Halubeck in Gaisburg

Aus aktuellem Anlaß möchte ich kurz auf die Bachreihe in der Gaisburger Kirche aufmerksam machen. Wer sich nicht für Orgelmusik interessiert, möge diesen Eintrag überspringen. Ich nehme es nicht übel ;) mache jedoch darauf aufmerksam, daß betreffende Herrschaften was verpassen.
Eine kleine Kirche mit einem bemerkenswerten Organisten. Dieser Jörg Halubek hat mich wirklich erstaunt. Spielt das Matinee nach dem Gottesdienst mit super Konzentration. Und die ist wichtig bei diesen Bachstücken. Von denen haben es einige in sich. (Ich weiß es, ich habe es selbst (vor vielen vielen Jahren) ausprobiert). Unterbrochen wird das Ganze in der Mitte durch eine “Reflektion”, in unserem Fall von einem Prof. Kopfermann. Ich erinnere mich inhaltlich nicht mehr, der Bach war stärker.


Eine tolle Lampe haben sie da

Die Veranstaltung ist ganz gelungen angelegt: Die Agnostiker und Nichtabstinenzler können erst nach dem Gottesdienst dazustoßen und im Vorraum der Kirche ein Gläschen “Orgelwein” genießen. Danach nimmt man den ersten Teil mit viel Schwung, das weit zurückliegende Frühstück tut sein Übriges, daß man in der Musik und im Innenraum völlig neue Formen entdeckt. Danach allerdings muß man vollends aushalten: Ich glaube, es ist so ziemlich die äußerste Menge Bach, die man auf einmal verdauen kann. Einerseits ist das in Ordnung, weil die Reihe nun durch alle Orgelwerke geht, andrerseits halte ich die geneigten Zuhörer einschließlich mir für akustisch überfordert, eher quantitativ natürlich.

Die Kirche ist ungewöhnlich weil oval und wirkt sehr hell und freundlich. Die Orgel ist in den beiden vorderen Ecken angeordnet mit dem Spieltisch linkerhand des Besuchers (siehe krakelige Skizze). Zusätzlich gibt es noch hinten auf der Empore ein Rückpositiv. Sozusagen eine 3.1 Anlage in Hardware. Damit sind allerlei spaßige Registrierungen möglich, wenn z.B. die “Stimmen” einer Fuge auf unterschiedliche Werke verteilt werden. Mir hat es ganz ausgezeichnet gefallen.

Hier kann man sich über das Gesamtprogramm informieren, es geht noch bis zum 18. März weiter.

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