Der ADAC auf mentalen Abwegen

Im ADAC Magazin, einem Blatt mit einem Verbreitungsgrad das sonst nur von Koran und Bibel erreicht wird läuft derzeit eine bildzeitungswürdige Kampagne: Weil die Spritkosten so hoch sind soll die Regierung jetzt die Mineralölsteuer senken, damit die Verbraucher nicht so derb leiden müssen. Reichlich Betroffene mit Foto im Heftinnern. Die “Mineralölsteuer” ist im Energiesteuergesetz beschrieben und hat eine feste Komponente, zu der auch die Ökosteuer zählt und eine variable, die durch die Umsatzsteuer entsteht. Die feste Komponente für Benzin z.B.:

Benzin (Schwefelgehalt kleinergleich 10 mg/dm³): 65,45 €cent/Liter ↔ 7,3 €cent/kWh

Wenn jetzt Russen oder Saudis die Förderquote drosseln um mehr Kohle in die Staatskassen zu spülen oder an den Börsen nach wie vor (unkontrolliert, wir erleben es ja derzeit) massiv spekuliert wird soll das jetzt nach dem Willen des ADAC vom Staate aufgefangen werden – der ja dann indirekt – durch die Senkung der Steuer – die Kasse andersweitig ausgleichen muss. Das ist einfach nur kurzsichtig gedacht, Brot und Spiele auf 80 Heftseiten.
Des weiteren lesen wir da, daß z.B. das Flugbenzin, auch Kerosin genannt, nach wie vor mit.. wir ahnen es bereits – 0 ct besteuert wird – der ökologische Sinn desselben entgeht mir im Moment.
Ich finde es traurig, daß der ADAC nicht den Mumm in den Heftseiten hat seinen Mitglieder klar zu machen, daß eine Lösung aus der Krise nur durch einen Minderverbrauch an fossiler Energie und eine Rückkehr zu kürzeren Pendlerstrecken und einem Ausbau des öffentlichen Verkehrs möglich wird.
Hier wird offensichtlich, daß der ADAC inzwischen weniger das Interesse seiner Mitglieder als die eigenen Geschäftsinteressen mit einer breiten Produktpalette für Versicherung und KFZ Finanzierung im Sinn hat.

1 thought on “Der ADAC auf mentalen Abwegen

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