Hola Madrid!

Madrid:
Ich war noch nie in Madrid und der Besuch hinterließ mich ziemlich zwiegespalten. Fangen wir mit den positiven Seiten an: Madrid’s Innenstadt ist absolut traumhaft. Hier pulsiert das Leben, es gibt eine Bar an der anderen, spannende Geschäfte, die teils herrlich altmodisches Zeug verkaufen und keine Ketten. Die engen Gassen sind gut verkehrsberuhigt. Meine Hauptschwierigkeit war, mich nicht zu verirren und das will bei meinem inneren Kompass schon was heissen. Einige Male stand ich auf Kreuzungen und dachte.. mönsch.. in welcher Richtung ist gleich nochmal das Hotel? Und was noch so alles rumläuft auf den Gassen – gut gekleidete Menschen und viele schöne Frauen. Ganz toll.
Außerhalb der Innenstadt war es allerdings weniger schön, viele Plattenbauten, extrem breit angelegte Straßen mit ungeheurer viel Verkehr, eine reine Autostadt. Man sieht kaum Busse, Trams sowieso keine und nur ein eher dünnes Metro-Netz. Ich will nicht wissen wie die Luft im Sommer ist, wenn es richtig heiß wird. Puah, mir hat es so schon gereicht. Wenn einer nochmal sagt dass Stuttgart eine Autostadt sei, schicke ich ihn da runter.
Demonstriert wurde auch, mitten in der Woche lag ein Tag des Generalstreiks, der 14. November. Der Kundgebungsmarsch sollte um 18 Uhr beginnen und führte mehr oder weniger direkt am Hotel vorbei. Ich stürzte mich also ins Getümmel.. angeblich sollen 130.000 Menschen teilgenommen haben. Das könnte durchaus der Fall gewesen sein. Der Ablauf war absolut friedlich soweit ich es gesehen habe. Ganze Familien mit Kinderwagen waren dabei, zwischenzeitlich dachte man an einen Sonntagsausflug. Irgendwann wieder zurück im Hotel das Replay auf CNN angeschaut ;-)

Sapphire:
Im Vorfeld hatte ich so meine Bedenken, ob der zeitliche und finanzielle Aufwand in irgendeiner Weise gerechtfertigt ist, wenn unsere Firma als Aussteller an der Sapphire teilnimmt. Wir sind jetzt keiner der Big Player, die dort ebenfalls ausstellten: Die T-Systems auf der Standrückseite, gegenüber Motorola, dahinter eine große indische Consultingfirma usw. Aber nach drei Tagen hatten unsere Vertriebsleute hochzufriedene Gesichter. Mir kommt es so vor, als wäre ich ein paar cm geschrumpft, das Herumstehen bin ich einfach nicht gewöhnt. Aber langweilig wurde es nicht, es waren oft mehr Besucher als unsere Vertriebler, so dass ich meine rostigen Verkaufs-SkillZ auch ein bisschen ölen konnte. Sonst war es ruhig als “technical backup“. Einsatz nur, falls mal die Technik streikt oder ein Besucher ein paar gemeine Fragen auf Lager hat. Achja, die Technik: Hier konnte man wunderbar beobachten, wie ein WLAN Netz komplett gesättigt wird, wenn in der Mittagspause alle ihr Händi aus der Tasche ziehen und eine Mail nach Hause schreiben. Nichts ging mehr, was leider etwas unangenehm war für einen Anbieter mobiler Lösungen ;-) Die Interessenten reagierten aber mit Verständnis, sie hatten dieselben Probleme mit ihren Telefonen und Tablets.

Trip:
Air France: Oh.. ja hm :). Hinreise ging noch, auf dem Rückflug klappte es nicht mehr so gut: Ich hatte etwa die doppelte Reisezeit auf der Uhr nachdem sowohl Flug- als auch Anschlußflug ordentlich verspätet waren. Die neue Mobilität schlägt zu: Bei jeder Verspätung schickt die Fluggesellschaft E-Mail Benachrichtigungen an eine vorher angegebene Adresse. Die kriegt man allerdings erst am nächsten Tag, denn von Gratis-WiFi ist man leider immer noch weit entfernt. Warum eigentlich? Es kann doch meinetwegen ein geschlossenes Netz sein, aber dann könnte man Passagieren, die über die Zeit warten müssen Gutscheine zum Freischalten überreichen. Das am Zielort versprochene Personal, das sich um die Anschlüsse der Passagiere direkt vor Ort kümmern sollte entpuppte sich auch als eine Video-Wand mit Abflugzeiten und einem verschlafenen Security-Mann mit Warnweste. Wer sich “Service” so breit auf die Brust tätowiert hat hier noch etwas Nacharbeit nötig..
War jedenfalls schön, als vertrockneter Entwickler mal wieder an die frische Luft zu kommen! ;-)

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