Danske Dosen

Geocaching in Dänemark: Meine Frau sagte irgendwann zu mir: “Du bist ein Statistik-Cacher” – und es ist wahr. Da oben sammelt man die Dosen ein, daß es nur so flutscht. In diesem Zusammenhang habe ich auch gleich wieder damit aufgehört. Es waren bis auf eine Ausnahme alles wahllos in die Landschaft geworfene Container, oft mit > 1.000 Founds und dann z.B. von einer Urlauberfamilie aus Wanne-Eickel betreut. Das beste daran sind noch die englischen Beschreibungen, die wie z.B. bei diesem Nutellaglas richtig Heiterkeit verbreiten. Zwischenrein gibt es auch gute Sachen, wie z.B. dieser Bunker-LP, bei dem man ein Stück des Atlantikwalls auch unter Tage erkunden kann – und das direkt am Strand wo andere Urlaub machen ;-)
Also ein gemischtes Erlebnis, bei dem ich ganz schnell wieder auf mich allein gestellt war. Dann doch lieber baden gehen..

Shutter Island shut down

Das gibt es selten: Jemand, der mit Bedacht und Augenmaß reagiert. In diesem Fall ein Polizeibeamter. Manche haben möglicherweise darüber spekuliert, ob dieser Logeintrag ein Fake ist oder nicht. Ist er nicht. Der Cache ist inzwischen geschlossen. Manche fragen sich, wie man unbedachte Cacher aus einem derartigen Cache fernhalten kann. An anderer Stelle positives Feedback für diese Reaktion. Ich kann mich dem in der Sache komplett anschließen. Obwohl ich in diesem Fall der Leidtragende war. Nun ist es grundsätzlich so, daß es durchaus ziemlich grenzwertige Caches gibt. Vor Ort ist dann die Entscheidung zu fällen, ob man wirklich startet oder nicht. In diesem Fall haben wir uns das über 2 Stunden genau überlegt und sind dann mit größter Vorsicht losgegangen. Caches dieser Art sind natürlich sehr gefährdet, vor allem wenn sie mitten in einem Gebiet mit extrem hohem Besucherverkehr liegen. Aber mit gewisser Behutsamkeit sollte es eigentlich kein Problem sein. Eine grundsätzliche Gefährdung besteht in verlassenen Gebäuden natürlich immer, das fängt schon bei Glassplittern an. Aber man muss sich nichts beweisen und verhält sich entsprechend. Der Showdown ist schnell erzählt. Den ersten Herzinfarkt gab es als ich auf einmal 5 Gestalten im Freien direkt vor dem inoffiziellen Eingang erspäht hatte. Kurze Zeit später standen sie vor uns. Sie kannten anscheinend nicht den korrekten Startpunkt. Diese 5 Daltons tappten dann nochmal hinaus um die Startkoordinate zu ertasten, wieder mitten im Publikumsverkehr. Als ich dann kurze Zeit später durch das große Fenster des Rutschenbeckens einen Streifenwagen sah habe beging ich den entscheidenden Fehler: Das hätte das Zeichen zum sofortigen Rückzug sein müssen. Ich dachte irgendwie, dass die wohl woanders hin wollen. Falsch. Wegen der anderen Truppe hätte unser Rückzug den Cache natürlich auch nicht gerettet, immerhin wären uns ein paar peinliche Momente erspart geblieben. Was bleibt ist ein DNF, ein SBA und ein dreifaches “schade drum” über all die Arbeit, die der Owner in diese Runde gesteckt hat. Was den Log von oben angeht: Die Grenzwertigkeit eines Caches kennt der Besucher erst dann, wenn er selbst dort war. Ob entsprechende Markierungen helfen oder gerade erst mehr Ahnungslose anlocken würden weiß ich nicht. Es regt jedoch definitiv zum Nachdenken an.

Rätsel am Bodensee

Für interessante Dinge fährt man auch mal durchaus längere Strecken. Ich bin mir allerdings bewußt, daß sich eine Anreise von 200km für den Besuch einer aufgelassenen öffentlichen Einrichtung etwas hirnrissig anhört. In diesem Fall jedoch nicht, denn der Ort ist mit einem exzellenten Rätsel versehen, das den Besucher in etwa 6 Stunden quer über (und teilweise auch unter) der Anlage entlangführt. Leider kann ich nicht so richtig konkret werden, um das Erlebnis nicht für andere zu versauen.


Ähm, ok… durch diese hohle Gasse..

Hin und wieder trifft man auch auf nicht ganz 100% jugendfreie Details. ;-)

Böse Falle wenn man aus der Tür kommt. Wie in allen Lost Places muß man überall extrem vorsichtig sein. Am häufigsten haut man sich natürlich den Schädel an. Das ist keine böse Absicht, hier wird eben nicht mehr regelmäßig Kehrwoche gemacht! Außer auf die eigene Sicherheit muß man an die Sicherheit des Rätsels denken. Die Anwohner sollen nicht darauf aufmerksam gemacht werden, und ein Notarzteinsatz führt in der Regel auch meist zur sofortigen Archivierung des Caches. Daher: Leise sein! Nicht im Dunkeln wegen Taschenlampengefunzel! Keine Kinder! Ausrede parat! Nie allein gehen! Passende Klamotten tragen! usw.


Ein typisches Ablenkungsmanöver. Es könnte ja einer dieser Schlüssel sein? Wie immer gilt, daß die naheliegende Lösung oft (aber nicht immer) die richtige ist. Entsprechend abstruser werden die Lösungsansätze wenn man nicht sofort drauf kommt. Am Ende stellt sich heraus, daß der Schlüsselhaufen gar nichts mit dem Weiterkommen zu tun hat. Immerhin sehr dekorativ :)


Das hier ist einer der Stationen. Was geht ab? Hmmm. Wie geht es weiter?

Es ist ein Cache mit Aussicht, soviel ist klar. Ringsherum die Landschaft, einfach herrlich. Darüber hinaus kann sich der erschöpfte Abenteurer im nahegelegenen Ausflugsrestaurant stärken. Empfehlenswert dort die Kässpätzle und das hausgemachte Kellerbier.

LP Impressionen


Heute auf einer lost place Tour in Herrenberg unterwegs. Ziel eine riesige Halle, ehemalige Gießerei, in der ein Feuer vor Jahren viel Schaden angerichtet hat.


Diese Orte haben einen ganz eigenartigen Charakter, ich finde immer, ein bißchen nicht von dieser Welt. Hier fliegen Vögel herum, und unten in einem Nebenraum hat einer eine Katzenherberge eingerichtet. Kaum zu glauben, stimmt aber.


Ein Blick durch das Hallentor zeigt ein friedliches Feuchtbiotop. Kaum zu glauben, daß wir uns auf Dachhöhe befinden! :-)

Lost Place

Wenn man dem Geocaching anheim fällt stellt man schnell fest, daß es völlig unterschiedlich Klassen von Caches gibt. Es gibt Micros an Leitplanken, Wanderrunden mit vielen Stages, die oft aus dem Zusammenrechnen von irgendwelchen Zahlen auf Schildern entlang des Weges bestehen, es gibt knallharte Rätsel, die bei der Lösung zu einem völlig unspektakulären Dosenversteck führen. Es gibt Brunnenserien, “T-5er”, die grundsätzlich nur mit Kletterausrüstung und Schußgerät für die Pilotleine zu machen sind und Nachtcaches, bei denen das GPS eine viel kleinere Rolle als die (hoffentlich ausreichend dimensionierte) Taschenlampe spielt. Und dann sind da noch die “lost places” (LP’s). Meist sind das verlassene Häuser oder stillgelegte Fabrikanlagen. Diese Caches sind oft mit einem Einstiegsrätsel verbunden, so daß nicht unmittelbar klar ist, wo der Ort eigentlich gelegen ist.

Erst vergangenes Wochenende gab es wieder eine Tour, die uns geschlagene 7 Stunden quer durch ein stillgelegtes Fabrikgebäude führte. Treppauf, treppab, in den Heizungskeller, durch den Notausstieg, auf das Dach, in den Lastenaufzug, die Rezeption, ein Zwischengeschoß und so weiter. In diesem Fall war es so, daß das Gelände zwar mitten in einer Stadt (Luftlinie Bahnhof < 500m) war. Wenn man nicht gerade auf dem Gebäudedach war, geriet es aber schnell in Vergessenheit. Die einzige Verbindung zur Zivilisation waren die entfernten Geräusche des Verkehrs.

Wegen der bescheidenen Empfangsfähigkeiten von GPS Geräten innerhalb von Gebäuden sind die Hinweise oft als Rätsel versteckt. Manchmal müssen dann noch Geräte bewegt werden, etwa eine Welle erst in die richtige Position gebracht werden, um einen Hinweis zu finden, der evtl. an der Rückseite versteckt war.

Durch die übergroße Zerstörungskraft jugendlicher Vandalen sind die meisten LP’s im Zustand kompletter Verwüstung. Ich glaube nicht, daß ich letzten Sonntag eine einzige heile Fensterscheibe gesehen habe. Dadurch läuft man leider auch immer in Unmengen von Glasscherben. Mit ein Grund, warum man keine Kinder mitnehmen kann. Andrerseits machen die Scherben ziemlichen Lärm. Man hört also meistens sofort, wenn man nicht mehr allein ist. Kann unheimlich sein, muß es aber nicht. Wenn man eine Weile drin unterwegs ist, blendet sich die “Zivilisation” drumherum nach und nach aus. Dadurch wird die Endzeitstimmung noch verstärkt. Es ist immer ein bisschen an der Grenze, man spitzt die Ohren, bewegt sich vorsichtig vorwärts während man gleichzeitig den Hinweisen auf der Spur ist.. ein sehr intensives Erlebnis..

Splatter

Manchmal passieren einem ganz eigenartige Dinge in extrem kurzer Abfolge. Manches ist im ersten Moment gar nicht so besonders, keimt dann aber im Kopf zu etwas absurd großem heran. Zum Beispiel wenn sich herausstellt, daß ein guter Freund doch gar kein so guter Freund ist. Und manchmal ist es genau anders herum.

Ich möchte das Jahr beschließen mit ein paar Erlebnissen vom 30. Dezember, als ich mit einer kleinen Gruppe Geocacher unterwegs war um einen sog. “lost place” Cache zu machen. Diese Orte sind manchmal nur verlassene Häuser, manchmal eine leerstehende Halle oder wie in vorstehendem Fall eine komplette Fabrik. In dieser Anlage unweit Stuttgart wurde noch bis vor etwa 15 Jahren Feuerwerkskörper hergestellt. Genauer sag ich nicht wo und was es ist, die meisten Geocacher werden es jetzt aber wissen. Am nicht vorhandenen Verbotsschild vorbei über den Zaun und schon steht man in einer völlig fremden Welt.

Der nächste Hinweis sollte im Haus des Firmenchefs (sowas wurde damals noch direkt neben der Fabrik gebaut) gesucht werden. Ein kleiner Zettel in einer Villa? Gut, daß man nicht allein am Suchen ist. Ich nahm mir dann das obere Stockwerk vor und sah im Bad folgendes:

Irgendwie sah das noch ziemlich frisch aus. Ohnehin machte das ganze Teil einen nicht 100% unbelebten Eindruck. Leicht erhöhter Gruselfaktor. Ich dachte mir gleich seh ich nen Kollegen kieloben liegen und dann darf ich Ballauf und Schenk anrufen. Aber nichts dergleichen, sonst fand sich dort überhaupt nichts, nachdem ich jeden Raum und die Bühne abgesucht hatte. Der Rest des Teams hatte inzwischen den Hinweis im Keller entdeckt und wir sind weitergegangen.

Wir arbeiteten die restlichen Stationen des Caches ab die uns durch das gesamte Gelände führten. Wegen der speziellen Produktion gab es weitere spannende Stellen wie Trockenkammern, eine verzweigte Bunkeranlage mit Kavernen im Berg, eine Sanitätsstation in der noch eine Bahre an der Wand lehnte und antike Mullbinden in den Schränken lagerten. Wer mal das Spiel S.T.A.L.K.E.R. auf dem PC gespielt hat kann es sich deutlich vorstellen.


Eingang in den Bunker


Unterwegs

Wie löste sich das nun auf? Ich erwähnte die Badewanne als in meinem “Log” auf der Geocaching Seite. Eine Stunde später bekam ich eine E-Mail eines Cacher-kollegens, der Wochen vorher im selben Haus gesucht hat und einen Fotografen bei der “Arbeit” überrascht hat. Er machte dort.. exotische.. Bilder wofür reichlich Kunstblut notwendig war. Das erklärte dann auch die “Frische” der Substanz. Abgesehen davon daß einem die Models in Anbetracht der Ekligkeitsstufe (des gesamten Gebäudes) richtig leid tun konnten war ich dann doch irgendwie beruhigt. Manchmal geht mit einem einfach der Gaul durch :-)


An dieser Stelle möchte ich mich für 2009 verabschieden. Ich wünsche euch allen ein gutes Neues Jahr! Au revoir.

Geführtes Cachen

Ich rieb mir die Augen beim Betrachten der heutigen Ausgabe von “Schorndorf Aktuell”, unserer hiesigen Postwurfzeitung. Als Sprachrohr des Bürgermeisters wird die Anzahl seiner Fotos im redaktionellen Teil als “Klopfer” bezeichnet. 0 Klopfer heißt, der Bürgermeister hat Urlaub. In diesem Fall verzichtet man auch auf einige Seiten. Die Regel sind etwa 8-10 Klopfer pro Ausgabe. Egal, ich schweife ab. Wo war ich?
Da bietet eine Agentur? schorndorferleben.de geführte Einsteiger Cachertouren in der Innenstadt an. Das müßte ich jetzt doch eigentlich gut finden, oder? Nein, der Herr hat natürlich wieder was zu Meckern. Beim Cache Auf der Mauer auf der Lauer wird hoffentlich am Final geholfen, sonst werden die hoffnungsvollen Neucacher der Thematik schnell wieder den Rücken zuwenden. Tja, Schorndorf hat nun wirklich einige spektakulärere Dosen zu bieten. Darüberhinaus bin ich skeptisch ob eine Cachersättigung nicht langsam erreicht ist. Das Hobby funktioniert nur so lange gut wie sich alle (aber auch wirklich alle) halbwegs benehmen. Und mit zunehmender Teilnehmerzahl steigt natürlich auch das Risiko Leute zu gewinnen die gekonnt die Natur an den Finals umgraben anstatt vorsichtig vorzugehen. Ersteres muß man in letzter Zeit immer mal wieder feststellen.
Ob das einem 8 Euro wert ist muß jeder für sich entscheiden. Alternativ kann man natürlich auch mal einen Cacherstammtisch besuchen und sich dann gratis ein paar der dort aufzufindenden Waldschraten und -schratinen anschließen.

Die drei Wanderer

Vor längerer Zeit saß unsere Tochter (5) im Wohnzimmer auf der Couch und guckte aus dem Fenster. In die Ferne. “Ich seh drei Wanderer!” rief sie aus. Das konnte eigentlich nicht sein. Aus dem Fenster sieht man hinter der gegenüberliegenden Häuserreihe nur die Bäume des sicher 2km entfernten Schurwalds. “Dooch, da sind sie!!“. Sie sieht zwar gut, aber so gut? Wir schauen raus. Und tatsächlich, da sind sie! Sie bewegen sich zwar nicht, aber die drei Wipfel sind so markant, daß sie bei uns seither diesen Namen tragen. Seither sind diese Bäume sozusagen eine Landmarke geworden. Regnet es stark, sind sie nicht mehr zu sehen.

Ich beschäftige mich schon seit längerem mit der Überlegung, endlich einen eigenen Cache zu legen. Erstmal nichts so aufwendiges, damit ich ein Gefühl für die Sache bekomme. Aber wo? Und was? Alles hat es schon einmal gegeben, und den 17634.sten Mikro-Leitplanken Cache wollte ich nicht legen.

[Überhaupt! Leitplanken-Caches!! Da steht groß und breit in den Regularien, in 50m Umkreis von Bahnanlagen dürfen ja keine Caches liegen (Übrigens das Ende meiner Idee der Wieslaufbahn – Cacheserie). Aber scheinbar hat niemand ein Problem damit, wenn magnetische Winzlinge entlang Motorrad-Rennstrecken, an Autobahntunnels etc. versteckt werden. Da frag ich mich wie der geneigte Leser, was “Gefahr” eigentlich bedeutet. Aber sei’s drum, zurück zu den Wanderern.]

Dann keimte in mir die Idee, die Wanderer mit einem Cache auszustatten. Einem völlig GPS – freien Cache, der eigentlich mit einem simplen Tip zu heben sein dürfte. Das wär doch mal was. Kein blödsinniges Koordinatengerechne, einfach an die richtige Stelle stehen, hinschauen, hinfahren, heben! Dabei taucht schon die erste Schwierigkeit auf. Wo sind die Wanderer eigentlich? Altmodisch mit dem Kompaß angepeilt. MapSource auf, Peilung rein.. nein.. kann eigentlich nicht sein. Erst eine Ortsbegehung schaffte Klarheit. Aber auch nicht richtig, ich bin mir nach wie vor nicht 100% sicher, ob es die Bäume wirklich sind. Klarheit wird erst der erste Log schaffen :). Es sind übrigens auch nicht drei, sondern deren sechse, die dort beieinanderstehen. Nur der Winkel untereinander ist so daß man nur 3 sieht. Sauber gepflanzt, Herr Förster.

Wie dem auch sei, das Listing ist drin und man kanns probieren: GC1XCXT