Ahn ma!

Beim Winterbacher Zeltspektakel gibt es immer ein buntes Programm. Wir waren gestern dabei mit den Beginnern, die wieder kräftig ihre Heimatstadt Hamburg gefeiert haben. Am Bierstand gab’s Ohrstöpsel, mit denen war der Sound im Zelt deutlich besser. Ich werd langsam zu alt für den Krach ;-) Vorweg Bengio (aus Fulda! :D), der Kerl hört sich ein bisschen so an wie die Beginner vor 20 Jahren. Da war er wahrscheinlich noch nicht auf der Welt. Hat seine Sache aber nicht schlecht gemacht. Dann ging’s los mit “Ahn ma“. Ganz viel kam von dem Absolute Beginner Album mit dem Boot, Füchse usw.
Das Publikum war grandios, es ging bis in die hinterste Reihe mit. Umso unverständlicher, dass bereits nach 75 Minuten die erste Zugabe kam, nach anderthalb Stunden war dann der Spaß vorbei. Schade auch, aber klasse war’s trotzdem.
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Dreimal Bühne

Inzwischen sind so viele Erlebnisse zusammengekommen, dass ich diese als Empfehlung unbedingt weitergeben möchte. Alle drei Veranstaltungen lassen sich als sensationell beschreiben. Also nichts wie hin, wenn in eurer Nähe!

Im Polittbüro war ich Anfang letzten Monats bei Pigor, begleitet von Eichhorn. Dieser Schauspieler und Sänger war mir vor allem durch seine Chanson des Monats auf YouTube bekannt. Etwas älter geworden braust trotzdem der Sturm der Empörung über das Publikum. Ich kenne niemand, der sich so gepflegt aufregen kann wie Pigor. Meistens muss sein Kollege drunter leiden. Es war übrigens auch das erste Mal das ich erlebt habe, dass jedem Besucher zu einem Programmpunkt ein Schnaps überreicht wurde.


Ein paar Wochen später gleich nochmal im Polittbüro, dieses Mal bei Anna Mateur. Hier hatte wir sehr viel Respekt davor am Rand zu sitzen – ist aber nochmal gutgegangen. Diese Dame hat eine Stimme.. vielseitiger als Nina Hagen, eine Rampensau wie sie im Buche steht. Wer da nach vorne muss.. haha. “Hast Angst??!” fragt sie gleich zu Beginn einen Herrn in der ersten Reihe. Der wird immer kleiner, hat aber nochmal Glück gehabt. Das Programm ist von schräg bis brüllwitz, dazwischen immer wieder Einlagen die man nur als Denkfutter bezeichnen kann.


Letzte Veranstaltung in der Reihe war gestern eine Auswahl Musiker von Scott Bradlee’s Postmodern Jukebox. Selbst stand der hohe Herr leider nicht auf der Bühne, dafür hat er ein paar seiner besten Leute geschickt. Mayja Sykes, Robyn Anderson, Sara Niemitz, LaVance Colley und der geniale Bassist Adam Kubota waren mit am Start. Nach kleineren Soundproblemen zu Beginn wurde es ein musikalisch mitreißender Abend. Nur das Ambiente der Liederhalle war nicht so passend, ein lostanzendes Pärchen wurde gleich von den Saalordnern entfernt und die Bestuhlung war.. na wie bei der Matthäuspassion. Schade eigentlich, wäre eher was für das Bixx gewesen.

OTT 2016 Hahnweide

Nach längerer Pause als gewöhnlich fand letztes Wochenende das Oldtimer-Fliegertreffen OTT 2016 auf der Hahnweide statt. Meines Wissens nach eines der größten Treffen in ganz Europa und aus meiner Sicht die wichtigste öffentliche Veranstaltung Süddeutschlands :-)
Wie schon in den Jahren zuvor waren wieder eine Unmenge Flugzeuge vor Ort, laut Veranstalter waren es allein an die 80 Doppeldecker. Leider konnte ich wegen einer Familienfeier erst am Sonntag hin. Bei 30 Grad im Schatten war ich auf die Resturlaubsbräune absolut angewiesen! Leider hatten einige Teilnehmer ihre Teilnahme absagen müssen, so dass einige “Stars” leider fehlten, unter anderem die “Rote Sieben” aus Manching. Dennoch gab es viele Warbirds zu sehen, unter anderem eine Hawker Hurricane, Spitfire Mk IV, eine P-40, Jak-3, Jak-11 und nicht zuletzt zwei P-51 mit ihren turbogeladenen 12-Zylindern und dem damit erzeugen ohrenbetäubenden Geheul. Einfach umwerfend :-)
Highlight für mich außerdem der Überflug der Me-262 ebenfalls aus Manching und die A-1 Skyraider aus dem Korea-Krieg mit ihren Klappflügeln. Nicht nur für die Zuschauer, auch für die Veranstalter war es wohl ziemlich perfekt: Bestes Wetter, viele Besucher und keine Unfälle.


Zwei Fieseler Störche waren dieses Mal da. Leider konnten sie mangels Wind keinen Rückwärtsflug vorführen ;-)


Die Me-262. Es ist ein Nachbau, es gibt keine originalen Exemplare mehr.


Nicht so ganz Öko. Die Skyraider lässt ihren 2.800 PS Sternmotor an.


P-40 Warhawk am Start. Durch die Windstille wurde von beiden Seiten gestartet und gelandet.


Das Jak.50 Schleppflugzeug nebelt die Piste ein.


Mehrmotoriges gab es auch!


Die Spitfire im Display.

Auf der Bühne

Kurz hintereinander war ich auf zwei sensationellen Konzerten.
Zum einen Helloween im LKA. Das ist auch so eine aus der Zeit gefallene, old-school melodic-metal Band. Richtig beschrieben? Ich bin mir nicht sicher. Sicher ist jedenfalls, dass ich eines der seltenen Konzerte erwischt habe und die Jungs richtig Spaß auf der Bühne hatten. Nach einer Vorgruppe, deren Namen ich zu Recht schon wieder vergessen habe kam Rage. Mit 3 Mann machen die etwas sehr bodenständiges, das in der Halle sehr gut ankam. Mir hat es auch sehr gut gefallen, obwohl es vom Stil her nicht so recht zum Headliner gepasst hat. Und nach einer Umbaupause kamen SIE! Song #2 war gleich Dr. Stein, so dass klar war wo der Hammer hängt. Dann wurde 2 Stunden? + abgerockt, wie nur ging. Und als Zugabe kam praktisch der zweite Teil des Konzerts. Es ist natürlich herrlich, wenn man nach 30 Jahren so ein großes Repertoire hat, die jüngeren Bandmitglieder gut integriert und technisch absolut lupenrein spielen kann. Gigantisch, meine zunächst etwas skeptischen Mitreisenden waren hinterher jedenfalls alle bekehrt. Und für meinen lieben Freund Andreas aus Hamburg dauerte das Ganze auch deutlich länger als erwartet ;-)


Konzert #2 war Halestorm, die im Wizeman aufgespielt haben. Das ist eine Bühne in der Nähe der Wilhelma in Cannstatt, wo wir zum ersten Mal waren. Wer Lzzy nicht kennt.. tja ich weiß auch nicht. Ich sag sowas nur selten, aber jetzt: Dann habt ihr was verpasst! :-)
Auch hier gab’s eine Vorband die man besser wieder vergisst aber nach einer gefühlt ewig langen Pause ging das Licht wieder an und da stand SIE! Und dann ging knapp zwei Stunden das Gewitter pardon der Hagelschauer über uns hinweg. Die Band jünger, das Publikum auch, aber so eine herrlich einfache Art, aufzuspielen. Kein Gehampel, kein Gepose, nix Backing-Vocals, einfach druff. Mit dem neuen Album haben sie eine ziemliche Änderung mehr in Richtung Mainstream gemacht. Das geht auf der Platte in Ordnung, live “ziehen” die Songs allerdings nicht so wie die Hämmer aus den ersten beiden Alben: “I love the misery”, “Mz. Hyde”,.. usw. Versteckter Bühnenstar ist übrigens Lzzy’s Bruder Arejay am Schlagzeug, der mehr steht als sitzt und wie ein kleiner Gremlin auch mal mitten im Song quer über die Bühne flitzt.
Schöner Abend!

The Metal Queen

Vergangenen Sonntag abend war ich mit meinem netten Nachbarn im LKA (ex Longhorn) in Wangen. Dort waren wir zu Gast bei der Queen of Metal. Im Prinzip war es fast dasselbe wie früher: Songwriting jetzt nicht ganz soo überragend, nach einer Stunde die Stimme weg und dafür die Begleitung erstklassig. Sound war sehr gut, wie man es inzwischen dort gewohnt ist. Richtig genial die Stimmung, die “Doro, Dorooo” Sprechchöre haben sie sichtlich gerührt. Das ist ganz putzig, da sich das Publikum überwiegend langsam ihrem Alter annährt. Sie ist schon über 50 aber wie sie so auf der Bühne unterwegs ist, Respekt.
Wie viele der “alten” klassischen Metal-Bands merkt man die lange Bühnenerfahrung. Da brennt nichts an, solider Heavy Metal, ich kann es jederzeit weiterempfehlen.

Doro im Longhorn

Sorry für das fürchterliche Handybild, ich habe nur ganz schnell eins geschossen. Auch hier ist leider die Seuche der Konzert-Handyfilmer ausgebrochen :(

T – N – T …

Gestern abend auf einem herrlichen Konzert gewesen!

Hitboutique spielt ausgelutschte Dauerbrenner in Easy-Listening Arrangements nach. Manchmal klingt es nach Swing, manchmal leicht nach Chanson. Aber es ist TNT von AC-DC! Herrlich schön, zu Beginn eines neuen Stücks zu raten was gleich kommt. Wir hatten einen Heidenspaß!
Akustisch besetzt und nur dezent verstärkt mit kleinem Schlagzeug, Gitarre, Kontrabaß und natürlich Xylophon.. Akkordeon.. je nachdem, auch gern mal schnell gewechselt. Wie dem auch sei, guckt das hier und dann ist hoffentlich alles klar! :D :D :D

Eheszenen

Dinge, von denen ich fast nichts verstehe: Theater, Oper, Musik und Wein. Ich weiß nicht genau warum, die Faszination dafür konnte mich nicht komplett packen. Ich glaube es liegt daran, wenn andere über Premieren und Weingeschmäcker schreiben. Dann steige ich spätestens im zweiten Absatz nach erster Erwähnung von “erdig-blumig” oder “selbst-entlarvender Pose” aus. Komische Einleitung.
Gestern waren wir jedenfalls im Theater, “Szenen einer Ehe” von Jan Bosse nach dem Bergman-Film. Im Schauspielhaus. In den beiden Hauptrollen Joachim Krol und Astrid Meyerfeldt. Ersterer braucht keine Erklärung, seine Partnerin ist auch keine Unbekannte. Daß man Ü50 nicht nur höchstprofessionell sondern auch beängstigend in Form sein kann hat sie definitiv bewiesen. Bei ihrer Morgengymnastik mit abschließendem Spagat ging jedenfalls ein kollektives Stöhnen durchs Publikum. Herr Krol konnte sich trotzdem weiterhin sicher auf seinen Text konzentrieren, Respekt. Das Stück selbst ist eine Art Tragikomödie vom langsamen Ende einer Ehe. Vielleicht nicht ganz modern, die Hausfrauen-Figur ist schon sehr 70er, die Dialoge jedoch eher zeitlos. Was soll ich sagen, war eine sehr lustig-bewegend-eindrückliche Veranstaltung. Wenn Theater immer so wirken würde – ich wäre nicht mehr im Kino.

Hahnweide 2013

Wenn ich mich sehr auf eine Veranstaltung freue ist es oft ein Garant dafür, daß es mir hinterher nicht gefällt. Das hat was mit den Erwartungen zu tun, nehme ich an. In diesem Sinne war der heutige Tag eine erfreuliche Ausnahme. Mit der ganzen Familie waren wir in Kirchheim, bei dem nur alle zwei Jahre stattfindenden Oldtimer Fliegertreffen auf der Hahnweide. Der Ort ist eigentlich ein Segelflugplatz, der nur über eine Graspiste verfügt. Tut nichts zur Sache, alle zwei Jahre trifft sich hier das Who’s who der Lüfte. Es darf nur auf den Platz, was so etwa ein “H”-Kennzeichen hat oder zumindest ein Nachbau einer Antiquität ist. Und es war Programm ohne Unterbrechung, einfach klasse. Obwohl Stars wie die rote Sieben oder die Me 262 diesmal nicht am Start waren, gab es jede Menge zu sehen:

Absprung von Fallschirmspringern aus der Noratlas

Landeanflug (Slip) eines Kunstflug-Segelflugzeugs bei leichtem Seitenwind

Vought F-4U Corsair über der Teck

Noratlas im Display

P-51 Mustang (Nooky Booky IV) und P-40 Warhawk im Display

Patrouille Trachant mit “Barrel roll”

P-40 Warhawk beim Tanken

Segelflugzeug im Schlepp der Polikarpov Po-2

Wir waren anscheinend nicht die einzigen, die das totaal coool fanden! :-)

Edit: Nicht von mir aber vom gleichen Tag:

Klangteppich

Nein es ist nicht so, wie manche jetzt vielleicht denken :) . Bei dieser Dame handelt es sich um Hanna Elisabeth Müller, eine Sopranistin, die gestern abend beim Abschlußkonzert des Musikfests Stuttgart auftrat. Diese optisch wie akustisch angenehme Erfahrung machten wir im letzten Satz von Mahler’s 4. Symphonie. Das war schon allein deshalb spannend, weil es natürlich nicht leicht ist, als Einzelstimme gegen das komplettte Orchester nicht vollständig unterzugehen. Hat sie gut hingekriegt. Mahler selbst ist.. nagut, es war meiner Meinung nach technisch perfekt interpretiert und sehr unterhaltsam. Es kommen alle möglichen instrumentalen Randgruppen wie Harfen, diverse Percussions und Triangeln zum Einsatz, das führt zu sehr abwechslungsreichem Klang. Mir persönlich fehlt aber die verbindende Melodie, das Thema, Riff, oder wie man es nennen will. Wenn man wieder hinaustritt, bleibt nichts zum Nachsummen im Kopf zurück. Klingt ein bisschen einfältig, aber so ist es nun mal ;-)
Der erste Teil bestand aus Schuberts “Unvollendeter“, ein (schon aus der Natur der Sache) relativ kurzes Stück. Diese an sich wundervolle Musik wiederholt sich für meinen Geschmack etwas zu oft aber das macht eigentlich nichts. Radio-Sinfonieorchester Stuttgart (SWR) mit Michael Sanderling als Dirigenten. Meine Mutter hält ihn für einen Poser aber ich fand, er hat seine Sache ganz gut gemacht. Ein Dirigent ist ja im Grunde ein musikalischer Tanzbär, was will er machen.