Nenn’ mich Imperator

Galactic Civilization II (Stardock) SterneSterneSterneSterneSterne. Seit über einem Jahr tätige ich mal wieder eine Neuanschaffung. Bisher habe ich es noch nicht bereut. Naja, es stiehlt vielleicht etwas viel Zeit aber das wird sich wieder legen. Rundenbasierte Galaxieeroberung, bei der es hauptsächlich darauf ankommt, ein kleines Reich ausgewogen auszubauen. Eingebaut ist auch ein kleiner 3d Raumschiffeditor, mit dem richtig Legostimmung aufkommt. Formteile können an markierten Stellen hinzugefügt, gedreht, vergrößert und verkleinert werden. Das ist recht nett, wenn auch ein rein optisches Vergnügen. Der wahre Vorteil wird allerdings erst im Laufe der Zeit deutlich: Es gibt mehrere Möglichkeiten zu gewinnen, sei es durch technologische oder militärische Überlegenheit, durch Zusammenschluß zu einem Bündnis oder einfach dadurch, daß man seine Nachbarn durch überlegenen Einfluß und Diplomatie dazu bringt, zu einem überzulaufen. Diese Variante hat definitiv den größten Erheiterungswert. Selbst dann wenn man sich für einen Weg entschieden hat, gibt es noch unendliche Varianten ihn zu beschreiten, auf welche Forschungen man sich konzentriert usw..
Köstlich auch der Computergegner: Ist man überlegen, erhält man von Zeit zu Zeit Nachrichten wie “Ich merke genau, was du tust. Wenn ich nicht auf baby-leicht eingestellt wäre, hätte ich dich längst weggefegt“. :-) Selbstredend bin ich über die einfachsten Einstellungen noch nicht hinauskommen und bis das soweit ist werden vermutlich noch Jahre vergehen.

Leider ist das Spiel nicht das, was man annehmbar bugfrei nennen könnte. Nachdem die ausgelieferte 1.0 Version der DVD per Netzwerkupdate auf 1.1 beta (!!) aktualisiert wurde, bin ich zwar nicht mehr auf den Desktop abgestürzt, dafür sieht man jetzt in der Übersichtskarte zuweilen nur noch bunte Flecken. Naja. Der Abschuß ist allerdings die Lokalisierung. Da ich dummerweise die deutsche Version bestellt hatte, habe ich es jetzt mit lachhaften Übersetzungen zu tun, übelsten Schreibfehlern, “String not found” und dazwischengestreut englischen Texten. Hier kann man mit Sicherheit sagen, daß es sowas wie eine Endkontrolle nicht gegeben haben kann. Das würde bei jedem anderen Spiel zu stärkerem Abzug führen, hier gebe ich lediglich einen Punkt weniger, weil es nun wirklich nicht viel ausmacht und an dem Motivationsfaktor nicht viel ändert.
Nachtrag: Das Postmortem in 3 interessanten Teilen.

2 thoughts on “Nenn’ mich Imperator

  1. Das Spiel ist wirklich klasse! Ich habe eigentlich aus Zufall die englische Version bestellt (naja, konnte es nicht abwarten) und hatte bisher keine Abstürze…seltsam.
    Vielleicht ist bei der Lokalisierung nicht nur der Text durch den Fleischwolf gedreht worde.
    Was mich etwas verägert, sind mal wieder die unfähigen deutschen Prinzmagazine – allen voran GameStar und PC Games, die GalCiv2 mit 60er-Wertungen abspeisen.
    Verständlich, denn die Redakteure wollen schließlich schnell wieder zurück zu ihren geliebten EgoShootern und RTS-Klonen…einfach nur dreist, dass man als Redakteur seine Zeit mit rundenbasierten Spielen vergeuden soll, in denen man auch noch nachdenken muss.
    Naja, ist ja auch egal und wenn man bedenkt, dass GalCiv2 in online-zines eine 90er-Wertung nach der anderen abstaubt und Stardock einen vorbildlichen Kundenservice haben, hat man eigentlich keine Ausrede mehr: kaufen!!!

  2. Die offiziellen Wertungen hatte ich diesmal gar nicht beachtet – ich hatte nur überall gelesen, daß GalCiv2 das richtig macht was MOO3 falsch machte. Stimmt ja auch!
    Wenn du dir die Redakteure dieser Zeitschriften und ihren Altersdurchschnitt genauer anschaust wird doch eigentlich sofort klar, warum sie mit diesem Ding hier nichts anfangen können.

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