{"id":290,"date":"2006-10-28T19:58:28","date_gmt":"2006-10-28T17:58:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.puls200.de\/?p=290"},"modified":"2006-10-29T10:14:50","modified_gmt":"2006-10-29T08:14:50","slug":"peopleware","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.puls200.de\/?p=290","title":{"rendered":"Peopleware"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:left; margin:3px;border:1px solid black;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/images.amazon.com\/images\/P\/0932633439.03._SCMZZZZZZZ_.jpg\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p><em>\"Peopleware\"<\/em> (Tom DeMarco, Timothy Lister) hei\u00dft der Titel des Buchs, das ich gerade in der Mache habe. Erschienen Mitte der Achziger handelt es sich sozusagen schon um eine Art modernen Klassiker, was die Behandlung von IT Arbeitskr\u00e4ften angeht. Au\u00dferdem wei\u00df ich jetzt endlich, wo Spolsky alle seine Ideen her hat. Ein l\u00e4ngerer Abschnitt des Werks handelt von der Arbeitsumgebung und ihren Auswirkungen auf die Motivation und Produktivit\u00e4t der Mitarbeiter. Das ist eine hochinteressante Sache, die oft zu ungunsten der Mitarbeiter ausgeht. Es wird argumentiert, da\u00df der Grund daf\u00fcr an der Me\u00dfbarkeit dieser Auswirkungen liegt. Gesteigerte Kosten f\u00fcr Fl\u00e4che, Innenausstattung usw. k\u00f6nnen einfach belegt werden, das ge\u00e4nderte Verhalten der Mitarbeiter dagegen nicht. Als wesentliche negative Einfl\u00fcsse auf die Produktivit\u00e4t der Mitarbeiter werden Ger\u00e4uschpegel und Unterbrechungen bezeichnet.  Die zu Verf\u00fcgung stehende Fl\u00e4che spielt ebenfalls eine gro\u00dfe Rolle. Das Dekor der Inneneinrichtung wirke sich wiederum nicht me\u00dfbar aus. Diese Erkenntnisse werden durch entsprechende Studien belegt. Selbst ein dahinvegetierende Gro\u00dfraumb\u00fcrobewohner, h\u00f6rt mein zustimmendes Nicken fast nie auf.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.puls200.de\/data\/post\/Okt06\/paragraph.jpg\" border=\"0\" title=\"Las Vegas im Remstal\" style=\"margin-bottom: 5px;\"\/><br \/>\nWir sitzen hier mit ca. 15 Leuten in einem Raum fast ohne Trennw\u00e4nde. Obwohl es eigentlich ruhig ist (oder man ruhig sein soll, ich kann mich da nie so richtig entscheiden), ist fast immer ein St\u00f6rger\u00e4usch vorhanden. Unterhaltungen, ein klingelndes Telefon, usw. \u00dcber die Aussicht kann ich mich aber nicht beschweren. Weiter Blick Richtung Norden, sicher 3-4km Luftlinie sichtbar. Neuerdings gab es jedoch einen herben R\u00fcckschlag, als durch die im niedrigeren, davor liegenden Geb\u00e4ude eingezogene <a href=\"http:\/\/www.dornbach-mackh.de\/\">Rechtsanwaltskanzlei <\/a>ein riesiger, sich drehender blauer Paragraf auf dem Dach installiert wurde. Peinlich! Ernsthaft. Was f\u00fcr Kundschaft wollen die denn damit anlocken? Also, diese Verschandelung mu\u00df ich nun seufzend hinnehmen, was durch die eher m\u00e4\u00dfig attraktiven Rechtsanwaltsgehilfinnen (deutlich durch wandhohe Glasw\u00e4nde erkennbar) nicht richtig ausgeglichen werden kann. \u00c4h, wo war ich? Ah ja, ich bin also nicht richtig zufrieden mit der Officegestaltung hier. Man kann keine T\u00fcr geschlossen halten, um Personen mit erh\u00f6htem Geltungsbedarf auszublenden. Da gibt es ja welche, die jeden Morgen auf eine Art und Weise reinkommen, so da\u00df <em>alle<\/em> in ihrer Arbeit unterbrochen werden. Sollte ich eines Tages Amok laufen, w\u00fcrde ich auf jeden Fall bis zu diesem Moment warten. Manchmal hab ich auch den Eindruck, da\u00df es besonders st\u00f6rt, wenn jemand ganz besonders leise sein <em>will<\/em>. Leise Bewegungen, gewisperte Worte. Vielleicht schl\u00e4gt da unser tierischer Bedrohungsinstinkt an. Hier bewegt sich was.. vielleicht werde ich gleich gefressen? Quatsch nat\u00fcrlich. Die andere Kategorie, die mir in diesem Zusammenhang einf\u00e4llt ist der <em>\"Dauertelefonklingler\"<\/em>. Das sind diejenigen (internen!) Anrufer, die das Telefon des angerufenen mindestens 5x klingeln lassen. Wissentlich, da\u00df wir von den Dingern nur Zentimeter entfernt sind kann er sich sicher sein, da\u00df a) auch nach dieser Zeit keiner drangeht weil der Betreffende wirklich nicht am Platz ist und b) alle in der n\u00e4heren Umgebung in ihrer Konzentration gest\u00f6rt sind. Ich schweife ab.<br \/>\nDer n\u00e4chste Teil des Buches besch\u00e4ftigt sich direkter mit seinem Titel, n\u00e4mlich den Angestellten selbst. Hier wird z.B. ausf\u00fchrlich beleuchtet, warum eine gesunde Firma nur eine minimale Fluktuation an Angestellten hat (<em>die Leute wollen nicht gehen<\/em>). Ein Wechsel oder Austausch eines Mitarbeiters birgt betr\u00e4chtliche versteckte Kosten. An das Management gerichtet versuchen die Autoren nun herauszuarbeiten, wie das erreicht werden kann. Respekt, Motivation, st\u00f6rende Einfl\u00fcsse usw. Weiter geht es mit dem Mysterium des sog. <em>Teamgeistes<\/em>, der manche Abteilungen zu wahren Arbeitsmonstern geraten l\u00e4\u00dft, obwohl sie vielleicht personell gar nicht so stark besetzt sind. Das sei vor allem deshalb so, weil den Leuten in diesem Zustand ihre Arbeit einfach wesentlich mehr Spa\u00df macht (obwohl sie m\u00f6glicherweise eher eint\u00f6nig ist). Kurioserweise passiert das selbst dann, wenn gar keine Teamarbeit im eigentlichen Sinne verrichtet wird, d.h. die Leute ihre Aufgaben unabh\u00e4ngig voneinander bearbeiten. Das kann ich aus eigener Erfahrung best\u00e4tigen. Nicht von hier.<br \/>\nWoher es kommt, ist schwerer zu beantworten. Im Prinzip l\u00e4\u00dft es sich auf zwei Gr\u00fcnde zur\u00fcckf\u00fchren: Die Mitarbeiter m\u00fcssen ein gemeinsames Ziel haben und die Chemie mu\u00df stimmen. H\u00f6rt sich banal an, ist aber in der Praxis nur schwer zu erreichen. Kurioserweise k\u00f6nnen die Autoren kein Rezept angeben, mit dem man ein richtig gut zusammengeschwei\u00dftes Team herstellen kann. Nix. Daf\u00fcr gibt es eine l\u00e4ngere Abhandlung dar\u00fcber, wie man es sicher verhindert. Fast genauso gut. Der Zufall spielt dabei ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle. Das zugeh\u00f6rige Buzzwort nennt sich <em>Teamicide<\/em>. So, das wurde jetzt ein bi\u00dfchen l\u00e4nger, aber ein gutes Buch verdient das auch.<br \/>\nMan kann es jedem ans Herz legen, der Personalverantwortung hat, wie minimal sie auch sein mag. Oder lieber doch nicht, man ist hinterher zu frustriert.  :)<br \/>\n<img src='https:\/\/www.puls200.de\/wp-content\/plugins\/Sterne\/img\/icon-rating-star_f_red.gif' alt='https:\/\/www.puls200.de\/wp-content\/plugins\/Sterne\/img\/icon-rating-star_f_red.gif' style='padding:0px;background:none; border:none;'\/><img src='https:\/\/www.puls200.de\/wp-content\/plugins\/Sterne\/img\/icon-rating-star_f_red.gif' alt='https:\/\/www.puls200.de\/wp-content\/plugins\/Sterne\/img\/icon-rating-star_f_red.gif' style='padding:0px;background:none; border:none;'\/><img src='https:\/\/www.puls200.de\/wp-content\/plugins\/Sterne\/img\/icon-rating-star_f_red.gif' alt='https:\/\/www.puls200.de\/wp-content\/plugins\/Sterne\/img\/icon-rating-star_f_red.gif' style='padding:0px;background:none; border:none;'\/><img src='https:\/\/www.puls200.de\/wp-content\/plugins\/Sterne\/img\/icon-rating-star_f_red.gif' alt='https:\/\/www.puls200.de\/wp-content\/plugins\/Sterne\/img\/icon-rating-star_f_red.gif' style='padding:0px;background:none; border:none;'\/><img src='https:\/\/www.puls200.de\/wp-content\/plugins\/Sterne\/img\/icon-rating-star_h_red.gif' alt='https:\/\/www.puls200.de\/wp-content\/plugins\/Sterne\/img\/icon-rating-star_h_red.gif' style='padding:0px;background:none; border:none;'\/> Hohe Punktzahl weniger f\u00fcr den brillianten Sprachstil, als f\u00fcr den \u00e4u\u00dferst interessanten Inhalt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>allein der Titel sagt schon alles <a href=\"https:\/\/www.puls200.de\/?p=290\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[6,7,12,2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.puls200.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/290"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.puls200.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.puls200.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.puls200.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.puls200.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=290"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.puls200.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/290\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.puls200.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.puls200.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.puls200.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}