Quo vadis, Schorndorf?

Schorndorfer Nachrichten: Der technische Ausschuss des Gemeinderats hat die gastronomische Nutzung der Kirchgasse 17-19 abgelehnt. Da kam ein Investor und wollte ein Gebäude der Weststadt sanieren, neu mit Leben füllen und die Stadt blockt ab. Als Anwohner der Weststadt frage ich mich mich langsam, wo das alles hinführen soll. In unserem eigenen Gebäude steht seit einem halben Jahr 200qm Ladenfläche leer. Zwei Häuser weiter der nächste Leerstand, dazu noch viele weitere in der Kirchgasse und der Neuen Straße. Die Lage “sei nix” hören wir oft (durch die Blume), oder es sind keine Stellplätze vorhanden, die Fläche zu groß(!) usw. Die Fußgängerzone ist zwar schön, nutzt aber nicht viel wenn kaum mehr jemand dort zu Fuß unterwegs ist, ausgenommen die Spaziergänger am Sonntag nachmittag.
Es ist ein Art Teufelskreis: Leerstände führen dazu, daß Passanten abwandern, was die Lage für die verbleibenden Geschäfte wiederum verschärft.
Ursachen:
Der Anfang vom Niedergang der Weststadt war sicherlich der Rückbau des Fußgängerübergangs über die Bahn. Die meisten Fußgänger nehmen nun lieber das Auto (mit dem sie evtl. dann ganz woanders einkaufen), oder weichen auf die Unterführung am Bahnhof aus. Der Gehweg durch den Tunnel zur Stuttgarter Straße nimmt man nur wenn man wirklich keine Wahl hat. In der Folge die intensive Sanierung im Osten der Innenstadt (Arnold-Areal), der Neubau einer Fußgängerbrücke auf der dortigen Seite und die Ansiedelung weiterer Publikumsmagnete im dortigen Umfeld (Lidl, Media Markt). Damit wurden die Fußgängerströme in der Innenstadt nachhaltig zu ungunsten der Weststadt verschoben. Und die Zukunft wird dieses Problem noch weiter verschärfen durch die Bebauung des Breuninger-Areals und den “neuen Postturm”.
Lösungsmöglichkeiten:

  • Bei einem Treffen der “Initiative Weststadt”, an dem ich vor einiger Zeit teilnahm wurde immer von einem “Frequenzbringer” gesprochen. Das müßte ein sehr attraktives Ladengeschäft sein, zentral in der Weststadt gelegen, der die Besucherströme wieder umlenken soll. Das erschien damals logisch. Inzwischen, nach 6 Monaten der Nachmietersuche kann ich allerdings sagen, daß das nicht funktionieren kann. Kein großer Filialist akzeptiert bei einer Neueröffnung eine “B”-Lage. Kann man vergessen.
    Alle anderen werden Jahre dazu brauchen, mit dem großen Risiko unterwegs zu “verhungern”.
  • Die Veränderung der Lage wird von den Verantwortlichen im Rathaus endlich akzeptiert und formuliert. Sanierungs-Subventionen für die Weststadt sind zwecklos, wenn keine Kunden das frisch sanierte Gebäude betreten. Vielleicht muß man sogar ein Tabu brechen und die Fußgängerzone in Teilen für den Fahrzeugverkehr wieder freigeben.
  • Umlenkung des Verkehrs im Umfeld der Innenstadt: Ein Versuch, die Schlichtener Straße zur einfacheren Erreichbarkeit der Weststadt beidseitig befahrbar zu machen wurde von der Stadt ebenfalls abgelehnt.

Ich darf keine Gaststätte sein. Die Pressemitteilung der Stadt zum Thema.

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