Pax mongolica


Im Urlaub tut man gemeinhin immer das, was man sonst nicht so oft macht. Wie auch in meinem Fall: Ich habe die Gelegenheit genutzt, mich durch einige tausend Seiten der Historienromane von Conn Iggulden zu wühlen. In 5 Bänden wird hier das Leben von Temujin / Genghis Khan und seiner Nachfahren skizziert. In einer derart lebendigen Art und Weise dass man sich fragt, wieso man sich jemals mit “Game of Thrones” abgegeben hat, wenn wahre Begebenheiten doch noch packender sind. Die Geschichte wird allerdings nicht ganz 100% korrekt wiedergegeben, mit Rücksicht auf die Spannungsbögen der einzelnen Figuren. Der Anhang jedes Buches listet die Differenzen auf. Auch ein Blick auf die entsprechenden Wikipedia-Seiten von Genghis (Dschingis) Khan, dem genialen General Tsubodai, Kublai Khan und anderen wichtigen Figuren wie Mongke oder Sokhartani macht klar, dass es wahrscheinlich mehr oder weniger so gewesen sein muss. Drachen sind völlig überbewertet! ;-)

Wolf of the Plains” ist das Intro, das Thema der heranwachsende Khan und die Unmöglichkeit, die mongolischen Stämme zu vereinen.
Lords of the Bow” setzt die Geschichte unmittelbar fort, die Stämme reiten gegen Xi Xia, einen chinesischen Vasallenstaat.
Bones of the Hills” beschreibt im Anschluss daran den Feldzug gegen den Chorezm-Schah, der damals große Teile Persiens (heutiges Iran/Irak/Afghanistan) beherrschte und dessen Reich durch den Angriff der Mongolen völlig zerstört wurde. Das Buch endet mit dem Tod des Khans.
Empire of Silver” ist eine Generation später angesiedelt. Mittelpunkt ist das Schicksal Ögedai Khans, der als Herrscher den Feldzug der Mongolen gegen Russland und Westeuropa befahl. In wenigen Jahren erreichten die Reiter Budapest und Wien und hätten Europe vollständig überrollt, wenn der Feldzug nicht durch den Tod des Khans unterbrochen worden wäre.
Eine irre Vorstellung: Der überraschende, verfrühte Tod eines einzelnen Menschen 1241 ist vermutlich dafür verantwortlich, dass wir heute keine chinesische Schrift haben!
Es gibt noch ein fünftes Buch über Kublai Khan (“Conqueror“), das wiederum eine Generation später das Schicksal dieses Enkels von Genghis Khan schildert. Ich habe es allerdings noch nicht gelesen.

Wer ein bisschen historisches Interesse mitbringt und nichts gegen detaillierte Taktik-Schilderungen hat ist hier genau richtig, sehr empfehlenswert!

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