Am Feierabend



Hätt ich tausend Arme zu rühren!
Könnt ich brausend die Räder führen!
Könnt ich wehen durch alle Haine!
Könnt ich drehen alle Steine!
Dass die schöne Müllerin
merkte meinen treuen Sinn!

Ach wie ist mein Arm so schwach!
Was ich hebe, was ich trage,
was ich schneide, was ich schlage,
jeder Knappe tut's mir nach.

Und da sitz ich in der großen Runde,
in der stillen kühlen Feierstunde,
und der Meister spricht zu allen:
Euer Werk hat mir gefallen;
und das liebe Mädchen sagt
allen eine gute Nacht.

(Wilhelm Müller)

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