Moselsteig Etappe 16

Etappe 16 ist eine kurze Angelegenheit (11 / 8,5 km). Wir haben die abgekürzte Variante bis zum Bahnhof Ediger gewählt, um die geschickte Rückfahrmöglichkeit nicht auszulassen. Über die Brücke hinter Neef umgeht man den Ort Bremm und steigt schon bald wieder komplett an. Das hat es durchaus in sich. Am höchsten Punkt, einer Art Wegspinne kurz vor dem sog. “Gipfelkreuz” steht man wieder auf Feldern und wundert sich, wo die Moselszenerie geblieben ist. Doch nach kurzem Weg ist der phänomenale Aussichtspunkt erreicht. Mit Mühe bekommt man noch einen Platz auf der Bank, denn die Stelle ist Austragungsort eines Frühstücks-Caterings, das offensichtlich eine Menge Gäste anzieht. Kann man sich mal merken. An weiteren Aussichtspunkten vorbei verläuft der Weg noch wenige Kilometer auf einem Grat entlang, man wandert in einem lichten Eichenwäldchen. An einer Stelle trifft man sogar auf römische Ruinen. Hier gibt es einfach alles. Der Grat hört unvermittelt auf und der Weg geht sehr steil hinab zum Bahnhof Ediger. Hier geht es über Schieferplatten und mit losem Gestein zur Sache, man braucht immer wieder die Hände. Mitten drin zweigt der Calmont-Klettersteig ab, auf dem man in halber Hanghöhe wieder zurück Richtung Bremm kommt. Das ist eine empfehlenswerte Route für einen Tagesausflug, da die Eisenbahnbrücke leider nicht für Fußgänger begehbar ist.
Die Züge fahren stündlich, man muss also nicht lange warten und kann dann preiswert das Auto wieder erreichen. Würde man weitergehen, könnte man wahrscheinlich mehr oder weniger problemlos die Etappe 17 noch dazunehmen, Zeit ist noch genug vorhanden. Würde man also einen weiteren Tag hinzufügen, kann man den Steig bis Cochem gehen und dort wieder in die Bahn einsteigen.

Zugegeben, meine Erwartungen an diese Wandergegend waren relativ hoch. Insgesamt habe ich es aber geschafft, positiv überrascht zu werden. Wir sind viel weniger Wanderern begegnet als z.B. am Rheinsteig und es gab wesentlich mehr Einkehrmöglichkeiten. Das ganze ist auch etwas kleinteiliger, was die Tagesetappen abwechslungsreicher macht. Sicherlich nicht mein letzter Besuch.

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