Importversuch

Ich habe ein bisschen mit mir gerungen. Soll ich dazu etwas schreiben. Ok, ich tu’s. Diesmal geht es um unsere Freunde vom Zoll, in der Reihe, “wenn der Schimmel lauter wiehert” (Folge 284).
Ausgangspunkt war ein Besuch bei Freunden im Oktober. In der wunderschön dekorierten Wohnung drehte sich ein LED Effektlicht. Eine ganz ulkige Idee: Im Gehäuse eine 220V Glühbirne ein kleiner Motor und ein paar bunte LED’s, die dann über ein Plastikprisma einen schrecklich-schönen Effekt an die Wand werfen. Kein Dauerzustand das ist klar, aber wenn’s mal etwas schräger sein soll genau das Richtige. Ich also hin zu Eachbuyer und munter eine Bestellung abgesetzt. Leider führt der Produktlink inzwischen ins Leere. Damit sich das Ganze auch lohnt, gleich noch Ersatzlichter für’s Auto mitbestellt. Vorteil sind die stets guten Preise und der kostenlose(!) Versand. Jetzt muss man wissen, daß das ganze aus China versendet wird. Das ist normalerweise kein Problem, nur werden bei größeren Gebinden oder Wertemengen Zollgebühren fällig, die man dann bei der Abholung am Amt entrichten muss. Soweit, so unerwartet. Das passiert auch nicht bei jeder Sendung, sondern eher selten. Es war mein erstes Mal. Ich also hin zum Zoll mit der Paypal-Rechnung und etwas Kleingeld, Warenwert lag bei knapp über 20 €.
Angekommen (nicht bei mir, sondern beim Zoll) war übrigens nur das Effektlicht, auf den Rest warte ich bis heute. Das durfte ich dann aufpacken, Frau S. beäugte die Ware um dann zu erklären, daß das “erst geprüft werden muss”. Meinen Einwand, daß das ein CE-Zeichen auf der Packung steht ignorierte sie. “Sie bekommen jetzt einen Brief”. In Zeitlupe schlurfte sie zu ihrem PC und verbrachte erstaunlich viel Zeit damit, mir schriftlich mitzugeben, daß die Ware geprüft werden müsse und von mir nicht mitgenommen werden kann. OK, man muss Verständnis haben für die Behörde, sie hat wirklich keinen leichte Aufgabe, jetzt auch noch mit der KfZ Steuer. Aber wie es da ablief, ich dachte, wo ist die versteckte Kamera. Knapp 2 Wochen später bekam ich wieder Post von der Behörde, in der mir erklärt wurde, daß das Teil ein sog. nichtkonformes Erzeugnis gemäß Verordnung (EG) NR. 765/2008 sei. Ich könne es also nicht einführen. Jetzt kann ich also die Annahme verweigern und alles wird (gottlob kostenfrei) zurückgeschickt oder es kann artgerecht vernichtet werden unter “zollamtlicher Überwachung”, die mich allerdings mindestens 22,00 € kostet. Wie würdet ihr entscheiden? Bitte dabei berücksichtigen, daß der Warenwert vielleicht 1,50€ beträgt und ich dafür knapp 6€ bezahlt habe. Dabei fällt mir wieder ein, wo ist eigentlich der Rest? Angeheftet an den Bescheid war die Kontrollmitteilung der Behörde. Darin erkennt man handschriftlich die Zweifel des Prüfers an der Konformität, die er an formalen Mängeln festmacht (Symbolik CE Zeichen, Warnhinweise nicht deutsch, etc.). Chinesen aufgepasst! Was für ein Riesen-Aufriss! Ich möchte mal behaupten, daß der gesamte Vorgang den Steuerzahler bis jetzt sicherlich 200 € gekostet hat. Und wir reden jetzt nicht von einer Palette Elektronik, sondern von einem einzelnen Objekt. Das dummerweise eine 220V Fassung hat. Falls EachBuyer noch auf meine Rückfrage reagiert, werde ich hier berichten. Bis dahin bestelle ich lieber wieder bei DX oder eben nicht direkt vor Weihnachten!

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