Korea-Panel

Jeff Atwood ist ein bekannter Blogger, der unter anderem als Gründer von stackoverflow zu einem gewissen Bekanntheitsgrad kam. Das Schreiben scheint etwas in den Hintergrund geraten zu sein, trotzdem schaue ich noch ab und zu bei ihm vorbei. Besonders sympathisch finde ich seinen Ansatz, beim optimalen Arbeitsumfeld nicht unbedingt zu sparen und auch mal etwas ungewöhnliches auszuprobieren. Dazu passt auch ein kürzliches Posting, in dem er beschreibt, wie er seinen häuslichen Arbeitsplatz mit einem 3-Monitor Setup aufgepimpt hat. So etwas passt bei mir nicht hin, aber interessant war die Empfehlung, statt TN IPS-Panels zu verwenden. Das im iMac verbaute 27” Panel mit einer Auflösung von 2560×1440 Pixeln (WQHD, 16:9) wird in Korea in Massen hergestellt, hierzulande aber nur in Apple-Geräten und anderweitig sehr teuren Monitoren angeboten. Auf ebay kann man allerdings diese Panels direkt aus Korea bestellen, verbaut in relativ günstige Gehäuse unterschiedlicher Qualitätsgrade und mit Preisen zwischen 200€ und 300€. Wichtig ist allerdings, dass die Grafikkarte einen Full-DVI Anschluß zur Verfügung stellt und die Auflösung überhaupt unterstützt. Nachdem ich er mir lange überlegt habe führte die Kombination von schwäbischem Geiz und einer gewissen Risikobereitschaft schlußendlich dazu, dass ich beim ebay-Seller green-sum ein ACHIEVA Shimian QH270-Lite bestellt habe. Da ich Ergotron Monitorarme habe wollte ich gerne ein Gerät mit wenig Tiefe und VESA Schrauben hinten dran. Nach einer sensationellen Lieferzeit von 4(!) Tagen war das Panel dann bei mir.. dann aber wegen meiner Abwesenheit erst zwei Tage verzögert angenommen. Zoll musste ich keinen bezahlen, der DHL-Mann nahm 40€ Mehrwertsteuer und ich trug das dezent in Verpackungsfolie gewickelte Paket rein.

Wie das vor Schäden schützen soll ist mir nicht recht klar, aber es hat tatsächlich geklappt. Mein Gerät funktionierte einwandfrei. Nach dem Auspacken bugsierte ich das knapp 9kg Trumm auf einen Tisch um den Standfuß abzunehmen.

Hier kann man die ziemlich einfache Verarbeitung deutlich sehen. Es gibt nur einen DVI- und einen Stromanschluß, die runden Lautsprecherausparungen sind Attrappen.

In zwei der Vesa Bohrungen steckten außerdem große Schrauben, deren Funktion ich nicht begriffen habe. Vielleicht Transportsicherungen, wer weiß.

Am Arm sieht es dann so aus. Ziemlich mächtig, aber das wollten wir ja nicht anders. Die Feder im Arm muss man natürlich kräftig nachspannen, aber jetzt hält es richtig gut. Für eine Positionsänderung verwendet man aber lieber beide Hände. Linkerhand sieht man die Knöpfe zur Bedienung. Es funktioniert nur der An-Aus-Schalter und die oberen beiden, mit denen man die Helligkeit regulieren kann.
Ja und wie sieht es jetzt aus??? Wie ist das Bild?? Sag schon.

Ich lasse einfach mal ein Bild sprechen. Linkerhand ein Samsung Syncmaster 225BW, der auch nicht gerade zu den “schlechten” Bildschirmen gehört, ich war jedenfalls immer sehr zufrieden damit. Rechts das IPS Panel. Neben der höheren Auflösung würde ich behaupten, daß das Teil leicht die doppelte Farbtiefe hat bzw. einen wesentlich größeren Farbraum abdeckt. Man ahnt gar nicht, welche Qualitäten in einer Digitalkamera stecken, wenn man die Nuancen gar nicht sehen kann. Ich bin jedenfalls restlos begeistert. Die Aktion ist natürlich nicht ohne Risiko, wer ein defektes Gerät erwischt kann hohe Transportkosten für den Rückversand einplanen und an den Garantiefall will ich lieber gar nicht denken.

Und was ist jetzt mit 3 Bildschirmen? ATI hat beispielsweise die Eye-Finity Technologie, mit der mehr oder weniger beliebig viele Monitore angeschlossen werden können. Neue Grafikkarten bieten in der Regel sehr viele Anschlußmöglichkeiten. Bei mir sind das z.B. 1 x DVI, 1 x HDMI und 2 x Mini-Displayport. Das klappt mit mehr als 2 Monitoren aber nur dann, wenn ab dem 2. Monitor alle weiteren Geräte Displayporteingänge haben. Die spartanischen Korea-Panels können damit natürlich nicht aufwarten, von daher bleibt es erst einmal bei der 2er Konfiguration.
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