{"id":3134,"date":"2022-02-13T19:52:39","date_gmt":"2022-02-13T18:52:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.puls200.de\/?p=3134"},"modified":"2022-02-13T19:52:40","modified_gmt":"2022-02-13T18:52:40","slug":"work-theatre-in-agile-development","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.puls200.de\/?p=3134","title":{"rendered":"Work theatre in agile development"},"content":{"rendered":"\n<p>Manchmal liest man einen Text, in dem ein vages Gef\u00fchl, das man lange hatte gut formuliert und auf den Punkt gebracht wird. Auf einmal entsteht ein klarer Gedanke. So ging es mir mit <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.economist.com\/business\/2022\/01\/08\/the-rise-of-performative-work\" target=\"_blank\">dieser netten Kolumne: \"Performative Work\"<\/a>. Bei einem Kunden konnte ich das einmal in voller Pracht beobachten. Der Typ, der immer telefoniert. Die andere, die immer mit einem Stapel unter dem Arm irgendwohin unterwegs ist. So war das fr\u00fcher. Die schaffen was, <em>das sieht man doch<\/em>! <\/p>\n\n\n\n<p>Heute sind es wie im Artikel beschrieben diejenigen, deren farbiger Pr\u00e4senz-Buppel in der Teams-Liste nur zwischen gr\u00fcn und rot hin und herspringt und garantiert niemals gelb oder (Gott bewahre!) grau wird. Diejenigen, die immer die Meetings er\u00f6ffnen. Die Aufgaben in m\u00f6glichst winzige Teilaufgaben zerlegen, damit der Abarbeitungs-Fluss stattlicher wirkt. Hauptsache, das Ticket ist \"<em>erledigt<\/em>\", auch wenn man nur die Hintergrundfarbe einer Schaltfl\u00e4che ge\u00e4ndert hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Entscheidend ist dabei die Gr\u00f6\u00dfe des Teams. In kleinen Teams, sagen wir, maximal 5 Personen, funktioniert es nicht, weil jeder wei\u00df, was die anderen machen. Dar\u00fcber hinaus verliert man den \u00dcberblick, egal wieviel Dailys es gibt. Da k\u00f6nnen die virtuellen Aktenk\u00f6fferchen geschwungen werden. Und so vergeht ein merklicher Teil der Arbeitszeit in Meta-Arbeit, deren ausschlie\u00dfliche Aufgabe es ist, Arbeit auch nach Arbeit aussehen zu lassen. Jeder formuliert pr\u00e4zise sein Tagewerk, zeigt vollendete Tasks und benennt offene Zuarbeiten. Warum funktioniert das Projekt trotzdem nicht? Warum dauert alles immer viel zu lang? Es kann ja nur an denjenigen liegen, die im Daily nicht perfekt vorbereitet sind, deren Technik im Moment des Sprechens spinnt oder die deklarieren, mit einer Task nicht rechtzeitig fertiggeworden zu sein weil, \u00e4h,.. zu komplex (H\u00f6chststrafe).<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sehe einen organisatorischen \u00dcberbau in gr\u00f6\u00dferen Teams dabei nicht unbedingt negativ. Es ist notwendig dass jemand, der nicht aktiv bis ganz unten eingebunden ist einen Gesamt\u00fcberblick beh\u00e4lt und Arbeit in kritischen F\u00e4llen umverteilen kann. Einer, der offene Fragen schnell aus dem Weg r\u00e4umt. Kurios ist aber die Eigendynamik, die so etwas zwangsl\u00e4ufig zu erhalten scheint, sobald man diesen Proze\u00df formalisiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Es verhindert auch ein Vorarbeiten bei Unterbelastung. Warum schon Tickets aus dem n\u00e4chsten Sprint angehen? Das hebt nur die Erwartung des Sprint Masters und man bekommt in der n\u00e4chsten Iteration mehr zu tun. Das wiederum erh\u00f6ht die Gefahr der Verfehlung des Sprint-Ziels, des Leistungsma\u00dfstabs des Sprint Masters gegen\u00fcber seinen Vorgesetzten.<br \/>Bizarrerweise gibt dieser nun selbst dieses Ziel vor. Wird es verfehlt, ist er also doppelt unf\u00e4hig: Weder kann er aus seinen Leuten die passende Leistung herausholen, noch ihre M\u00f6glichkeiten richtig einsch\u00e4tzen. Dementsprechend reagiert er in kritischen Situationen extrem d\u00fcnnh\u00e4utig und ist inhaltlich von der korrekten Pr\u00e4sentation der jeweiligen Arbeitsabschnitte getrieben. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese Logik verfolgen auch die Mitarbeiter, die, an ihren abgeschlossenen Tasks gemessen, die Abarbeitung derselben perfektionieren. Seht her, liebe Kollegen, das alles ist seit gestern von \"<em>Active<\/em>\" \u00fcber \"<em>Review<\/em>\" nach \"<em>Done<\/em>\" geflossen. Genial, oder? Wie in einer Simulation eines Arbeitsablaufs ohne St\u00f6rungen. Eine Inszenierung. Performance. Performative Work!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal liest man einen Text, in dem ein vages Gef\u00fchl, das man lange hatte gut formuliert und auf den Punkt gebracht wird. Auf einmal entsteht ein klarer Gedanke. So ging es mir mit dieser netten Kolumne: &#8220;Performative Work&#8221;. 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