcher Spinner geht schon bei 25 Grad in der Nacht ins Kino.
Der Film kommt wie ein Remake daher, nur ohne gute Schauspieler. Na gut, Laurence Fishburne war dabei, verläßt den Streifen aber wieder nach gefühlten 10 Minuten in einer roten Wolke. Und dann ist es halt so, wie es immer ist, wenn das Ende zu Anfang feststeht, die Eigenschaften und Fähigkeiten der Guten und Bösen bekannt sind und die einzige Steigerung im technischen Bereich (mehr, lauter, greller, schneller) liegt: Es wird ein bisschen langweilig. 106 Minuten Laufzeit.. es kam mir wesentlich länger vor. Trotzdem ein schöner Abend! SterneSterneSterneSterneSterne