Teil 3

Nach dem ersten Mal fahren sind verschiedene Sachen klar:
– die Elektrik vom Bahnhofsmodul ist Schrott
– Das Fahrverhalten der Loks ist unter aller Sau, sie schalten schlecht, machen viel Krach und ruckeln
– das Ganze macht eine Heidenspaß ;-)

Als erstes debugge ich die Bahnhofselektrik. Ich wundere mich, daß da überhaupt ein Zug gefahren ist. Nunja, der Märklin Krempel ist eben sehr robust. Leider muß ich ein paar Gleise herausreißen um zwei “tote” Weichen zu reparieren. Aber Umschalten ist wichtiger als die Grasnarbe. Die Steckverbinder ersetzte ich durch SUB-D Buchsen mit Lötfahnen. Überall geht das Licht an. Wie erfreulich.

Weniger erfreulich läuft die Renovierung der V200 von Ebay: Nachdem ich den Motorschild abgebaut habe, bietet sich meinen Augen der Anblick eines schwarzen Glibsches: Pfui! Ich reinige alles mit Waschbenzin und baue sie treusorgend wieder zusammen: Sie läuft nur noch in eine Richtung! Alle Kontakte überprüft, paßt, liegt wohl am Getriebe. Gut, die Dame wird nächstes Jahr 50 aber schade ist es trotzdem.

Hier hat mir der Vorbesitzer eine Probe seines Teppichs und mehrerer Mahlzeiten hinterlassen
Nachdem ich den Motorschild mit kleinen Unterlegscheiben angeschraubt habe fährt sie zwar wieder (halbwegs) in beide Richtungen, aber ganz wohl ist mir auch nicht dabei. Ich setze das Problem auf die “Todo” Liste (Item 2351) und mache erst mal wieder was anderes.

Was könnte das sein? Mal was ganz anderes. Am besten ohne größere Ausgaben. Ich stoße im Web auf die Seite mit den Shunting Puzzles. Worum geht es da? Auf einem gegebenen Gleisplan sollen Wagen mit möglichst wenig Zügen umrangiert werden. Hört sich simpel an, ist in der Praxis aber eine knifflige Sache: Immer ist irgendwas auf der falschen Seite. Ich ahne ein NP-vollständiges Problem, mal sehen ob das stimmt. Aber dafür muß erst was konstruiert werden. Ich möchte mich an den klassischen Tymesaver halten. Der erhält bei mir noch eine Zufahrt bzw. Durchfahrt, damit man das ganze Teil später mal als Modul weiterverwerten kann. Und so könnte es aussehen:

Im Testaufbau sieht es ungefähr so aus:

So ganz bin ich nicht überzeugt, aber das liegt zu 99% am Gleismaterial. Blechkrempel. Aber budget-schonend. OK, ich glaube das bleibt erstmal so.

Ich habe schon vieles über Dämmplatten aus dem Baumarkt gehört, aber bei uns gibt es sie nur in einer Stärke (von etwa 50mm) so daß sie als Unterlage nicht in Frage kommen. Ich hab stattdessen einfach Styroporplatten (10mm) mitgenommen, auf die ich die Gleise direkt verlegen (und “versenken”) will. Das ist auch deutlich preiswerter. Festschrauben ist dann nicht, klar. Kleben schon :)
26.11.07
Inzwischen ist eine Konstruktion herausgekommen, die mir fast zu leicht erscheint: auf 180×50 eine 6mm Sperrholzplatte als Grundlage, darunter ein einfacher Rahmen aus 15x35mm Leisten und darüber eine 10 cm Styroporlage:

Das Ding kann man noch mit einem Finger heben (solange noch nichts drauf ist). Hier im fortgeschrittenen Stadium:

Die Metallgleise wurden in Styropor “versenkt”. Ich habe die Fugen mit Silikon verschlossen. Dadurch sollte auch etwas mehr Geräuschdämmung möglich sein. Leider hat es nicht so geklappt, wie ich es mir vorgestellt hatte: Zum einen haben die Styroporplatten grade mal überhaupt keine dämmenden Eigenschaften, zum anderen ist die ganze Konstruktion eigentlich zu wacklig. Im Prinzip nicht so wichtig, da es nur ein Test werden soll aber trotzdem bitter nach der Arbeit. Das andere Problem besteht darin, daß die Fugen teilweise wieder Risse gebildet haben, so daß noch ein zusätzlicher Gang mit etwas Gips notwendig wurde.

Erste Einschotterungsversuche:

Ich muß gestehen, daß das Schottern der M-Gleise, wenn man es denn so nennen kann eine zeitraubende und fricklig-fummlige Angelegenheit ist. Folgendes habe ich dabei gelernt:

  1. Die Pukos so hoch wie möglich biegen (unter dem Gleis drücken), man braucht jeden Millimeter.
  2. Schotter für N ist fast zu grob, ideal scheint feiner Sand zu sein.
  3. Da das Zeug mehr angeklebt als gestreut wird sollte der Leim nicht zu flüssig sein, damit nichts auf die Schwellen kommt.
  4. Wenn man ganz viel Zeit hat sollte man unbedingt die Gleise vorher lackieren und zwar wo der Schotter zu liegen kommt. Dann ist es nicht mehr so entscheidend, daß wirklich jede winzige Lücke geschlossen wird.
  5. Man kann es kaum glauben, aber auf dem Foto sieht es eigentlich besser aus als in Natura.
  6. Wer sich’s leisten kann, sollte auf den Quatsch verzichten. Ich habe es nur der Weichen wegen getan. Ein wildes Konvolut aus alten Tagen, von mir renoviert.

Weiter geht es bald mit dem 4. Teil.

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