Westweg Etappe 7: Wilhelmshöhe – Thurner

Sonntag, 25.6.2017
Der Frühstücksmann in der Wilhelmshöhe ist der grummeligste Zeitgenosse der Woche. Mit Abstand. Kommt man um 7:28, darf man noch zwei Minuten draußen warten. Als ein Gast ein schwäbisches “Haja” an einen Satz anhängt kam von ihm ein “Schwäble odder?!!”. Herrlich. Gleich zum Frühstück lerne ich wieder neue Leute kennen: Ein Trio Arbeitskollegen, zwei Ältere, die den Westweg laufen (bisher und nachher nie wieder gesehen?!) und eine jüngere, die, extrovertiert veranlagt, mich gleich an ihren Tisch einlädt. Sie ist nur für den Tag dabei. Wir treffen uns später noch am Start-Tor Richtung Süden.
Es ist bedeckt und der Weg beginnt über ein kurzes Bohlenstück durch ein Moor. Danach geht es ganz unspektakulär weiter, leider an diesem Tag längere Wegstücke auf Hartbelag. Das liegt an den zahlreichen Höfen mit Viehhaltung. Quer über die Weide ist nicht, dann halt auf der Straße. Nicht so schön aber wahrscheinlich geht es nicht anders. Vorher kommt man allerdings noch an einem sagenhaft schönen, nur leider sehr kurzen Teilstück vorbei: Der Blindensee mit der zugehörigen Moorlandschaft. Angeblich gehörte der See mal dem blinden Bauer des (Blinden-)hofs ganz in der Nähe. Der hatte Pech, daß er sich das nicht anschauen konnte. Der Weg verläuft ebenfalls über Bohlen, überall knistert und gluckert es. Hier kann man auch mal einfach so hinkommen, wenn man in der Gegend ist (Furtwangen), es lohnt sich. Nach 10km ist der Brand-Turm erreicht, ebenfalls ein schöner Aussichtspunkt. Direkt in der Nähe ist auch ein Wanderheim mit Übernachtungsgelegenheit, das allerdings nicht so recht in den Etappenverlauf passt (hierher hätte ich es gestern nicht mehr geschafft).
Im weiteren Verlauf rollt der Weg ohne große Höhenunterschiede durch eine Hügellandschaft – wir befinden uns auf dem Hochschwarzwald in ca. 1000m Höhe. Kleines Wäldchen, Weide, kleines Tal mit malerischem Hof (Blumenkästen satt), Hügel rauf, kleines Wäldchen, usw. Das ist wahrscheinlich irgendwann doof wenn es regnet, aber jetzt kommt die Sonne raus und man kann alle paar hundert Meter ein “Postkartenfoto” machen. Es ist sehr angenehm und ich komme recht zügig voran. Am frühen Nachmittag erreiche ich bereits die “Kalte Herberge”, ein weiterer Gasthof und das offizielle Ende der heutigen Etappe. Ich möchte aber den Tag noch etwas füllen und habe mein Tagesziel 7km weiter, am “Gasthof zum Kreuz” gewählt. Vorher betrete ich allerdings noch die Herberge und bestelle mir eine kleine Stärkung. Auch hier wieder das Publikum 70+: Es ist Sonntag nachmittag und das perfekte Ausflugsziel für Kaffee und Kuchen.
Zum späteren Nachmittag erreiche ich dann nach einem eher unspektakulären Wandertag mein Ziel. Da in dem Zimmer ein Fernseher steht, erwische ich zufällig die zweite Halbzeit des Confed-Cup Spiels gegen Kamerun: Hoher Unterhaltungswert (für Fußball). In der Gaststube wieder dasselbe Bild wie in der Kalten Herberge, ich esse vorzüglich und ziehe mich zeitig zurück.


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Wie man sehen kann hat das GPS den halben Tag nicht aufgezeichnet. Ich muss eine andere Lösung finden.. Anfangs- und Endpunkt sind aber richtig.

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